Christian Tiedt
· 27.05.2026
Rügen vom Feinsten: Gut versteckt liegt Lauterbach hinter der Insel Vilm im Greifswalder Bodden. Wer nichts von diesem Ort weiß, steuert auf seinem Törn rund um die größte Insel Deutschlands schnell vorbei. Dabei ist nicht nur der Sportboothafen wunderschön gelegen, es bieten sich gleich mehrere Ziele für den Landgang an - und die könnten unterschiedlicher nicht sein.
Wer Einklang mit der Natur sucht: Auf dem Nordufer der kleinen Bucht gegenüber des Hafens beginnt der „Pfad der Muße und Erkenntnis“. Er führt Suchenden zur Goor, einem Waldgebiet aus Rotbuchen und Stieleichen, das zum Biosphärenreservat Südost-Rügen gehört und durchstreift werden darf.
Wer es mondäner möchte, wählt dagegen die Straße ins rund zwei Kilometer entfernte Putbus. So viel Pracht in einem so kleinen Ort sieht man selten: Palais und Circus, das Theater im alten Marstall, die Orangerie, alles in blendendem Weiß, Klassizismus par excellence. Dazu der opulente Park.
Gegründet wurde die Residenzstadt 1810 von Wilhelm Malte dem Ersten, Fürst zu Putbus, der Rügen so ganz nebenbei auch sein erstes Seebad bescherte. Nur sein Schloss fehlt; es wurde 1962 gesprengt. Es gibt jedoch Überlegungen für einen Wiederaufbau.
Der im-jaich Heimathafen Lauterbach bietet nicht nur kompletten Service vom Wasserhahn bis zum Winterlager, sondern gleich eine ganze „Ferienwelt“: Boote teilen sich die Stege mit Pfahlhäusern und Swimming Houses, die gemietet werden können. Für Gäste stehen Liegeplätze bis 20 Meter Bootslänge und 3,50 Meter Tiefgang zur Verfügung.
Vor Lauterbach liegt lang gestreckte Insel Vilm, deren Buchenwälder zu den ältesten Deutschlands gehören. Sie ist Kernzone des Biosphärenreservats und der Zugang stark beschränkt. Geführte Rundgänge werden angeboten, hinüber geht es per Fahrgastschiff.
Sperrgebiet war Vilm auch schon zu DDR-Zeiten, allerdings aus anderem Grund: Damals waren es die Besucher selbst, die durch dichte Bewaldung vor neugierigen Blicken geschützt werden sollten. Für die Genossen des Ministerrates hatte man eine Feriensiedlung errichtet. Die Reetdachhäuser stehen noch heute. Auch Honeckers erholten sich hier vom unermüdlichen Einsatz für die Arbeiterklasse.

Ressortleiter Reise