Sie sind die größten kleineren Einheiten der Marine: Obwohl die Korvetten der Braunschweig-Klasse auf eine Länge von fast 90 Metern kommen, wurden sie entwickelt, um Schnellboote zu ersetzen – allerdings sind sie dabei deutlich leistungsfähiger.
Mit der “Lübeck” wurde nun das zehnte und letzte Schiff der Klasse getauft. Sie bildet zudem den Abschluss des zweiten Bauloses aus fünf zusätzlichen Einheiten, die 2016 nachträglich aufgrund der veränderten Sicherheitslage geordert wurden, besonders für den Einsatz im Ostseeraum. Typschiff der Klasse ist die bereits 2008 in Dienst gestellte “Braunschweig”.
Die Taufe erfolgte in Hamburg bei Blohm+Voss unter Anwesenheit von Personen aus der Politik, der Wirtschaft und von Seiten der Bundeswehr. Huong Nguyen, Partnerin des Lübecker Stadtpräsidenten Henning Schumann sprach den Taufspruch. Die Traditionswerft Blohm+Voss war erst vor kurzem vom Rüstungskonzern Rheinmetall übernommen worden.
In Hamburg erfolgen nun auch die Endausrüstung der Korvette sowie alle weiteren Arbeitsschritte bis zur Abnahme und Indienststellung durch die Deutsche Marine. Stationierungsort der “Lübeck” wird der Stützpunkt Hohe Düne in Rostock-Warnemünde sein, Heimat des 1. Korvettengeschwaders und aller bereits im Dienst befindlichen Schiffe der Klasse.
Das nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine im Jahr 2023 veröffentlichte Zielbild sieht vor, dass zu jeder Zeit drei Korvetten für den Einsatz zur Verfügung stehen müssen, während drei weitere teilweise einsatzbereit und drei nicht einsatzbereit sind, etwa während einer Werftliegezeit. Die Anzahl von insgesamt zehn Einheiten stellt diese Rotation sicher.
Mit ihrer Stammbesatzung von 61 Soldatinnen und Soldaten ist “Lübeck” für Operationen in flachen küstennahen Gewässern vorgesehen. Dazu gehören vor allem die Aufklärung und - im Verteidigungsfall – die Bekämpfung von Seezielen in Nord- und Ostsee. Die Sicherheit der deutschen Reviere ist Hauptaufgabe.
Hauptwaffe der “Lübeck” sind ihre schweren See- und Landzielflugkörper des Typs RBS 15 Mk3. Die schwedisch-deutsche Entwicklung ist in erster Linie zum Einsatz gegen Schiffe gedacht und hat eine Reichweite von mehr als 200 Kilometern. Abhängig vom Seegang kann sie in bis zu zwei Metern Höhe über dem Meer fliegen.
Der Name “Lübeck” hat eine lange Tradition in den deutschen Seestreitkräften. Die neue Korvette der Braunschweig-Klasse ist bereits das fünfte Schiff, das nach der Hansestadt benannt ist. Vorgängerinnen waren eine Radkorvette der Reichsflotte (1844), ein Kleiner Kreuzer der Kaiserlichen Marine (1905), eine Fregatte der Bundesmarine (1963) und eine weitere Fregatte von 1990, die 2022 außer Dienst gestellt worden war.

Ressortleiter Reise