Als Basis für diesen Liegeplatzreport dient eine Online-Umfrage, bei der wir gezielt mehr als 200 Häfen in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern angeschrieben haben. Insgesamt 83 Betreiber, vom kleinen Segelverein bis zur kommerziellen Marina, lieferten detaillierte Rückmeldungen zur Situation an ihren Stegen.
Das Gesamtergebnis deutet auf eine Zunahme der freien Dauerliegeplätze entlang der Küste hin. Innerhalb der Stichprobe stieg die Zahl von 2025 auf 2026 von 419 auf 486 Plätze. Ein Ergebnis, das der gefühlten Realität vieler Eigner widerspricht, die oft mehrere Monate nach einem passenden Platz für ihre Yacht suchen.
Denn die Auslastung vieler Häfen, insbesondere in der westlichen Ostsee, liegt weiterhin bei 100 Prozent und die Wartelisten sind unverändert lang. Dieser Widerspruch spiegelt sich in der gesamten Erhebung wieder: Insgesamt meldeten mehr als die Hälfte der befragten Marinas für die kommende Saison eine Vollbesetzung, obwohl in der Summe mehr freie Plätze gemeldet wurden als im Vorjahr.
Der Grund dafür ist, dass sich die neuen Kapazitäten auf wenige Häfen beschränken, während in der breiten Masse, vor allem in Schleswig-Holstein, weiterhin vieles restlos belegt ist.
Neben der Kapazität zeigt die Umfrage auch, dass die Kosten für einen Liegeplatz regional stark variieren können. So kann ein Liegeplatz in der Marina deutlich teurer sein als ein vergleichbarer Platz in einem nahegelegenen Naturhafen. Die Spanne kann hier mitunter zwischen 20 und 70 Euro pro Quadratmeter liegen. Bei einer 12-Meter-Yacht kann das einen Unterschied von bis zu 1.750 Euro pro Jahr ausmachen. Das gilt auch für Gastliegeplätze. Auch hier herrscht ein hohes Preisgefälle. Die Bandbreite reicht von 14 bis 40 Euro pro Nacht.
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Das liegt mitunter daran, dass insbesondere für große Marinas, die tendenziell teurer sind, die Instandhaltungskosten bei den Steg- und Sanitäranlagen ebenfalls höher sind. Der wirtschaftliche Erfolg der Marinas hängt daher immer mehr von einer stabilen Mischkalkulation ab, bei der Dienstleistungen an Land das Defizit im Wasser ausgleichen müssen.
In der Theorie bieten die Ostseehäfen im Hinblick auf ihre Ausstattung ausreichend Optionen. Mit einer mittleren Boxenbreite von 4,80 Metern und einer durchschnittlichen Wassertiefe von 2,60 Metern sollten die meisten Fahrtenyachten in einem Großteil der Häfen problemlos eine Box finden. Gleiches gilt für die maximale Schiffslänge, die im Mittel bei 16 Metern ausreichend Platz bietet.
Auch die Infrastruktur ist laut unseren Daten entlang der kompletten deutschen Ostseeküste gut ausgebaut. So haben fast drei Viertel der Häfen (74,7 %) einen Mastkran und 87 Prozent bieten Essensmöglichkeiten in Reichweite. Anders sieht es in Sachen Digitalisierung aus: Weniger als die Hälfte aller von uns befragten Häfen (41 %) haben einen Kassenautomaten in Betrieb, hier besteht noch Nachhohlbedarf. Auch bei der Kalkulation der Nebenkosten gibt es Unterschiede: Während Frischwasser (81,0 %) und Landstrom (78,5 %) meist im Liegegeld enthalten sind, müssen Segler in fast jedem dritten Hafen (31,6 %) für die Nutzung der Sanitäranlagen zusätzlich in die Bordkasse greifen.

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