OstseeVorsicht vor Kerteminde!

Andreas Fritsch

 · 14.07.2022

Ostsee: Vorsicht vor Kerteminde!Foto: Kai Bergfeld
An der Südeinfahrt zum Hafen wird gearbeitet, die Zufahrt ist gesperrt und nicht leicht erkennbar durch gelbe Tonnen gekennzeichnet.
Reihenweise laufen dort Yachten auf, weil die Skipper die Südeinfahrt benutzen, doch die ist wegen Bauarbeiten gesperrt. Nur zu erkennen ist das nicht leicht

Mit unschöner Regelmäßigkeit laufen die Yachten zurzeit vor Kerteminde auf. YACHT-Leser Kai Bergfeld berichtet, dass sie allein an einem Nachmittag beobachten konnten, wie neun Yachten aufliefen, als sie versuchten, die alte Südeinfahrt zu benutzen. Doch die ist derzeit wegen Bauarbeiten zur Verlegung der Süd-Mole weiter seewärts komplett gesperrt, es darf nur die Nordeinfahrt benutzt werden. Denn die alte Mole ist bislang nur teils abgetragen, die Reste liegen tückisch unter der Wasserlinie. Das Problem dabei: Die Kennzeichnung ist von See kommend nicht gut zu deuten, so richtig klar wird es vielen nur, wenn man in einer aktualisierten Navi-App oder elektronischen Seekarte die exakte Lage des Sperrgebietes sieht.

Um das Gebiet zu kennzeichnen, wurden eine Reihe von gelben Sperrgebiets-Tonnen ausgelegt, die aber schwer zuzordnen sind, wenn man einläuft. Die Baggerfahrer der Baustelle versuchen zwar, viele Crews durch Hupen und Winken noch vor dem Auflaufen zu bewahren, doch nicht immer reagieren sie noch rechtzeitig, sodass viele Yachten dort unsanft aufbrummen.

Gestern soll laut einem YACHT-Leser vor Ort sogar stundenlang Segler aus Kerteminde ankommende Yachten von einem Motorboot aus gewarnt haben, da die Baustelle auch nach Ansicht der Locals nicht eindeutig genug gekennzeichnet ist. In drei Stunden konnten 20 Yachten so vor der Grundberührung bewahrt werden, 5 liefen dennoch auf. Der Hafenmeister habe sich für die schlechte Kennzeichnung der Baustelle entschuldigt, doch die läge in den Händen der Baufirma. Die soll nun provisorisch einige Kugelfender direkt auf den Resten der alten, unter Wasser liegenden Mole ausgelegt haben.

  Das Sperrgebiet in der Navi-App des NV-VerlagesFoto: NV CHarts Das Sperrgebiet in der Navi-App des NV-Verlages

Zwar gab es eine offizielle Nachricht samt Karte des Sperrgebietes in den entsprechenden nautischen Veröffentlichungen, doch Segler, die mit nicht aktualisierten Material unterwegs sind, wissen das teils nicht. Der NV-Verlag hat eine gute POI-Seite dazu eingerichtet, die man hier ansehen kann. Sie macht Lage und Größe des Sperrgebites gut sichtbar.

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  Aushang im Hafen von KertemindeFoto: Kerteminde Aushang im Hafen von Kerteminde

Wer eine aktualisierte Ausgabe einer Navi-App nutzt, sollte die Bauarbeiten in der Karte finden. Der NV-Verlag aus Eckernförde beispielsweise hat die Bauarbeiten durch einen Warnhinweis samt Karte des Sperrgebietes in seiner App hinterlegt.

Andreas Fritsch

Andreas Fritsch

Freier Autor

Andreas Fritsch segelte seit Kindesbeinen an, erst mit der Jolle, später mit eigenen Kielschiffen auf der Elbe und der Ostsee. Ab 1997 arbeitete er für die YACHT, ab 2001 schwerpunktmäßig im Bereich Reise und Charter. Er war in fast allen Revieren weltweit unterwegs und gilt als Charter-Experte. Er hat zwei Revierführer für das Mittelmeer geschrieben. Seit einigen Jahren segelt er mit einem GFK-Klassiker vom Typ Grinde auf der Ostsee und arbeitet aktuell als Freier Autor für YACHT und BOOTE.

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