Ostsee
Das Aus für Flakfortet

Die Festungsinsel vor Kopenhagen im Sund ist ein beliebter Stop bei Seglern. Nun wird der Hafen wegen irrwitziger Museumsauflagen geschlossen

  • Andreas Fritsch
 • Publiziert am 17.04.2018
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flakfortet.com Das Aus für Flakfortet

Bis zu 50 000 Besucher hatte der sehr originelle und völlig isoliert gelegene Anleger jedes Jahr, und viele davon waren Fans der Insel. Doch nun kommt völlig überraschend das Aus für die kleine Marina. Die dänische Museumsverwaltung Slots- og Kulturstyrelsen hat zur Umsetzung des neuen Gesetzes "Museums Act" verfügt, dass das denkmalgeschützte Militär-Fort auf dem Inselchen in den Zustand von 1995 zurückgebaut werden muss, da die Umbauten des neuen Betreibers Malmekranen AB dem Museumscharakter zuwiderlaufen.

Die Betreiber hatten das Gelände stark verwahrlost von der Museumsverwaltung übernommen und rund zwei Millionen Euro investiert, unter anderem in Sanitäranlagen für die Segler, Infrastruktur, ein Restaurant und eine Fährlinie von Kopenhagen zur Insel. Als Allererstes müssen nun die Sanitäranlagen abgebaut werden, womit der Hafen nicht mehr nutzbar ist und wohl schon in dieser Saison nicht mehr zur Verfügung steht. Auf der  Facebook-Seite des Betreibers bedauert man die Entscheidung und kündigt die Schließung an.

Die dänische Seglergemeinde zeigt sich in den Kommentaren auf der Facebook-Seite des Betreibers fassungslos über den bürokratischen Kurs der Regierung. Denn vor dem Verkauf der Insel, die jahrelang von einem Staatsfond betreut wurde, waren die Anlagen auf der Insel verfallen. Ob der Sturm der öffentlichen Entrüstung die Schließung noch verhindern kann, ist zurzeit völlig unklar.

Die Festungsinsel war 1910 vor der nur vier Meter tiefen Untiefe Saltholm Flak gebaut worden und ermöglichte es, von See aus die Zufahrt nach Kopenhagen zu sichern. Mehr Infos zur Insel auf der Webseite des Betreibers .


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Themen: DänemarkDenkmalschutzFlakfortetgeschlossenHäfenInselKopenhagen

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