MüritzDeutschlands größter Binnensee komplett zugefroren

YACHT-Redaktion

 · 28.01.2026

Eiszeit an der Mecklenburgischen Seenplatte. Haus- und Charterboote in der Marina Eldenburg.
Foto: dpa/pa
Die Müritz in Mecklenburg-Vorpommern ist vollständig zugefroren. Mit einer Eisdicke von bis zu 25 Zentimetern bietet Deutschlands größter Binnensee ein seltenes Naturschauspiel, das in den letzten Jahren nur selten zu beobachten war. Trotz der stabilen Eisdecke warnen Behörden vor dem Betreten der Fläche.

Seit Anfang der Woche bestätigt das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Elbe, Außenbezirk Waren, dass die Eisdecke auf Deutschlands größtem Binnensee geschlossen ist. Nicht nur die Müritz selbst, sondern alle Mecklenburger Oberseen, die ohne Schleusen miteinander verbunden sind, haben inzwischen Eis gebildet und ergeben eine zusammenhängende Eisfläche von beeindruckenden 211 Quadratkilometern, einer Fläche größer als der deutsche Teil des Bodensees (173 Quadratkilometer). Dazu gehören unter anderem der Kölpinsee, Fleesensee, Plauer See und der Petersdorfer See. Nur an der Drehbrücke Malchow und unter der Petersdorfer Brücke der A19 gibt es noch offene Stellen. "Das ist wirklich in den letzten Jahren selten passiert, gerade auch, dass die Müritz komplett zugefroren ist", sagt Sebastian Paetsch, Präsident des Landesfischereiverbands Mecklenburg-Vorpommern.


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Warnungen trotz beeindruckender Eisdicke

Die Randeisdicke beträgt laut Messungen des WSA etwa 20 bis 25 Zentimeter. Bei Messungen an verschiedenen Stellen wurden unterschiedliche Werte festgestellt: 16 Zentimeter in Ecktannen an der Binnenmüritz, 19 Zentimeter am Bolter Kanal am Ostufer, 20 Zentimeter in Rechlin im Süden sowie 24 Zentimeter in Sietow und Klink am Westufer. In Waren selbst, wo das WSA am Nordufer sitzt, beträgt die Eisdicke nur 16 Zentimeter. An Stellen mit stärkerer Strömung oder unter Brücken ist das Eis noch dünner. Trotz der beeindruckenden Eisdicke warnen die Behörden vor dem Betreten des Eises. "Generell ist von einer Begehung von Eisflächen auf Seen dringend abzuraten", betont Domenik Oldenburg vom Wasser- und Schifffahrtsamt Elbe, Außenbezirk Waren. Bereits am Wochenende waren viele Eisläufer und Spaziergänger auf der Binnenmüritz, der großen Bucht im Norden wo Waren liegt, zu sehen. Dort in den flachen Wasserbereichen und am noch flacheren Kölpinsee nutzten Hunderte Schlittschuhläufer das Wetterphänomen.

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Seltenes Naturschauspiel

Das vollständige Zufrieren der Müritz ist ein seltenes Ereignis, das nicht jedes Jahr vorkommt. Zuletzt war der See im Jahr 2021 komplett zugefroren. Sebastian Paetsch erinnert an noch extremere Winter: "1994/95 war das Eis so dick, dass Leute sogar mit dem Auto unterwegs waren." Damals erreichte die Eisdicke Rekordwerte von bis zu 60 Zentimetern. Die Müritz ist mit einer Längsausdehnung von fast 30 Kilometern der größte Binnensee Deutschlands. Er ist 117 Quadratkilometer groß und im Schnitt nur sechs Meter tief. So starke Eisdecken können sich dort nur zu windarmen Zeiten und bei Dauerfrost entwickeln. Für die Fische ist das Eis im Übrigen unproblematisch. "Wenn es vier, fünf Monate zugefroren wäre, wäre das eine andere Situation. Momentan wirkt es eher beruhigend für den Fischbestand, etwa durch Schutz vor Kormoranen", erklärt Paetsch. Die Eisfischerei spielt inzwischen nur noch eine geringe Rolle. Viele Fischer nutzen die Zeit, um Material zu warten oder Urlaub zu machen. Ein kleiner Teil von Eisanglern ist jedoch bereits aktiv - vor allem auf kleineren, früher zugefrorenen Seen.

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Vorsichtsmaßnahmen und Eismanagement

Damit Schäden an Bootsschuppen oder Uferanlagen vermieden werden, stehen Eissägen bereit. "Wir sind schon in den Startlöchern", so Oldenburg vom WSA. Sobald das Eis auftaut, könne es sich verschieben und Strukturen beschädigen. Wenn das Eis - wie vor 30 Jahren - mal bis zu 60 Zentimeter dick wird, dann lässt das Heilbad Waren vor allem Stege und die Anlagen an der Badeanstalt mit einer Eiskreissäge freischneiden. Der Eisdruck beim Auftauen könnte die Stege sonst zerstören. Wie lange die Eisdecke hält, selbst wenn es wieder wärmer wird, lässt sich nicht genau vorhersagen. Entscheidend sind neben den Temperaturen auch Wind, Schnee oder Regen, die das Eis beeinflussen.


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