Seit 1986 überwacht die sogenannte "Pollution Control" die deutschen Meeres- und angrenzende Seegebiete aus der Luft. Die luftgestützte Überwachung wird gemeinsam vom Havariekommando und dem Marinefliegergeschwader der Deutschen Marine durchgeführt. Zwei Dornier 228 sind am Marinefliegerstützpunkt Nordholz bei Cuxhaven stationiert.
Mithilfe von Radar, hochauflösenden Kameras sowie Infrarot- und Ultraviolettsensoren können Verschmutzungen auf der Wasseroberfläche erfasst werden. Das System soll verhindern, dass Schiffe illegal ihre Tanks waschen oder Öl ablassen.
Von den 130 festgestellten Verschmutzungen lagen laut Havariekommando 51 in deutschen Gewässern – 39 in der Nordsee und zwölf in der Ostsee. Die restlichen Fälle verteilten sich auf niederländische, dänische und schwedische Gewässer. Dort patrouillieren die „Ölflieger" aufgrund zwischenstaatlicher Abkommen ebenfalls.
Bei 36 Verschmutzungen handelte es sich um Mineralöl. In 94 Fällen konnten die Substanzen nicht eindeutig identifiziert werden. Laut Havariekommando sind das oft Flüssigkeiten wie Bohrwasser oder Rückstände aus Tankwaschungen. Das Havariekommando leitet die Beweise an die zuständigen Behörden des jeweiligen Landes weiter. Dort übernehmen dann die Ermittlungsbehörden.
Die Besatzung der "Pollution Control" flog 2025 insgesamt 472 Einsätze. Dabei entdeckte sie etwa alle elf bis zwölf Flugstunden eine Verunreinigung. Zum Vergleich: 2023 schlug der Alarm noch alle 7,7 Stunden an, in 2024 alle 11 Stunden.
Insgesamt bleibt die Gesamtzahl der Verunreinigungen laut Havariekommando auf niedrigem Niveau. Die hohe Anzahl an nationalen Überwachungsflügen sei ein starkes Signal an die Schifffahrt, so das Havariekommando.

Redakteur News & Panorama