Neue Korvette“Lübeck” soll in Nord- und Ostsee für Sicherheit sorgen

Christian Tiedt

 · 30.04.2026

Neue Korvette: “Lübeck” soll in Nord- und Ostsee für Sicherheit sorgenFoto: dpa/pa
Die Korvette „Lübeck“ liegt nach ihrer Taufzeremonie am Kai auf der Werft Blohm+Voss im Hamburger Hafen.
Zuwachs bei der Deutschen Marine: In Hamburg wurde die Korvette “Lübeck” getauft. Das 89 Meter lange Schiff ist das zehnte und letzte seiner Klasse. Stationiert wird es nach seiner Indienststellung in Rostock-Warnemünde.

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Sie sind die größten kleineren Einheiten der Marine: Obwohl die Korvetten der Braunschweig-Klasse auf eine Länge von fast 90 Metern kommen, wurden sie entwickelt, um Schnellboote zu ersetzen – allerdings sind sie dabei deutlich leistungsfähiger.

Erste Schiffstaufe für Rheinmetall

Mit der “Lübeck” wurde nun das zehnte und letzte Schiff der Klasse getauft. Sie bildet zudem den Abschluss des zweiten Bauloses aus fünf zusätzlichen Einheiten, die 2016 nachträglich aufgrund der veränderten Sicherheitslage geordert wurden, besonders für den Einsatz im Ostseeraum. Typschiff der Klasse ist die bereits 2008 in Dienst gestellte “Braunschweig”.

Die Taufe erfolgte in Hamburg bei Blohm+Voss unter Anwesenheit von Personen aus der Politik, der Wirtschaft und von Seiten der Bundeswehr. Huong Nguyen, Partnerin des Lübecker Stadtpräsidenten Henning Schumann sprach den Taufspruch. Die Traditionswerft Blohm+Voss war erst vor kurzem vom Rüstungskonzern Rheinmetall übernommen worden.

Hohe Düne wird Heimatstützpunkt

In Hamburg erfolgen nun auch die Endausrüstung der Korvette sowie alle weiteren Arbeitsschritte bis zur Abnahme und Indienststellung durch die Deutsche Marine. Stationierungsort der “Lübeck” wird der Stützpunkt Hohe Düne in Rostock-Warnemünde sein, Heimat des 1. Korvettengeschwaders und aller bereits im Dienst befindlichen Schiffe der Klasse.

​Das nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine im Jahr 2023 veröffentlichte Zielbild sieht vor, dass zu jeder Zeit drei Korvetten für den Einsatz zur Verfügung stehen müssen, während drei weitere teilweise einsatzbereit und drei nicht einsatzbereit sind, etwa während einer Werftliegezeit. Die Anzahl von insgesamt zehn Einheiten stellt diese Rotation sicher.

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Sicherheit als Hauptaufgabe

​Mit ihrer Stammbesatzung von 61 Soldatinnen und Soldaten ist “Lübeck” für Operationen in flachen küstennahen Gewässern vorgesehen. Dazu gehören vor allem die Aufklärung und - im Verteidigungsfall – die Bekämpfung von Seezielen in Nord- und Ostsee. Die Sicherheit der deutschen Reviere ist Hauptaufgabe.

Hauptwaffe der “Lübeck” sind ihre schweren See- und Landzielflugkörper des Typs RBS 15 Mk3. Die schwedisch-deutsche Entwicklung ist in erster Linie zum Einsatz gegen Schiffe gedacht und hat eine Reichweite von mehr als 200 Kilometern. Abhängig vom Seegang kann sie in bis zu zwei Metern Höhe über dem Meer fliegen.

Bereits die fünfte “Lübeck”

Der Name “Lübeck” hat eine lange Tradition in den deutschen Seestreitkräften. Die neue Korvette der Braunschweig-Klasse ist bereits das fünfte Schiff, das nach der Hansestadt benannt ist. Vorgängerinnen waren eine Radkorvette der Reichsflotte (1844), ein Kleiner Kreuzer der Kaiserlichen Marine (1905), eine Fregatte der Bundesmarine (1963) und eine weitere Fregatte von 1990, die 2022 außer Dienst gestellt worden war.

Technische Daten

  • Länge: 89,1 m
  • Breite: 13,3 m
  • Verdrängung: 1.800 t
  • Antrieb: zwei Dieselmotoren mit je 10.000 PS auf zwei Propeller
  • Höchstgeschwindigkeit: mehr als 26 kn

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Christian Tiedt

Ressortleiter Reise

Christian Tiedt wurde in Hamburg geboren, blieb lange aber ohne direkten Zugang zum Wassersport. Nach der Berufsausbildung bot das Studium dann endlich die Gelegenheit, auf dem Wasser aktiv zu werden – und die entsprechenden Führerscheine zu machen. Zuerst beim Fahrtensegeln und dann, mit dem Einstieg bei BOOTE im Jahr 2004, auch mit Motorbooten aller Art. Christian konnte inzwischen fast ganz Europa (und einige weiter entfernte Destinationen) auf eigenem Kiel kennenlernen und teilt seine Erlebnisse und Erfahrungen für die YACHT und BOOTE am liebsten in Törnreportagen.

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