EnBW feiert am heutigen Donnerstag, (17. September 2026) in Hamburg die Inbetriebnahme seines neuen Windparks in der Nordsee. Der Termin markiert jedoch nicht den ersten Stromfluss: Erste Anlagen von “He Dreiht” speisen bereits seit mehreren Monaten ein. Die Feier steht damit für den Abschluss eines Großprojekts, nicht für dessen technischen Start.
He Dreiht ist mit 960 Megawatt installierter Leistung derzeit der größte Offshore-Windpark Deutschland. Er liegt rund 85 Kilometer nordwestlich von Borkum und etwa 110 Kilometer westlich von Helgoland in der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone. Die 64 Anlagen leisten jeweils 15 Megawatt, zusammen 960 Megawatt. Während der Bauphase arbeiteten zeitweise mehr als 500 Menschen mit mehr als 60 Schiffen auf der Baustelle.
Den Strom der Anlagen bündelt die Konverterplattform BorWin epsilon. Sie wandelt Wechselstrom auf See in Gleichstrom um, damit er verlustärmer an Land transportiert werden kann.
Für Segler ist weniger die installierte Leistung entscheidend als die Fläche, die der Park dauerhaft beansprucht. Bereits mit Wirkung vom 13. März 2026 hat das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie eine gemeinsame Sicherheitszone für He Dreiht, die Konverterplattform BorWin epsilon, den im Bau befindlichen Windpark Nordlicht I und dessen Plattform BorWin kappa eingerichtet. Die Sicherheitszone erstreckt sich in einem Abstand von 500 Metern, gemessen von jedem Punkt des äußeren Randes der beiden OWPs und ihrer Konverterplattformen. Welche Windenergieanlagen die Eckpunkte darstellen, von denen aus die Ausdehnung der Sicherheitszone gemessen wird, finden sich unten in der entsprechenden aktuellen Bekanntmachung für Seefahrer (BfS) des zuständigen Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Nordsee.
Die Inbetriebnahme von “He Dreiht” ist kein Schlusspunkt. Direkt südlich baut Vattenfall bereits Nordlicht I mit 68 Anlagen der 15-Megawatt-Klasse; die Inbetriebnahme ist für 2028 geplant. Die Sicherheitszone wurde deshalb auf dieses Baufeld ausgeweitet. Für Nordlicht II liegt die Plangenehmigung ebenfalls vor: 44 Anlagen mit zusammen 660 Megawatt, Baubeginn nach bisherigem Plan 2027.
Auch weiter südlich ist es enger geworden. Die gemeinsame Zone der Parks Gode Wind 1, 2 und 3 umfasst inzwischen auch die geplanten Parks NC 1 und NC 2. Diese Sicherheitszone liegt im Windparkgebiet in der Deutschen Bucht: nördlich bis nordwestlich von Norderney und Juist, zwischen den Verkehrstrennungsgebieten „German Bight Western Approach“ im Westen und „Jade Approach“ im Osten. Für die Navigation lässt sie sich ungefähr mit dem Bereich 54°00′ bis 54°06′ Nord und 006°49′ bis 007°08′ Ost eingrenzen. (elwis.de). Für die Baustelle Borkum Riffgrund 3 gilt eine eigene Sicherheitszone.
An der ostfriesischen Küste verdichtet sich die Infrastruktur zusätzlich: Dort werden derzeit Offshore-Netzanschlusssysteme gebaut, die die Windparks auf See mit dem Stromnetz an Land verbinden. Bei den Bauarbeiten im Wattenmeer zwischen den Küstenorten und den Nordseeinseln Baltrum und Norderney werden die Wattfahrwasser bei Flut genutzt, um Materialien wie Kabelschutzrohre zu transportieren und Unterwasserkabel zu verlegen. Daher kommt es seit diesem Jahr bis voraussichtlich 2029 in den Sommermonaten zu zeitweisen, teils auch tagelangen Sperrungen der Wattfahrwasser, die bei der Törnplanung berücksichtigt werden müssen.
Törnführer Nordseeküste 1: Cuxhaven bis Den Helder führt durch die südliche Deutsche Bucht und die niederländische Nordsee. Der Band bündelt Revier- und Hafeninformationen für Borkum, Ems, Jade und Helgoland und erläutert Navigation sowie Seemannschaft im Gezeitenrevier. .
Törnführer Nordseeküste 2: Elbe bis Sylt richtet den Blick auf die nördliche deutsche Nordseeküste. Vorgestellt werden unter anderem Helgoland, die Elbe, Cuxhaven, Büsum sowie Sylt, Föhr und Amrum. Neben Revier- und Hafenwissen erklärt das Buch die Besonderheiten des Segelns in Gezeitengewässern.

Redakteurin Panorama und Reise
Diskutieren Sie mit – fair, sachlich und respektvoll. Es gilt unsere Netiquette.