Ostsee-BuckelwalTod durch Trump-Tanker?

Lasse Johannsen

 · 30.07.2025

Ostsee-Buckelwal: Tod durch Trump-Tanker?Foto: Privat
Der tote Wal auf dem Wulstbug.
Am LNG-Terminal von Swinemünde wurde ein toter Wal entdeckt. Ob es sich um einen Buckelwal handelt, ist noch unklar. Das etwa zehn Meter lange Tier wurde vom Bug eines Gastankers mitgeschleppt, der aus den USA kam.

Die gruselige Fracht lag auf dem Wulstbug des Tankers, als dieser in den Hafen einlief, und rutschte erst ins Wasser, als das Schiff an seinen Liegeplatz manövriert wurde.

Ist es der Buckelwal von Rügen?

Spekulationen, dass es sich bei dem toten Tier um den Buckelwal handelt, der vor kurzem vor Rügen gesichtet wurde, können nicht bestätigt werden. Eine WWF-Sprecherin äußerte gegenüber dem polnischen Nachrichtenmagazin Interia Zielona, dass die Art noch nicht bestimmt sei. Möglicherweise sei das zehn Meter lange Tier ein Buckelwal, es könne aber auch ein Zwergwal sein.

Unklare Reisedauer

Ebenso unklar ist, wie lange das Tier bereits auf dem Wulstbug des Tankers gelegen hatte. Der Tanker kam mit seiner Fracht aus den USA. Der Vorfall könnte sich daher sowohl in der Ostsee als auch im Atlantik ereignet haben. Ersten Vermutungen zufolge hat sich der Wal jedoch im Bereich der Dänischen Meerenge auf dem Wulstbug verfangen.

Rätselhafte Todesursache

Auch die genauen Umstände, die zum Tod des Wales führten, sind noch ungeklärt. Es ist bisher nicht bekannt, ob das Tier bei einer Kollision mit dem Schiff ums Leben kam oder ob der Tanker den Wal erfasste, als er bereits sein Leben ausgehaucht hatte und den Kadaver lediglich nach Swinemünde mitgeschleppt hat. Bemerkenswert ist, dass die Besatzung den am Schiffsbug hängenden Wal erst bei der Ankunft in Polen bemerkte.

Der Wal-Kadaver im HafenbeckenFoto: PrivatDer Wal-Kadaver im Hafenbecken

Ungewisser Verbleib des Kadavers

Unterdessen wurden der Woliner Nationalpark und der WWF über den Fund informiert. Falls eine dieser Organisationen Interesse an dem Walkadaver für wissenschaftliche Untersuchungen zeigt, wird der zehn Meter lange Körper aus dem Wasser geborgen. Andernfalls wird der Reeder des Tankers für die Entsorgung verantwortlich sein. Bis zum Wochenende soll der tote Wal noch im Wasser verbleiben. Danach wird eine Entscheidung über den weiteren Umgang mit dem Kadaver getroffen.

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Lasse Johannsen

Lasse Johannsen

Stellvertretender Chefredakteur YACHT

Geboren in Kiel, aufgewachsen am Wasser und an Bord, seglerisch ausgebildet im Verein und beim Segeln auf Nord- und Ostsee. Nach Schule, Marine und juristischer Ausbildung 2007-2009 Volontariat bei der YACHT im Ressort Panorama, welches er heute leitet. Daneben verantwortet er die Sonderausgabe YACHT classic, veröffentlichte mehrere Bücher im Verlag Delius-Klasing und ist stellvertretender Chefredakteur der YACHT. Johannsen ist begeisterter Fahrtensegler auf eigenem Kiel und aktiver Begleiter der deutschen Klassiker-Szene.

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