Nach Angaben der Polizei befand sich das Ehepaar am Mittwochabend (05.08.2026) mit einem Motorboot auf dem Bodensee. Wegen eines aufziehenden Gewitters machten sich die beiden auf den Rückweg in ihren Heimathafen. Noch bevor sie ihn erreichten, verschlechterten sich die Bedingungen jedoch dramatisch.
Starkregen und hoher Wellengang erschwerten die Situation. In diesem Moment ging die 65-Jährige über Bord. Ihr 68-jähriger Ehemann verlor sie in den Wellen aus den Augen und setzte umgehend einen Notruf ab.
Wegen des großen Suchgebiets vor Kressbronn lösten die Behörden einen internationalen Seenotalarm aus. An der Suche beteiligten sich rund 200 Einsatzkräfte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Im Einsatz waren unter anderem Wasserschutzpolizei, Wasserpolizei Österreich, Seepolizei Schweiz, Feuerwehr, DLRG und SLRG. Auch ein Hubschrauber sowie eine Suchhundestaffel unterstützten die Rettungsmaßnahmen.
Die aktive Suche wurde am Mittwochabend gegen 21.45 Uhr eingestellt. Am Donnerstagmorgen entdeckten zwei Zeugen vor Langenargen eine leblose Person im Wasser. Einsatzkräfte bargen die Frau, ein Notarzt konnte jedoch nur noch ihren Tod feststellen. Die Identifizierung bestätigte, dass es sich um die Vermisste handelte.
Der Unfall ereignete sich während einer Wetterlage, wie sie auf Alpenseen regelmäßig vorkommt. Besonders im Sommer können Gewitterzellen innerhalb kurzer Zeit kräftige Böen, Starkregen und steilen Wellengang erzeugen. Auch Föhnlagen können den Bodensee innerhalb weniger Minuten von ruhigen Bedingungen in ein anspruchsvolles Revier verwandeln.
Für den Bodensee existiert deshalb ein einheitliches Sturmwarnsystem. Entlang des Ufers informieren orangefarbene Warnleuchten über die aktuelle Wetterlage. Sie arbeiten in zwei Stufen: Bei einer Starkwindwarnung blinken die Leuchten 40-mal pro Minute, bei einer Sturmwarnung 90-mal pro Minute. Das Warnsystem deckt die drei Seebereiche West, Mitte und Ost ab und ist während der Wassersportsaison in der Regel zwischen Anfang April und Ende Oktober täglich von 6 bis 22 Uhr in Betrieb.

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