OstseeLichtblick für Hohen Wieschendorf?

Andreas Fritsch

 · 21.11.2011

Ostsee: Lichtblick für Hohen Wieschendorf?Foto: YACHT/Google Earth

Seit Jahren verfällt die Marina in der Nähe von Wismar. Doch nun ist der Hafen im mittlerweile dritten Anlauf versteigert worden

Seit Jahren schon zieht sich die Hängepartie um die Marina, die eigentlich fast fertiggestellt ist, teilweise auch nutzbar war, aber nie so richtig zu einer guten Adresse wurde. Grund dafür war die Insolvenz und der Subventionsbetrug des Investors noch in der Bauphase. Mit rund 3,7 Millionen Euro hatte das Land Mecklenburg-Vorpommern das Projekt bezuschusst, doch die Gelder sollen zweckentfremdet worden sein. Mittlerweile ist der Investor zur Rückzahlung verurteilt worden. Die Marina sollte durch eine Ferienhaus-Siedlung direkt am Hafengelände und Strand sowie eine riesige Winterlagerhalle ergänzt werden. Die Wohnungen sind bis auf den Innenausbau fertiggestellt, stehen aber seit Jahren als Geisterdorf an der Küste.

  Die Marina Hohen WieschendorfFoto: YACHT/Google Earth
Die Marina Hohen Wieschendorf

Die Steganlagen des 120-Plätze-Hafens, für den extra eine Rinne in die flache Bucht gebaggert werden muss, waren in den letzten Jahren anlaufbar, doch die Infrastruktur an Land war dürftig. Die geplanten Shops, Gastronomie und Clubräume wurden nicht fertiggestellt, der kleine Ort Hohen Wieschendorf hat außer dem nahen Strand und der mittlerweile ebenfalls insolventen Golf-Clubanlage nicht viel zu bieten. Einige Jahre war die Marina unter Zwangsverwaltung gestellt, nahm Dauerlieger auf und hatte eine eigene Webseite, doch seit einiger Zeit ist diese nicht mehr online, und die Stege zum Land sind demontiert.

Doch das soll sich nun endlich ändern. Der neue Investor, eine Holding aus Frankfurt, hat das Gelände beim dritten Anlauf einer Zwangsversteigerung für 3 Millionen Euro gekauft. Zuvor waren schon zwei andere Bieter an dem Objekt interessiert gewesen, waren allerdings mit ihren Geboten, die unter dem jetzigen Betrag liegen, nicht zum Zuge gekommen. Nun ist die Bank gefragt, bei der der Marinabetreiber noch Schulden in Millionenhöhe hat, sie muss dem Verkauf erst noch zustimmen. Genau daran war das letzte Angebot im Sommer gescheitert. Da der Verkehrswert der Anlage laut Gutachten insgesamt mit rund 5,2 Millionen Euro veranschlagt ist, darf man gespannt sein, ob es tatsächlich zum Verkauf kommt. Die Käufer sind jedenfalls zuversichtlich, schon im Frühjahr nächsten Jahres den Bau zu vollenden. Dem steht allerdings das Problem gegenüber, dass die Behörden die erteilte Baugenehmigung für das Gesamtprojekt vor etwa einem Jahr wieder eingezogen haben. Die Bucht ist zudem mittlerweile EU-Vogelschutzgebiet, was die Situation nicht gerade vereinfachen dürfte.

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