Für einen Liegeplatzreport hat die YACHT mehr als 200 Häfen und Marinas entlang der deutschen Ostseeküste angeschrieben. 45 Häfen in Schleswig-Holstein gaben detaillierte Rückmeldungen zu ihrer aktuellen Lage. Das Ergebnis bestätigt, was viele Eigner bereits am eigenen Leib erfahren: Wer sein Schiff hier dauerhaft festmachen will, braucht Geduld – viel Geduld. Die Wartelisten bleiben lang, die meisten Häfen sind komplett voll.
69 Prozent der befragten Häfen in Schleswig-Holstein melden: kein einziger freier Dauerliegeplatz. Das Revier zwischen Flensburg und Travemünde ist nahezu komplett ausgelastet – spürbar dichter belegt als die Reviere in Mecklenburg-Vorpommern.
Die wenigen freien Kapazitäten ballen sich in einigen Hotspots. Fünf große Anlagen, darunter die ancora Marina in Neustadt und die Marina Wendtorf, halten rund ein Viertel aller verfügbaren Plätze. Die Auswahl für suchende Segler ist begrenzt. Überhaupt meldeten nur 14 Häfen freie Boxen.
Die Knappheit treibt die Preise. Dauerlieger in Schleswig-Holstein zahlen durchschnittlich 44,50 Euro pro Quadratmeter für die Saison, in Mecklenburg-Vorpommern sind es nur 38,10 Euro. Doch die Unterschiede fallen von Hafen zu Hafen erheblich aus: Die Spanne reicht in Schleswig-Holstein von 15 bis 76 Euro pro Quadratmeter.
Besonders in den Ballungsräumen wie Kiel oder Travemünde wird es teurer als in den angrenzenden Regionen. Entscheidend sind zudem die Serviceleistungen – und die variieren je nach Marina deutlich.
Für Urlauber sieht die Lage deutlich entspannter aus. Die tägliche Fluktuation sorgt dafür, dass besetzte Dauerliegeplätze frei werden – durchreisende Crews finden auf dem Törn meist problemlos eine Box. Für eine Zwölf-Meter-Yacht werden in Schleswig-Holstein durchschnittlich rund 25 Euro pro Nacht fällig, in Mecklenburg-Vorpommern sind es 23,38 Euro. Der große Preisunterschied, der bei Dauerliegeplätzen ins Gewicht fällt, existiert hier nicht.

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