OstseeZufahrt zum Nothafen Darßer Ort wird erstmals freigesaugt

Uwe Janßen

 · 09.04.2019

Ostsee: Zufahrt zum Nothafen Darßer Ort wird erstmals freigesaugtFoto: YACHT/N. Theurer

Ungewohnte Methode bringt das Fahrwasser auf Tiefe +++ Planung für Ersatzhafen vorgestellt +++ Prerow soll 2022 zur Verfügung stehen

Bis Ende April soll die erneut versandete Zufahrt zum Nothafen Darßer Ort wieder auf Tiefe gebracht werden. Dafür wird ein an diesem Einsatzort neues Verfahren angewendet.

Während bis dato der Sand mit einem Baggerschiff entnommen und verklappt wurde, wird diesmal eine Art riesiger Staubsauger eingesetzt. Der befindet sich auf einem fahrbaren Ponton und ist mittels einer flexiblen Verbindung an eine Rohrleitung angeschlossen. Über diese wird das Sauggut – 21.000 Kubikmeter – direkt in den Nothafen eingebracht, als erster Schritt der vorgesehenen Renaturierung des Beckens. Seit der Wende sind in die Baggerungen nach Angaben des mecklenburg-vorpommerschen Umweltministeriums rund 3,5 Millionen Euro geflossen.

Ob die am Darßer Ort stationierten Seenotretter während der Maßnahme vor Ort bleiben oder nach Barhöft ausweichen müssen, soll sich am heutigen Mittwoch entscheiden. Durch das neue Verfahren wäre ein Verbleib während der tagsüber stattfindenden Arbeiten eventuell möglich.

  Der geplante Hafen vor PrerowFoto: Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt MV/Tinus Medien Schwerin/L. Tiepolt
Der geplante Hafen vor Prerow

Derweil hat Umweltminister Till Backhaus (SPD) die konkreten Planungen für den neuen Hafen an der Seebrücke in Prerow vorgestellt, der den bisherigen Nothafen ersetzen soll. So wird er neben der Station für die Seenotretter über 44 Liegeplätze für Fischer und in Schwierigkeiten geratene Yachten verfügen sowie einen Fahrgastschiff-Anleger und einen Notliegeplatz für ein Dickschiff. Außerdem wird eine neue, auf 720 Meter verlängerte und breitere Seebrücke errichtet. Die erwarteten Kosten beziffert Backhaus mit 30 Millionen Euro, das deckt sich in etwa mit früheren Kalkulationen.

Das Planfeststellungsverfahren soll noch in diesem Frühjahr beginnen, die Bauarbeiten Ende kommenden Jahres. Für 2021 ist dann vorgesehen, dass zunächst der Rettungskreuzer dort seine Position bezieht, damit wäre der umstrittene Nothafen in der Kernzone des Nationalparks endgültig Geschichte. Mit der vollständigen Nutzbarkeit des neuen Hafens wird zum Beginn der Wassersportsaison 2022 gerechnet.

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