Kolby KåsNeuer Seglerhafen für Samsø!

Ursula Meer

 · 28.01.2026

Kolby Kås: Neuer Seglerhafen für Samsø!Foto: Visit Denmark
Der kleine Haden Kolby Kås war bis Ende 2025 Ausweich-Fährhafen und bei Seglern wenig beliebt. Mit dem Fährbetrieb ist nun Schluss, für Segler werden neue, geschützte Anlagen gebaut.
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Gute Nachrichten für Dänemark-Segler: Samsø bekommt einen weiteren Freizeithafen. Der Hafen von Kolby Kås wird mit zwei neuen Wellenbrechern und 22 Liegeplätzen ausgestattet. Damit entsteht an der Westküste der beliebten Insel ein lang ersehnter, geschützter Anlaufpunkt – pünktlich zur Saison 2026.

Wer Samsø kennt, weiß: Die grüne Insel mitten im Kattegat ist ein Segelparadies – mit herrlichen Ankerbuchten, entspanntem Inselfeeling und der berühmten dänischen Gastfreundschaft. Bislang fehlte es allerdings an der windigen Westküste bei Kolby Kås an einem wirklich geschützten Hafen. Das soll sich jetzt grundlegend ändern.

Aus Fährhafen wird Seglerparadies

Kolby Kås ist bei Seglern nicht gerade die erste Adresse auf Samsø; wohler fühlen sie sich in Ballen, Mårup oder Langør. Bisher ist der Hafen für einen Nachtstopp vielleicht okay, als graue Betonwüste aber davon abgesehen weniger zu empfehlen. Es gibt so gut wie nichts außer dem Anleger und ein paar Boxen, keinen Supermarkt und nur ein Café mit eingeschränkten Öffnungszeiten. Das soll sich nun ändern: Kolby Kås möchte attraktiver werden.

Nachdem 2025 der letzte Fährbetrieb eingestellt wurde, hat die Hafenverwaltung große Pläne: Kurz vor Weihnachten wurde der Vertrag mit einem Bauunternehmen unterschrieben. Es soll im Frühjahr 2026 zwei massive Wellenbrecher installieren, die die Dünung und den oft kräftigen Westwind effektiv abhalten.

„Endlich können Segler hier ruhig durchschlafen“, freut sich Anders D. Lassen, Vorsitzender der Hafen-Aktiengesellschaft. „Die Wellenbrecher werden die Bedingungen komplett verändern. Letztendlich geht es uns um das, was Segler wirklich brauchen: nächtliche Ruhe, Komfort und Sicherheit.“

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Moderne Ausstattung für entspanntes Anlegen

Das südliche Hafenbecken wird speziell für Freizeitsegler umgestaltet: Ein 30 Meter langer Wellenbrecher aus Pfählen und Steinschüttung schließt das Becken ab, zusätzlich sorgt eine 20 Meter lange Pfahlreihe für extra Schutz. An der Westmole entstehen 22 neue Liegeplätze mit Strom- und Wasseranschluss. Gastlieger sollen ebenso willkommen sein wie Dauerlieger, die einen festen, geschützten Liegeplatz mit guter Infrastruktur suchen.

Die Bauarbeiten sollen im März starten und schon bis April abgeschlossen sein – so werden die im Sommer oft knappen Kapazitäten auf Samsø schon in dieser Saison ein wenig erweitert. Das nördliche Becken bleibt übrigens weiterhin für kleinere Frachtschiffe nutzbar.

Warum sich der Abstecher nach Kolby Kås lohnen kann

Kolby Kås liegt im Südwesten von Samsø, abseits der Hauptrouten – genau richtig für alle, die das authentische, ruhige Inselleben suchen. Der kleine Ort bietet den perfekten Ausgangspunkt für Radtouren über die flache Insel. Auch zum nächsten Strand sind es nur ein paar Minuten.

Die ganze Insel ist bekannt für ihre nachhaltigen Projekte – Samsø ist Dänemarks erste CO2-neutrale Insel – und für fantastische lokale Produkte: frische Kartoffeln, Bier von der Inselbrauerei, Biofleisch. In der Hochsaison kann es in den beliebteren Häfen wie Ballen und Langør schon mal eng werden. Kolby Kås kann dann eine gute Alternative sein.

Neues Leben im alten Hafen

Der Hafen von Kolby Kås kann auf eine lange Geschichte zurückblicken: Bereits 1884 wurde er fertiggestellt und über Jahrzehnte kontinuierlich erweitert – mit neuen Piers, Kaimauern und Gebäuden für den Güter- und Personenverkehr.

Von 1908 bis 1998 legten hier die Fähren der DSB (Danske Statsbaner, die Dänischen Staatsbahnen) an, danach übernahm Samsø Linien die Strecke nach Kalundborg bis 2010. In den letzten 15 Jahren diente Kolby Kås noch als Ausweichhafen für Fährverbindungen nach Seeland und Jütland. Nachdem mehr als 140 Jahre lang die gewerbliche Schifffahrt das Sagen hatte, soll nun mit dem Seglerhafen ein neues Kapitel beginnen.

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