Außergewöhnliche Übernachtungen sind im Trend. Besonders beliebt sind Angebote, die durch ihre Architektur, Geschichte und Nähe zum Wasser überzeugen, wie Floating Homes, Leuchttürme oder Schlafstrandkörbe. Bald kann Bremen mit einer neuen Attraktion aus dieser Kategorie werben. Wo früher tonnenweise Mais, Reis und anderes Getreide verladen und in Silos gepumpt wurde, kann man ab August in 120 Hotelzimmern mit Weserblick übernachten. Das Silo-Hotel „John & Will“ mit seinen acht Türmen ist Teil des Kelloggs-Piers auf der Bremer Überseeinsel. Die Vornamen der beiden Firmengründer sowie der markante rote Schriftzug auf dem Hoteldach erinnern an die Geschichte des Standorts. Die runden Zimmer in den 40 Meter hohen Betonröhren sind an die Architektur der Silos angepasst. In der obersten Etage verlaufen die Stahlstreben, die das Firmenschild auf dem Dach verankern, mitten durch den Raum.
Neben Architektur und Geschichte setzen die Betreiber auf das maritime Flair der Hansestadt an der Weser und den Hafencharakter am Pier. Am hoteleigenen Anleger soll zukünftig das zu einem Badeschiff umgebaute Binnenschiff „Edelweiß“ liegen. Das 67 Meter lange und 8,20 Meter breite Schiff wird mit einem 1,40 Meter tiefen Pool, einer Bar sowie Umkleidekabinen und Sanitäranlagen ausgestattet. Zudem bleibt das Schiff weiterhin fahrtüchtig für Ausfahrten. Wasseraufbereitung, Schwimmbadtechnik und Stromversorgung werden daher an Bord integriert.
Über 50 Jahre lang wurden hier Frühstücksflocken produziert und weltweit verschickt. Jahrzehntelang war das Weserufer westlich der Schlachte ein geschlossenes Firmengelände. Heute zählt die Bremer Überseeinsel, zwischen Europahafen und Weser, zu den größten städtebaulichen Entwicklungsgebieten Europas. Auf dem ehemaligen Hafengelände rechts der Weser soll ein zukunftsweisendes Viertel mit innovativem Energie- und Mobilitätskonzept entstehen – fast autofrei, nachhaltig und sozial. Das Wasser der Weser und Bremens steife Brise sollen den Stadtteil mit Energie versorgen. Wo früher nur die Industrie aus logistischen Gründen Zugang zum Wasser hatte, sollen zukünftig Anwohnende, Touristen und Arbeiter den Blick auf die Weser genießen können – sogar beim Baden in ihr.

Redakteurin Reise