In den deutschen Binnenrevieren sind vor allem die Kanadische und die Schmalblättrige Wasserpest als invasive Arten verbreitet. Für Skipper wird der dichte Teppich vielerorts zu einem unüberwindbaren Hindernis. Eine nachhaltige Besserung ist momentan nicht in Sicht.
Dass die Wasserpflanze namens Elodea in den Sommermonaten wuchert, ist erst mal kein neues Problem der Segelvereine. Bereits im Jahr 2018 sorgten ähnliche Bedingungen für massive Probleme. In diesem Jahr kommt jedoch die extreme und lang anhaltende Hitze hinzu. Ein sehr warmer Frühsommer trifft auf stark sinkende Pegelstände, die am Rhein mancherorts beinahe historische Tiefpunkte erreichen.
Die Sonne gelangt bis auf den Boden der Flüsse, was das Wachstum der Wasserpest massiv beschleunigt. Betroffen sind vor allem strömungsarme Buchten und Häfen. Mittlerweile schlägt das Kraut jedoch selbst in den Flussarmen Wurzeln, in denen durchaus noch eine spürbare Strömung herrscht, die das Anwachsen in den vergangenen Jahren noch verhindert hatte.
Die Folgen für den praktischen Betrieb auf dem Wasser am Rhein sind gravierend. Hafenmeister Klaus Dosch vom Segelclub Mainspitze erklärt, dass bei ihnen das Ablegen im Moment nicht mehr möglich sei: „Sobald man ablegt, verfangen sich die Schrauben oder das Ruderblatt im Kraut.“ Wenn im Hafen nicht regelmäßig gerupft werde, komme kein Boot mehr sicher aus der Box.
„Du bist manövrierunfähig. Das ist wirklich eine Katastrophe“, so der Hafenmeister weiter. Aus Sicherheitsgründen bleiben die Yachten momentan deshalb fest an den Stegen vertäut. Der normale Trainingsbetrieb und Regatten fallen vielerorts aus. Das Phänomen betrifft den gesamten Wassersport. Während am Rhein die Antriebe blockieren, musste am Essener Baldeneysee wegen des starken Krautwuchses sogar eine Juniorenmeisterschaft im Rudern verlegt werden.
Vielerorts werden nun Mähboote eingesetzt, um der starken Ausbreitung der Wasserpest entgegenzuwirken. Eine nachhaltige Lösung ist das jedoch nicht. Die Pflanze verbreitet sich rasant und wächst schnell wieder nach. Jedes kleinste Stückchen, das abmäht wird und auf dem Grund der Seen und Flüsse zurück bleibt, zieht zudem sofort wieder Wurzeln und wächst an. Wenn also nicht der gesamte Abfall nach einer Mähaktion feinsäuberlich an Land gebracht wird, kann die Pflanze noch stärker zurückkommen als vorher.
Zudem sorgt ein massiver Engpass bei den Geräten für Frust, da die wenigen Spezialboote in dieser Saison, zumindest am Rhein, restlos ausgebucht sind. Ein professioneller Mähgang schlägt mit Kosten von rund 10.000 Euro zu Buche, was für kleinere Vereine kaum bezahlbar ist. Dem Verein an der Mainspitze bleibt also nur die aufwendige Handarbeit mit Grundrechen, um schmale Fahrrinnen manuell freizuhalten. Ein natürliches Ende der Plage ist erst für Ende August absehbar, wenn die Pflanzen im normalen saisonalen Zyklus absterben.

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