Nord-Ostsee-KanalKleine Schleusen Brunsbüttel am Wochenende tagsüber gesperrt

Ursula Meer

 · 27.05.2026

Nord-Ostsee-Kanal: Kleine Schleusen Brunsbüttel am Wochenende tagsüber gesperrtFoto: Ursula Meer
Sportboote, die zwischen Elbe und Nord-Ostsee-Kanal pendeln, werden in Brunsbüttel bevorzugt durch die zwei kleineren Kammern geschleust - am kommenden Wochenende jedoch mit Einschränkungen.
​Am 29. bis 30. Mai 2026 bleiben die Kleinen Nord- und Südschleusen in Brunsbüttel tagsüber dicht. Sportbootfahrer können außerhalb dieser Sperrzeiten wie gewohnt die Kleinen Schleusen passieren. Während der Sperrung geht es gemeinsam mit der Großschifffahrt durch die großen Schleusenkammern.

Normalerweise passieren Sportboote in Brunsbüttel durch die kleinen Schleusenkammern, mitunter auch gemeinsam mit kleineren Berufsschiffen. Am kommenden Wochenende aber fallen die Kleine Nord- und Südschleuse tagsüber aus: Am Freitag, 29. Mai von 10:00 bis 18:00 Uhr und am Samstag, 30. Mai von 07:00 bis 18:00 Uhr finden Kranarbeiten von einem Ponton im Alten Vorhafen statt. Der gesamte Verkehr muss dann durch die beiden Großen Schleusen.

Weniger Kapazität, mehr gemeinsame Schleusungen

In Brunsbüttel stehen vier Schleusenkammern zur Verfügung: Die beiden Kleinen Schleusen (125 m x 22 m) aus dem Jahr 1895 und die beiden Großen Schleusen (310 m x 42 m) aus dem Jahr 1914. Durch diese Kapazität kann das Wasser- und Schifffahrtsamt den Verkehr so organisieren, dass Sport- und Berufsschifffahrt möglichst getrennt geschleust werden. Doch aufgrund der baulichen Engpässe am Nord-Ostsee-Kanal kommt es immer häufiger vor, dass Sportboote zusammen mit Frachtern schleusen müssen – auch in den Kleinen Schleusen.

Während der Sperrung am Wochenende fällt nun die kleinere Hälfte der Schleusenkapazität weg. Der gesamte Verkehr – Sportboote, Tanker, Frachter, Containerschiffe – muss durch die beiden Großen Schleusen abgewickelt werden.

Wer vermeiden möchte, im Schraubenwasser der ganz dicken Pötte zu schleusen, sollte vor oder nach der Sperrung durch die kleinen Schleusen fahren. Insbesondere von der Elbe kommend sollte die Route entsprechend angepasst werden, denn dort steht allenfalls der tideabhängige Alte Hafen als Wartemöglichkeit zur Verfügung. Der kanalseitige Binnenhafen Brunsbüttel hingegen kann rund um die Uhr angelaufen werden. In Brunsbüttel werden Sportboote auch nachts geschleust.

Schraubenwasser: Die unsichtbare Gefahr

Wie gefährlich gemeinsame Schleusungen von Berufsschifffahrt und Sportbooten sein können, zeigte sich dramatisch am 24. Mai 2025 in der Alten Südschleuse Brunsbüttel, als eine Segelyacht der Yachtschule Eichler in der Kleinen Schleuse mit einem 100 Meter langen Tanker kollidierte. Der Tanker hatte an der Schleusenwand mit dem Bug festgemacht und hielt seine Position durch leichtes Vorausfahren, die Yacht geriet in das Schraubenwasser.

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Viele Frachter können aufgrund ihrer Bauart das Schraubenwasser in der Schleuse nicht abstellen. Sie müssen ihre Maschinen laufen lassen, um die Position zu halten. Zudem legen die meisten Frachter etwas Ruder, sodass der Frachter zur Schleusenwand hin bewegt wird. Dies erzeugt eine erhebliche Querströmung auf Höhe des Propellers.

Das Problem: Diese Verwirbelung ist an der Wasseroberfläche oft kaum zu sehen. Erst wenn man genau hinschaut und weiß, worauf man achten muss, erkennt man die Gefahr. Für unerfahrene Crews ist das Risiko schwer einzuschätzen. Die Querströmung darf nicht zu langsam passiert werden, sondern mit ausreichend Fahrt im Schiff. Nur so können Ausgleichsbewegungen am Ruder schnell Wirkung zeigen.

Das Wichtigste: Ausreichend Abstand zu großen Schiffen halten. "Unsere wichtigste Bitte an die Skipper: Abstand zu den großen Schiffen halten! Das wird immer wieder vernachlässigt", betont das WSA in einem Flyer für Sportbootfahrer. Auch beim Einfahren in die Schleusenkammer sollten Sportboote möglichst viel Abstand zum Berufsschiff wahren. Tatsächlich aber bleiben dafür oft nur wenige Meter. Im Zweifelsfall kann ein Anruf auf UKW Kanal 13 mit dem Ruf "Kiel Kanal I" die Situation klären.

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Ursula Meer

Ursula Meer

Redakteurin Panorama und Reise

Ursula Meer ist Redakteurin für Reisen, News und Panorama. Sie schreibt Segler-Porträts, Reportagen von Booten, Küsten & Meer und berichtet über Seenot und Sicherheit an Bord. Die Schönheit der Ostsee und ihrer Landschaften, erfahren auf langen Sommertörns, beschrieb sie im Bildband „Mare Balticum“. Ihr Fokus liegt jedoch auf Gezeitenrevieren, besonders der Nordsee und dem Wattenmeer, ihrem Heimatrevier.

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