Wer in den kommenden Tagen ungewöhnliche Fahrzeuge vor Warnemünde wahrnimmt, wird Zeuge einer besonderen Übung: Die Bundeswehr erprobt dort unbemannte Systeme auf und unter Wasser, gemeinsam mit Unternehmen, Forschungsinstituten und drei Partnerländern.
Bei der Übung handelt es sich laut Bundeswehr nicht um eine klassische Militärübung, sondern um eine "Industrie-Challenge". Im Vordergrund stehen dabei der Austausch und Umgang mit Daten. Die Marine kooperiert dabei mit dem Rostock Institute for Ocean Technology (RIOT) und dem Seabed Security Experimentation Center (SeaSec).
47 Unternehmen aus Industrie und Forschung nehmen teil, dazu kommen Partner aus den Niederlanden, Schweden und Dänemark. Im Fokus: neue Ansätze für den Einsatz unbemannter maritimer Systeme – über und unter der Wasseroberfläche.
Die zwei Übungsgebiete liegen westlich und östlich des Warnemünder Fahrwassers. Laut einer Mitteilung der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) gibt es keine Befahrensverbote. Sportboote dürfen die Gebiete weiterhin passieren, Einschränkungen für die Schifffahrt sind nicht geplant.
Die genauen Koordinaten wurden in einer Bekanntmachung für Seefahrer veröffentlicht. Darin heißt es, dass “mit einer Vielzahl von Überwasser- und Unterwasserfahrzeugen zu rechnen ist, welche zum Teil autonom bzw. teilautonom agieren”. Zusätzlich werden mehrere Sicherheitsfahrzeuge vor Ort sein. Die Behörden bitten um erhöhte Aufmerksamkeit beim Befahren der Übungsgebiete.
Ein Sprecher der Deutschen Marine teilte auf YACHT-Nachfrage mit:
“Die Skipper sollten wie üblich, die gängigen Kanäle schalten und auf die Informationen des WSV achten.”
Ziel der Tests ist die Verbesserung der Überwachung von Häfen und maritimer Infrastruktur wie Datenkabel, Pipelines und Offshore-Plattformen. Die unbemannten Systeme sollen Bedrohungen früher erkennen und die Zusammenarbeit bemannter und unbemannter Einheiten verbessern.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Integration dieser Systeme in bestehende Strukturen – sowohl national als auch im Bündnis mit anderen Ländern. Der Datenaustausch zwischen den verschiedenen Systemen und Akteuren steht dabei im Mittelpunkt. Ob die erprobten Konzepte unter realitätsnahen Bedingungen funktionieren, soll der Test vor Warnemünde zeigen.

Redakteur News & Panorama