Der Zeitpunkt kommt etwas überraschend, startet Gitana-Team-Skipper Charles Caudrelier doch erst in wenigen Wochen zum ultimativen Rennen um die Welt gegen fünf andere Ultims: von Brest einhand nonstop um die Welt in der Arkea Ultim Challenge Brest. Das Team gilt als der Top-Favorit für den Sieg, sein Schiff “Edmond de Rothschild” als das am besten entwickelte Boot. Aber genau das scheint der Knackpunkt zu sein: Der 2017 gelaunchte Tri war der erste der Foiling-Generation und ist damit das älteste Boot dieser Art, danach wurden “Sodebo Ultim”, “Banque Populaire XI” und “SVR Lazartigue” gebaut. Bis zu deren Launch gewann das Gitana-Team eigentlich fast alle wichtigen Rennen, dominierte die Klasse bis zum letzten Transat Jacques Vabre scheinbar nach Belieben. Doch jetzt zeichnet sich ab, dass die neueren Boote, die nun langsam ihr Leistungs-Optimum entfalten, in manchen Bedingungen ebenbürtig sind und vielleicht bald besser.
Deshalb haben die Gitana-Team-Besitzer Ariane und Benjamin Rothschild im Rahmen einer Ehrung des Teams für seine Verdienste im nautischen Sektor in Paris angekündigt, dass sie Gitana Nr. 18 bauen werden. Das Boot wird abermals eine Kooperation mit Designer Guillaume Verdier und den Gitana-Ingenieuren, gebaut wird bei CDK in Lorient. Das Schiff soll erneut für Rennen, aber auch Rekorde benutzt werden, nach zwei gescheiterten Versuchen dürfte vor allem die Jules-Verne-Trophy für die schnellste Weltumsegelung mit Crew auf dem Zettel stehen.
Angekündigt wird ein verbessertes Konzept vor allem für die Segel, die Foils und auch die Aerodynamik. Dabei wird auf die neue “visibility rule” der Ultim-Klasse verwiesen. Dabei ging es vermutlich um den langen Streit, den es um François Gabarts “SVR Lazartigue” gab. Das Boot hat das Cockpit unter einem Flushdeck für den Steuermann, und für die Trimmer gibt es nur kleine Plexiglaskuppeln für die Sicht. Die erfüllten nicht die 360-Grad-Sicht, die die Crew beim Segeln haben muss. Nach sogar gerichtlichem Streit musste Gabart sein Schiff teils umbauen. Scheinbar gibt es in dieser Hinsicht nun einen Kompromiss, der aerodynamisch optimalere Cockpits erlaubt.
Zeichnungen gab es von dem neuen Boot leider noch nicht zu sehen, der Zeitplan lässt nur erkennen, dass es erneut ein Trimaran wird: Im Januar beginnt der Bau der beiden Beams, ab April der Bau des Mittelrumpfes, und ab Mai werden die Schwimmer gefertigt. Ab November 24 beginnt dann der Zusammenbau des gigantischen Puzzles, im September 2025 soll Stapellauf sein.
“Edmond de Rothschild”-Skipper Charles Caudrelier sagte in Paris:
“Seit ich 2019 als Skipper dem Team beigetreten bin, ist die Zeit wie im Flug vergangen. Wir haben das große Glück, auf diese Weise eine Reihe von Projekten und Rennen bewältigen zu können. Dieses Boot hat meine Karriere und meinen Wunsch, wieder offshore zu segeln, neu belebt. Nach meinen Volvo Ocean Races, die sowohl persönlich als auch beruflich hart waren, verspürte ich ein Gefühl der Müdigkeit. Beim Segeln auf dem Maxi ‘Edmond de Rothschild’ wurden die Karten jedoch die ersten Male neu gemischt. Dieses Boot ist fabelhaft! Der Gewinn der Route du Rhum war ein Traum, dieser Sieg wird immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben, genau wie mein Sieg beim Solitaire du Figaro. Die Ankündigung des Baus eines neuen Maxi ist zwangsläufig eine große und wunderbare Neuigkeit.”
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