Sportbootfahrer an der Jade müssen sich auf Einschränkungen einstellen: Die Seeschleuse Wilhelmshaven bleibt vom 11. bis 13. Mai jeweils von 16:00 bis 01:00 Uhr gesperrt. Die fast 60 Jahre alte Anlage macht mit wiederkehrenden technischen Problemen von sich reden – ein Ende ist nicht absehbar.
Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Weser-Jade-Nordsee hat in den aktuellen Nachrichten für Seefahrer (BfS 16/26) die Vollsperrung bekanntgegeben. Betroffen sind sowohl Berufsschifffahrt als auch Sportboote.
Die Seeschleuse hat eine bewegte Vergangenheit: 1936 im Schatten der Kriegsmarine-Aufrüstung begonnen, wurde nur eine der beiden Kammern bis 1942 fertig – Großadmiral Raeder weihte sie mit der Passage des Kreuzers Emden ein. Nach Kriegsende sprengten die Siegermächte die Anlage, erst 1964 ging die wiederaufgebaute Doppelschleuse mit ihren zwei je 390 mal 60 Meter großen Kammern vollständig in Betrieb – damals die zweitgrößte Schleuse der Welt, bis heute die größte Schleuse Deutschlands. Die vier ursprünglichen Schleusentore sind seit dieser Inbetriebnahme im Einsatz und entsprechend altersschwach. Immer wieder kommt es zu Ausfällen, die den Schiffsverkehr behindern.
Die Vollsperrung reiht sich ein in eine Liste von Einschränkungen. Erst vor wenigen Wochen meldete das WSA, dass die Ostkammer der Seeschleuse aufgrund einer Störung bis auf weiteres außer Betrieb ist. Bis zur Wiederinbetriebnahme werden von montags bis donnerstags keine Einzelschleusungen für Sportboote angeboten – wer dennoch passieren möchte, kann die Schleusengänge für Behördenfahrzeuge nutzen oder warten, um gemeinsam mit Marine- oder Handelsschiffen zu schleusen.
Am Wochenende wurden für Sportboote Schleusungen zu festen Zeiten eingerichtet:
Freitag:
Samstag und Sonntag:
Seit Dezember 2025 gilt in Wilhelmshaven auch eine neue Hafenbenutzungsordnung für den Vorhafen zur Seeschleuse, die sogenannte Vierte Einfahrt. Jedes Fahrzeug mit Schleusenabsicht muss sich vor dem Einlaufen bei der Seeschleuse anmelden. Die Küstenfunkstelle "Wilhelmshaven Lock" ist während der Schleusenbetriebszeiten auf den UKW-Kanälen 13 und 16 empfangsbereit.
Der Vorhafen ist Marinegebiet – die Passage zur Schleuse darf nur im Korridor 100 Meter beidseits der Richtlinie bei mäßiger Geschwindigkeit erfolgen. Festmachen ist verboten. Segler mit Schleusungsabsicht müssen daher draußen auf der Jade vor dem Hafenbecken auf die Öffnung der Schleuse warten. Bei Tidenstrom und Welle keine einfache Aufgabe, besonders für kleinere Yachten.
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Beim Wasserstraßen-Neubauamt in Hannover wird an einem Ausführungsentwurf für drei neue Schleusentore gearbeitet, nach einer Ausschreibung ist Ende 2026 mit der Auftragsvergabe für alle drei Tore zu rechnen. Die neu zu bauenden Tore sollen im Abstand von zwei Jahren ab 2026/27 zulaufen – die vollständige Torausstattung ist dann also 2032 zu erwarten.

Redakteurin Panorama und Reise