KanalöffnungenFreie Fahrt im Lausitzer Seenland

David Ingelfinger

 · 29.06.2026

Der Großräschener See im Lausitzer Seenland entstand ab dem Jahr 2007 durch die Flutung des ehemaligen Tagebaus Meuro. Inzwischen sind dort auch Segler unterwegs.
Foto: Tourismusverband Lausitzer Seenland / Nada Quenzel
Das Lausitzer Seenland hat am Montag drei schiffbare Verbindungen offiziell für den Verkehr geöffnet. Die neuen Kanäle machen den Weg frei für ein zusammenhängendes, 5300 Hektar großes Revier an der Landesgrenze von Brandenburg und Sachsen.

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Fast 60 Jahre nach den ersten Flutungen ist das Lausitzer Seenland nun fast durchgehend befahrbar. Damit ist das Revier die größte künstliche Seenlandschaft Europas. Mit drei weiteren Verbindungskanälen entsteht eine 50 Kilometer lange und durchgehende Strecke, auf der Segler jedoch die festen Brückenhöhen und Tunnelpassagen beachten müssen.

Drei neue Fahrwasser

Bislang waren im Lausitzer Seenland nur der Koschener- und der Barbara-Kanal schiffbar. Am Montag öffneten zusätzlich der Sornoer-, der Rosendorfer- und der Ilse-Kanal. Diese neuen Wasserwege verbinden nun den zentralen Sedlitzer See mit den benachbarten Gewässern. Dadurch schließen sich die zuvor isolierten Flächen zu einem Revier für Tagestouren und Wochenendtörns zusammen: “Damit nimmt die größte künstlich geschaffene Wasserlandschaft Europas Gestalt an“, sagt Kathrin Winkler, Geschäftsführerin des Tourismusverbande​s Lausitzer Seenland.

​Infrastruktur und Geschichte

Die neuen Verbindungen bestehen aus Kanälen, Schleusen, Brücken und Tunneln. Vom zentralen Sedlitzer See führt der Sornoer Kanal zum Geierswalder See. Der Rosendorfer Kanal bindet den Partwitzer See an, während der Ilse-Kanal zum Großräschener See verläuft. Ein enges Nadelöhr bildet der 186 Meter lange Ilse-Kanal-Tunnel. Zudem unterquert der ältere Koschener Kanal eine Bundesstraße und die Schwarze Elster in zwei Tunneln. Mehr Details zum Revier finden Sie hier.

Das Projekt rund um das Lausitzer Seenland blickt auf eine lange Geschichte zurück. Vor genau 100 Jahren begannen die ersten Baggerungen im Tagebau „Ilse-Ost“, dem heutigen Sedlitzer See. Seit den 1990er-Jahren flossen rund 941 Millionen Euro von Bund und Ländern in die Sanierung und Renaturierung der Region. Für die einstige Kohleförderung wurden im Vorfeld knapp 3,8 Milliarden Kubikmeter Erde bewegt. Heute fassen die fünf Seen zusammen ein Wasservolumen von 640 Millionen Kubikmetern. Die steil abfallenden Ufer der alten Tagebaue machten das Rammen von Stegdalben jedoch aufwändig und teuer, wodurch sich die Freigabe verzögerte.

Sperrgebiete und Windverhältnisse

Mit einer Fläche von 1.400 Hektar bildet der Sedlitzer See das größte Gewässer des neuen Verbunds. Aufgrund der weiten, offenen Areale kann es hier und auf den benachbarten Seen zu starken Winden kommen. Schiffsführer sollten ihre Törns großzügig planen, da an den Engstellen Wartezeiten entstehen können. Das Ankern ist außerhalb von markierten Schutzgebieten erlaubt, in den Verbindungskanälen jedoch verboten. Ausgetonnte Sperrbereiche und Naturschutzgebiete dürfen im Lausitzer Seenland nicht befahren werden. Auch das Anlanden an diesen Ufern ist für Wasserwanderer untersagt.


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Weit entfernt von den Küsten im Rhein-Main-Gebiet aufgewachsen, fand David Ingelfinger erst im Alter von elf Jahren auf den niederländischen Gewässern zum Segelsport. Was als Familienurlaub ohne großartige Vorkenntnisse begann, mündete in einer steilen Lernkurve, aus der die dauerhafte Leidenschaft fürs Segeln entsprang. Seine praktischen Erfahrungen festigte er über die Jahre mit dem Erwerb des SKS und zahlreichen Meilen als Skipper auf Charteryachten im Ijsselmeer, der Nordsee sowie im Mittelmeer. Nach seinem Studium der Publizistik schlägt er nun die Brücke zwischen dem journalistischen Handwerk und der Praxis auf dem Wasser und bringt seine Begeisterung für den Sport als Volontär in die Redaktion der YACHT ein.

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