Noch gibt es keine offizielle Bestätigung, aber wie verschiedene Medien in Schleswig-Holstein übereinstimmend berichten, scheint der von Wirtschaftsseite geforderte Ausbau des Elbe-Lübeck-Kanals nun endgültig vom Tisch. Das Projekt war bereits 2022 auf Eis gelegt worden, Interessensgruppen hatten sich aber weiter für den Ausbau eingesetzt.
Während die Wasserstraße, die neben dem Nord-Ostsee-Kanal die zweite Verbindung zwischen Elbe und Ostsee herstellt, für die Sportschifffahrt mit zuletzt etwa 5000 Passagen jährlich an Bedeutung zunimmt, hat der Gütertransport stetig abgenommen – auch aufgrund der beschränkten Dimensionen des bereits 1900 eröffneten Kanals.
Um fit für den Frachttransport der Gegenwart zu werden und die Voraussetzungen für steigende Nutzungszahlen zu legen, müsste der Kanal zum einen verbreitert und vertieft werden, zum anderen müssten Brücken und alle sechs Schleusen durch Neubauten ersetzt werden.
Wie nötig diese Maßnahmen wären, zeigte sich im vergangenen Jahr, als der 61 Kilometer lange Kanal nach einem unplanmäßigen Ausfall der Donnerschleuse für umfangreiche Reparaturarbeiten acht Monate lang vollständig gesperrt werden musste.
Projektierte Steigerungen stehen jedoch offenbar in keinem Verhältnis zu den Kosten des Ausbaus, die auf rund 840 Millionen Euro geschätzt werden. In seinem jetzigen Ausbauzustand soll die volle Leistungsfähigkeit des Elbe-Lübeck-Kanals jedoch erhalten werden.