Ostsee-Häfen 2026Mehr Liegeplätze im Osten – aber nicht überall

David Ingelfinger

 · 06.04.2026

Ostsee-Häfen 2026: Mehr Liegeplätze im Osten – aber nicht überall
Rostock aus der Vogelperspektive: Neben einer großen Marina gibt es auch kleinere, städtische Anleger.
Im Schnitt vier freie Dauerliegeplätze pro Hafen – auf den ersten Blick bietet die Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns mehr Kapazitäten als Schleswig-Holstein. Das geht aus einer Online-Umfrage der YACHT hervor. Doch der erste Eindruck ist trügerisch. Warum Bootsbesitzer auch im Osten Schwierigkeiten haben können, einen Dauerliegeplatz zu finden.

​Für einen Liegeplatzreport schrieb die YACHT mehr als 200 Häfen und Marinas entlang der deutschen Ostseeküste an. 38 Marinas aus Mecklenburg-Vorpommern lieferten detaillierte Rückmeldungen zu ihrer aktuellen Liegeplatzsituation.

Das Ergebnis: Insgesamt existieren zwar deutlich mehr freie Plätze als in Schleswig-Holstein, doch sie verteilen sich ungleichmäßig. Wenige große Marinas verfügen über reichlich Kapazitäten, während zahlreiche kleinere Häfen – ähnlich wie im benachbarten Bundesland – komplett ausgebucht sind.

Ungleiche Verteilung durch Hotspots

Dabei kristallisieren sich konkrete Hotspots heraus: Fünf große Anlagen vereinen fast 35 Prozent aller verfügbaren Kapazitäten auf sich. In Schleswig-Holstein kommen die fünf größten Häfen dagegen nur auf 25 Prozent. Die Liegeplätze in Mecklenburg-Vorpommern konzentrieren sich also stärker auf weniger Standorte als im westlichen Nachbarland.


Mehr zur Liegeplatz-Situation an der Ostsee:


​Für Durchreisende spielt die angespannte Lage bei den Dauerliegeplätzen eine eher untergeordnete Rolle, denn die Zahl der Gastliegeplätze fällt insgesamt höher aus. Durchreisende Crews finden meist problemlos eine Box. In Mecklenburg-Vorpommern stehen im Schnitt 33 freie Gastliegeplätze pro Hafen zur Verfügung, in Schleswig-Holstein sind es wiederum nur zehn.

Doch auch hier verzerrt die Statistik das Bild. Wenige Ausreißer treiben den Durchschnitt nach oben – einige wenige Häfen stellen den Großteil der freien Kapazitäten. Skipper sollten sich deshalb im Vorfeld über verfügbare Gastliegeplätze informieren.

Wie gefällt Ihnen dieser Artikel?

Preisekalkulation an der Ostsee

Die insgesamt entspanntere Marktsituation im Osten spiegelt sich vor allem in den Preisen wider. Für eine Zwölf-Meter-Yacht als Gastlieger werden in Mecklenburg-Vorpommern durchschnittlich 23 Euro pro Nacht fällig – zwei Euro weniger als in Schleswig-Holstein.

Deutlicher wird die Differenz bei den Dauerliegeplätzen: In Mecklenburg-Vorpommern zahlen Bootsbesitzer durchschnittlich 38 Euro pro Quadratmeter, in Schleswig-Holstein sind es 44,50 Euro. Bei einer 12-Meter-Yacht mit rund 35 Quadratmetern Grundfläche summiert sich der Unterschied auf 225 Euro pro Jahr.

Preise im Vergleich - Wie sich SH und MV unterscheiden:

Bild 1
Quelle: YACHT-Umfrage

Besonders in großen Anlagen der maritimen Ballungsräume und auf beliebten Urlaubsinseln liegen die Preise oft höher als in ruhigeren Binnenrevieren. Entscheidend sind zudem die Serviceleistungen, die von Hafen zu Hafen teilweise erheblich variieren.


Weit entfernt von den Küsten im Rhein-Main-Gebiet aufgewachsen, fand David Ingelfinger erst im Alter von elf Jahren auf den niederländischen Gewässern zum Segelsport. Was als Familienurlaub ohne großartige Vorkenntnisse begann, mündete in einer steilen Lernkurve, aus der die dauerhafte Leidenschaft fürs Segeln entsprang. Seine praktischen Erfahrungen festigte er über die Jahre mit dem Erwerb des SKS und zahlreichen Meilen als Skipper auf Charteryachten im Ijsselmeer, der Nordsee sowie im Mittelmeer. Nach seinem Studium der Publizistik schlägt er nun die Brücke zwischen dem journalistischen Handwerk und der Praxis auf dem Wasser und bringt seine Begeisterung für den Sport als Volontär in die Redaktion der YACHT ein.

Meistgelesen in der Rubrik Reisen