Die lange Geduldsprobe für Wassersportler am Hooksmeer geht zu Ende: Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten soll die Schleuse Hooksiel am Mittwoch, 20. Mai 2026, wieder für den Schiffsverkehr freigegeben werden. Ein ungewöhnlich harter Winter mit langen Eisperioden hatte die Bauarbeiten deutlich verzögert.
Seit dem 13. Oktober 2025 war die Schleuse wegen umfangreicher Sanierungsarbeiten für den Schiffsverkehr gesperrt – eine echte Einschränkung für Segler und Motorbootfahrer, die das Hooksmeer ansteuern oder dort ihre Liegeplätze haben. Nun soll sie ab Mittwoch, den 20. Mai 2026 wieder ihre Tore öffnen.
Die 1975 erbaute Schleuse verbindet den Außenhafen mit dem künstlich geschaffenen Hooksmeer, an dessen Ende auch der beliebte Alte Hafen des Sielorts liegt. Das geschützte Hooksmeer ist für viele Wassersportler aus ganz Deutschland ein beliebter Liegeplatz, sicher vor Tide und Wetter. Mehr als 600 Sportboote sind in dem Binnentief beheimatet – für ihre Eigner ist die 70 Meter lange und knapp acht Meter breite Schleusenkammer die einzige Passage zur Jade.
Die Schleuse Hooksiel wird bereits seit 2023 durch die landeseigene Hafengesellschaft Niedersachsen Ports (NPorts) modernisiert. Die umfassenderen Bauarbeiten starteten im September 2024, als NPorts mit der schrittweisen Sanierung sämtlicher Stemmtorpaare (Torlinien) begann. Insgesamt verfügt die Schleuse über fünf Torlinien, die bis 2028 modernisiert und damit auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden.
Bereits im vergangenen Jahr war die Schleusenkammer trockengelegt worden, damit Fachfirmen die schweren Stemmtore ausbauen konnten. Inzwischen sind mehrere Torpaare zurück an ihrem Platz. Videos und Bilder von Niedersachsen Ports zeigen, wie die tonnenschweren Konstruktionen per Spezialkran eingesetzt wurden.
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Schon in den vergangenen Jahren bedeuteten die fortlaufenden Modernisierungen erhebliche Einschränkungen für Sportbootfahrer. Die Schleuse konnte zeitweise nur bei einem bestimmten Wasserstand öffnen, was die Planungssicherheit für Segler und Motorbootfahrer deutlich einschränkte.
Ursprünglich sollte die Sanierung schneller abgeschlossen sein. Doch der ungewöhnlich harte Winter machte den Bauarbeitern einen Strich durch die Rechnung. Lange Eisperioden erschwerten besonders die Arbeiten mit Stahlbeton, die bestimmte Mindesttemperaturen voraussetzen. Trotz der widrigen Wetterbedingungen wurde nach Angaben von NPorts so weit wie möglich weitergearbeitet.
Die Schleuse ist Bestandteil der Hochwasserschutzlinie. Bestimmte Arbeiten dürfen aus Sicherheitsgründen nicht in der Zeit von Ende September bis Mitte April durchgeführt werden. Ab April bis Ende September nutzen die Segler die Schleuse intensiv, was ein sehr kleines Zeitfenster für Bauarbeiten bedeutet. Aus diesem Grund erfolgen die Arbeiten überwiegend außerhalb der Hauptsaison und in mehreren begrenzten Sperrphasen.
Als Teil der Deichlinie dient sie dem Küstenschutz. Als Verbindung zwischen der Jade und dem Hooksmeer sorgt sie für den Wasseraustausch, der für das Ökosystem des Hooksieler Binnentiefs lebensnotwendig ist, und entwässert den Voslapper Groden mit seinen Industriebetrieben.
Die baulichen Arbeiten in der Schleusenkammer sind mittlerweile – bis auf kleinere Restleistungen – abgeschlossen. Über das Himmelfahrtswochenende läuft die Schleuse im Sielbetrieb. Das bedeutet: Die Schleuse dient ausschließlich der Entwässerung und lässt Wasser vom Binnenland ins Meer abfließen, ist aber noch nicht für die Schifffahrt geöffnet.
Ab Montag, 18. Mai, beginnt dann der finale Probebetrieb unter realen Bedingungen. Es geht vor allem um Arbeiten rund um die erneuerten Stemmtore und die technische Prüfung der Anlage. Die ersten sogenannten Dichtigkeits- und Funktionsprüfungen laufen bereits. Dabei wird kontrolliert, ob die neuen Torlinien sauber schließen und die Technik wie vorgesehen arbeitet. Erst danach kann endgültig entschieden werden, wann die Schleuse wieder in Betrieb geht.
Bei positivem Verlauf erfolgt die Freigabe am Mittwochmittag oder -abend. Wassersportler müssen allerdings damit rechnen, dass es im Rahmen der Restarbeiten noch kurzfristig zu kleineren Sperrzeiten kommen kann.

Redakteurin Panorama und Reise