Der Hafen Neufeld im Süden Dithmarschens ist bis voraussichtlich Ende April 2027 nur eingeschränkt nutzbar. Nach Angaben des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz drohte die dortige Spundwand abzusacken. Die Arbeiten am Deichfuß laufen noch bis Mitte Oktober und kosten rund zwei Millionen Euro. Mit den Sicherungsarbeiten sind einige Liegeplätze im Hafen weggefallen. Allerdings fände sich neben Dauerliegern dennoch auch immer noch ein Plätzchen für Gastlieger, so die Hafenmeisterin auf Nachfrage.
Die Gemeinde Neufeld will die Bauphase nutzen, um die Anlage für die Zukunft neu aufzustellen. Geplant ist eine neue Schwimmsteganlage für Segel- und Fischerboote. Erste Vorbereitungen sind bereits getroffen: Im Zuge der Sicherungsarbeiten wurden Dalben gesetzt, an denen die neuen Stege später befestigt werden sollen.
Nach Angaben von Bürgermeister Michael Lucks hat die Gemeinde dafür bereits rund 200.000 Euro investiert. Weitere 500.000 Euro stehen für die Schwimmstege und die erforderlichen Brücken bereit. Ob diese Summe am Ende ausreicht, ist derzeit noch offen. Wenn alles nach Plan läuft, könnte der Hafen nach Ende der Sturmflutsaison Ende April 2027 mit mehr Liegeplätzen wieder eröffnen.
Der Hafen Neufeld liegt am südlichsten Zipfel Dithmarschens im Bereich der Elbmündung. Er ist Heimathafen für Sportboote, Segler und Hobbyfischer und liegt in einem naturbelassenen Vorland, in dem unter anderem Gänse, Schafe und zahlreiche Wildtiere anzutreffen sind. Die Hafeneinfahrt ist von See kommend durch Pricken markiert.
Der Sportbootclub Neufeld nennt rund 50 Liegeplätze für Sportfischer und Segelboote und ist stark tideabhängig: Mit Booten bis 1,40 Meter Tiefgang kann die Zufahrt nach Angaben des Vereins etwa zwei Stunden vor bis eine Stunde nach dem mittleren Hochwasser in Brunsbüttel passiert werden. Bei Niedrigwasser fällt der vordere und hintere Bereich des Hafenbeckens trocken. Der mittlere Bereich ist für Kielboote nicht geeignet. Für Gastlieger bietet der Verein unter anderem Sanitäranlagen, Frischwasser, Strom, Grillmöglichkeit, Mastkran und eine Slipanlage. Direkt am Hafen befinden sich außerdem zwei Gaststätten. Auch frische Krabben gehören zum typischen Hafenbild: Einige Hobby- und Nebenerwerbsfischer, sogenannte „Lüttfischer“, verkaufen ihren Fang direkt vor Ort. Mit der geplanten neuen Steganlage soll der kleine, naturnahe Hafen künftig wieder Anlaufpunkt für Segler und Motorbootfahrer an der Elbmündung werden.

Redakteurin Reise
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