WettfahrtenYACHT Speeeed Challenge 2022: Beherzte Rekordversuche, neuer Bestwert: 22,5 kn!

Jochen Rieker

 · 30.05.2022

YACHT Speeeed Challenge 2022: Beherzte Rekordversuche, neuer Bestwert: 22,5 kn!Foto: Kassian Jürgens/Baltic 500

Bei der Baltic 500 lag es in der Luft. Auch sonst begaben sich einige Crews auf die Jagd. Mit dabei, aber nicht mehr ganz vorn: Wolle Heibeck auf "Black Maggy"

Sieht so aus, als würde die YACHT Speeeed Challenge ein Battle der Class 40. Zumindest aktuell liegen die Offshore-Renner vorn: Erst übersprang Simon Koster auf seiner "Banque du Léman" im Solo-Training vor Lorient mal eben die 20-Knoten-Marke.

  Selfie im Vollglitsch: Co-Skipper Martin Buck von Speedsailing und "Red"-Eigner Mathias Müller von BlumencronFoto: Martin Buck
Selfie im Vollglitsch: Co-Skipper Martin Buck von Speedsailing und "Red"-Eigner Mathias Müller von Blumencron

Jetzt haben Mathias Müller von Blumencron und sein Co-Skipper Martin Buck beim Baltic 500 nachgelegt. Auf den B&G-Displays sahen die beiden bis zu 23 Knoten. Ihr Navigationsprogramm von Adrena speicherte dagegen "nur" 22,5 Knoten ab, wie ein Screenshot belegt – der neue Referenzwert. Da heulte die "Red" und hob sauber den Rumpf aus der Ostsee, dass es nur so spritzte.

Es war nicht die einzige Schiffsmeldung, die in den vergangenen Tagen bei uns einging. Michael Hoefgen von der JPK 10.30 "Lightworks" erreichte mit Co-Skipper Max Gurgel nicht minder beeindruckende 21,4 Knoten. Auch die Dehler 30 od und die andere JPK 10.30 im Feld, die nach ORC siegreiche"Hinden", loggten Werte um und über 20 Knoten. Jocky Christophers auf seiner Archambault A 35 "Fliege 3" kam auf 19,5 Knoten.

  Ließen es krachen, bis vier Segel aus den Lieken flogen: Michael Hoefgen und Max Gurgel auf der "Lightworks"Foto: Kassian Jürgens/Baltic 500
Ließen es krachen, bis vier Segel aus den Lieken flogen: Michael Hoefgen und Max Gurgel auf der "Lightworks"

Dabei sollen aber andere, vergleichsweise diesseitige Versuche nicht unter den Tisch fallen. Andreas Grasteit und Thomas Panten, die auch kaum eine Zweihand-Regatta auslassen, erreichten auf der schon etwas betagteren X-332 "Grace" zwischen Kiel und Langeland unter einfach gerefftem Groß und kleinem Spi respektable 16,2 Knoten. Für ein Video hatten sie dabei keine Hand frei. Aber zum Glück ließen Tim und Thomas Katscher auf ihrer Elan 350 "Smile" nebenan die Kamera mitlaufen, sodass auch dieser Ritt im Bewegtbild festgehalten wurde.

Sonntag war übrigens auch Wolle Heibeck mal wieder draußen, der Erste, der unsere Herausforderung annahm. Bei 6 Beaufort knackte seine "Black Maggy" fast die 19 Knoten. Immerhin 18,9 Knoten stehen jetzt mal in den Büchern. Da kommt aber sicher noch was nach. Cool das Video von ungewohntem Standpunkt: André Engelhard filmte vom großen Bagger "Nordsee".

Und dann bekamen wir noch Post von Jens Thuesen aus der Schweiz. Dessen All-time-High steht um und bei 24 Knoten. Vorigen Samstag kam er mit kleinem Spi auf 21,7 Knoten Fahrt über Grund, die auch dokumentiert sind. Jens trank dabei in Allerseelenruhe einen Becher Kaffee. Er sprach von "gemütlichem Überführungs-Segeln", denn auf einem Trimaran wie seinem Dragonfly 40 seien 20 plus Knoten "daily business". Auch 25 Knoten sind in der Spitze drin, glaubt er. Darauf warten wir gespannt!

  Lockeres Warmlauf-Tempo für einen Tri: Jens Thuesens Dragonfly 40 im ÜberführungsmodusFoto: Jens Thuesen
Lockeres Warmlauf-Tempo für einen Tri: Jens Thuesens Dragonfly 40 im Überführungsmodus

Bevor sich die Suche nach dem Saison-Höhepunkt vollends ins Nirwana verabschiedet, werden wir die YACHT Speeeed Challenge auf vielfachen Wunsch übrigens splitten. Wie und in welchen Gruppen, geben wir diese Woche bekannt. Nicht dass noch jemand rasch ein Boot ins Reglement baut. Obwohl das fraglos auch seinen Reiz hätte.

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