Wohnen am WasserÜbernachtungen mit Badespaß vor dem Kelloggs-Pier

Jill Grigoleit

 · 19.06.2024

Schlafen im Silo und Baden im umgebauten Binnenschiff: innovative Ansätze am Bremer Weserufer
Foto: DMAA
Zukunftsquartier an der Waterkant: Für Fans ungewöhnlicher Übernachtungsorte gibt es in Bremen bald etwas Neues zu entdecken. Das ehemalige Kelloggs-Pier soll ein innovatives Domizil werden.

Außergewöhnliche Übernachtungen sind im Trend. Besonders beliebt sind Angebote, die durch ihre Architektur, Geschichte und Nähe zum Wasser überzeugen, wie Floating Homes, Leuchttürme oder Schlafstrandkörbe. Bald kann Bremen mit einer neuen Attraktion aus dieser Kategorie werben. Wo früher tonnenweise Mais, Reis und anderes Getreide verladen und in Silos gepumpt wurde, kann man ab August in 120 Hotelzimmern mit Weserblick übernachten. Das Silo-Hotel „John & Will“ mit seinen acht Türmen ist Teil des Kelloggs-Piers auf der Bremer Überseeinsel. Die Vornamen der beiden Firmengründer sowie der markante rote Schriftzug auf dem Hoteldach erinnern an die Geschichte des Standorts. Die runden Zimmer in den 40 Meter hohen Betonröhren sind an die Architektur der Silos angepasst. In der obersten Etage verlaufen die Stahlstreben, die das Firmenschild auf dem Dach verankern, mitten durch den Raum.

Umgebautes Frachtschiff wird zum Schwimmbad

Neben Architektur und Geschichte setzen die Betreiber auf das maritime Flair der Hansestadt an der Weser und den Hafencharakter am Pier. Am hoteleigenen Anleger soll zukünftig das zu einem Badeschiff umgebaute Binnenschiff „Edelweiß“ liegen. Das 67 Meter lange und 8,20 Meter breite Schiff wird mit einem 1,40 Meter tiefen Pool, einer Bar sowie Umkleidekabinen und Sanitäranlagen ausgestattet. Zudem bleibt das Schiff weiterhin fahrtüchtig für Ausfahrten. Wasseraufbereitung, Schwimmbadtechnik und Stromversorgung werden daher an Bord integriert.

Vom Ursprungsort der Frühstücksflocken zum Stadtteil der Zukunft

Über 50 Jahre lang wurden hier Frühstücksflocken produziert und weltweit verschickt. Jahrzehntelang war das Weserufer westlich der Schlachte ein geschlossenes Firmengelände. Heute zählt die Bremer Überseeinsel, zwischen Europahafen und Weser, zu den größten städtebaulichen Entwicklungsgebieten Europas. Auf dem ehemaligen Hafengelände rechts der Weser soll ein zukunftsweisendes Viertel mit innovativem Energie- und Mobilitätskonzept entstehen – fast autofrei, nachhaltig und sozial. Das Wasser der Weser und Bremens steife Brise sollen den Stadtteil mit Energie versorgen. Wo früher nur die Industrie aus logistischen Gründen Zugang zum Wasser hatte, sollen zukünftig Anwohnende, Touristen und Arbeiter den Blick auf die Weser genießen können – sogar beim Baden in ihr.

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Jill Grigoleit

Jill Grigoleit

Redakteurin Reise

Jill Grigoleit lebte zehn Jahre mit ihrer Familie auf einem Hausboot im eigenen Hafen südlich von Hamburg und schrieb ein Buch über den Hausbootbau und das Leben mit Kindern auf dem Wasser. Seit 2020 schreibt sie vor allem Reisereportagen und Revierporträts für YACHT und BOOTE und konnte damit ihre zwei großen Leidenschaften zum Beruf machen: Reisen und darüber schreiben. Seit Januar 2024 gehört sie fest zum Team des Reiseressorts der Wassersportredaktion von Delius Klasing. Seither sammelt sie in den verschiedensten Regionen Reviertipps und Geschichten über Menschen, die am und auf dem Wasser leben - von der Mecklenburgischen Seenplatte über die bretonische Küste bis ins kanadische Ontario.

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