Deutschland

Schießgebiete: Es wird durchgeknallt: keine Sommerpause in den deutschen Schießgebieten

Hauke Schmidt

 · 11.07.2022

Schießgebiete: Es wird durchgeknallt: keine Sommerpause in den deutschen SchießgebietenFoto: Sail-your-way.com

Wer die Schießgebiete in der Hohwachter Bucht oder vor Helgoland passieren will, muss diesen Sommer aufpassen. Anders als in den letzten Jahren üblich, gibt es auch in der Ferienzeit keine Feuerpause. Zudem sind Torpedoschießübungen angesetzt

Hinter den Bekanntmachungen für Seefahrer 161/22 und 181/22 steckt Sprengstoff, und zwar nicht nur im Wortsinn, denn die nüchternen Mitteilungen des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie bedeuten für Segler auf Nord- und Ostsee deutliche Einschränkungen. Anders als in den letzten Jahren wird der Übungs- und Schießbetrieb diesen Sommer ohne Pause fortgesetzt. Gegenüber den "Kieler Nachrichten" kommentiert ein Sprecher der Marine die Situation: "Die deutsche Marine nutzt diese Gebiete für Schießübungen zusammen mit der Industrie." Genauere Angaben, wann und wo die Einheiten schießen, macht die Marine nicht. Es heißt lediglich: "Es wird bei Tag und Nacht geschossen, soweit das Schussfeld frei ist."

Die Entscheidung, ob ein Schussfeld frei ist, müssen die Verantwortlichen des Schiffes treffen, das schießen will. Wie schon bei den im Frühjahr angesetzten Übungen sind die Schlepper der Zielscheiben als Sicherung vorhanden. Sie warnen andere Schiffe mit weißen Leuchtkugeln und leuchten die Zielscheiben mit Scheinwerfern an, sobald ein Schiff in den Gefahrenbereich steuert.

In den Schießgebieten in der Hohwachter Bucht ist zudem mit Artilleriebeschuss von Land zu rechnen. Dort sollen ab Mitte Juli die für die Ukraine bestimmten Gepard-Panzer mit neuer Munition eingeschossen werden. Die Tests sind täglich von 9 bis 17 Uhr angesetzt. Das durch gelbe Tonnen markierte Schießgebiet wird dabei wie üblich durch Wachboote gesichert.

  In der Hohwachter Bucht liegen die Schießgebiete Todendorf und PutlosFoto: Screenshot
In der Hohwachter Bucht liegen die Schießgebiete Todendorf und Putlos

Ungewohnt viel Betrieb dürfte auch in den Übungsgebieten für U-Boote herrschen. Dort werden derzeit zwei neue U-Boote für Singapur erprobt. Die U-Boote werden von einem Begleitschiff unterstützt, das die nach dem Schuss auftauchenden Übungstorpedos wieder an Bord nimmt. Die Gebiete, in denen U-Boote unterwegs sind, sind keine Sperrgebiete und dürfen von allen Schiffen passiert werden. Von den Begleitbooten sollte allerdings Abstand gehalten werden.

  Die Übungsgebiete für U-Boote liegen unter anderem in der Eckernförder BuchtFoto: Screenshot
Die Übungsgebiete für U-Boote liegen unter anderem in der Eckernförder Bucht

Im Wortlaut finden sich die Bekanntmachungen für Seefahrer auf ELWIS (hier klicken: 161/22 und 181/22).

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