Die Travemünder Woche ist am Montag, 20. Juli 2026, an eine Grenze geraten, die Regattasegler gut kennen, die aber selten so deutlich sichtbar wird: Nicht jeder segelbare Wind reicht für ein sicheres Regattaprogramm. Vor Travemünde blieb nach Regen und nachlassendem Wind vor allem die Welle das Problem.
Schon bei der Frühbesprechung der Wettfahrtleitung war klar, dass der dritte Regattatag schwierig werden würde. Zunächst ging für alle Klassen der rot-weiß gestreifte Antwortwimpel hoch, das Signal für Startverschiebung. Im Tagesverlauf hörte der Regen auf, der Wind nahm etwas ab. Die kurze, steile Welle blieb.
Die Entscheidung fiel auf mehreren Bahnen nicht nur wegen der Bedingungen für die Segler. Nach Angaben der Travemünder Woche konnten Crews der Startschiffe ihre Boote auf einzelnen Regattabahnen nicht zuverlässig verankern. Damit fehlte die Grundlage für reguläre Starts.
Betroffen waren unter anderem die RS Tera und die RS 500, die im Rahmen der RS Games ihre internationalen Meisterschaften austragen. Auch auf der Medienbahn gab es Probleme. Die Crew des Zürcher Yacht Clubs nahm zweimal Anlauf, musste aber beide Male abbrechen, weil der Anker nicht hielt. Die Rennen der J/22 und H-Boote wurden daraufhin abgesagt.
Für die J/22 und H-Boote bedeutete die Absage zugleich das Ende ihrer Travemünder Woche. Die Ergebnisse vom Vortag blieben bestehen.
Bei den J/22 gewann Wolf Jeschonnek aus Berlin mit Frank Sturm und Klaus Lund erstmals die German Open. Jeschonnek war bereits mehrfach in Travemünde am Start, darunter einmal bei der Weltmeisterschaft und dreimal bei den German Open. Nach dem knapp verpassten Erfolg im Vorjahr habe er sich noch intensiver mit dem Trimm beschäftigt, sagte er dem Veranstalter. Am Montag wäre seine Crew gern noch gesegelt, die Welle sei aber „wirklich grenzwertig“ gewesen.
Auf den weiteren Podiumsplätzen folgten die Hamburger Teams um Thorsten Spötter und Andreas Dillmann.
Bei den H-Booten gewann die Berliner Familiencrew Holger, Jan und Uwe Köhne. Drei Siege und zwei dritte Plätze reichten zum Gesamterfolg vor den Berliner Mannschaften um Andreas Krause und Jens Hanisch.
Die aktuellen Tabellen der laufenden und beendeten Klassen sind über die offiziellen Ergebnisse auf Manage2Sail abrufbar.
Nicht alle Felder mussten an Land bleiben. Die Finn-Dinghys brachten immerhin eine Wettfahrt ins Ziel. An der Spitze änderte sich nichts: André Budzien aus Schwerin gewann erneut vor Fabian Lemmel aus Berlin. Sein Vorsprung blieb mit einem Punkt allerdings knapp. Bis zu drei Rennen standen zu diesem Zeitpunkt noch aus. Auf Rang drei folgte Jürgen Eiermann aus Rastatt mit Abstand zur Spitze.
Für die Vaurien begann am Montag die Weltmeisterschaft. Die Klasse startete mit einem langen Wettfahrttag, der bis in den Abend dauerte. International auffällig war unter anderem die Teilnahme zweier Teams aus Angola. Die weit gereisten Crews sind Travemünde nicht völlig fremd: Schon bei der Vaurien-WM 2018 waren Teams aus Angola auf der Ostsee dabei.
Team-Coach Vicente Mendonça verwies laut Veranstalter darauf, dass seine Segler Wind und Welle vom Training auf dem Atlantik gewohnt seien. Nach den ersten drei Wettfahrten lagen die Italiener Olmo Cerri und Giola Bertolani mit drei Siegen in Serie vorn.
Besonders groß ist das Programm der RS-Klassen. Mit rund 200 Booten stellen die RS Aero das größte Feld der Veranstaltung. Seit Montag laufen in den Aero-Klassen 5, 6, 7 und 9 die Europameisterschaften und Jugendweltmeisterschaften. Die Felder segelten bis in die Abendstunden, weshalb Ergebnisse erst spät vorlagen.
Wer den sportlichen Stellenwert der RS-Klassen in Travemünde einordnen möchte, findet hier den YACHT-Hintergrund dazu, warum die RS Games 2026 in Travemünde eine Schlüsselrolle spielen.
Die RS Venture Connect fanden eine andere Lösung. Sie wichen für ihre Europameisterschaft in die Pötenitzer Wiek aus und konnten dort ein umfangreicheres Programm segeln. In der gelben Gruppe überzeugten die Spanier Pau Toni Homar und Ramón Gutierrez mit konstant guten Ergebnissen und zählen damit zu den Favoriten.
Für weitere RS-Klassen wurde der Montag dagegen zum Wartetag. RS Tera und RS 500 blieben wegen der Ankerprobleme ohne Rennen. Für beide Klassen waren am folgenden Abschlusstag vier Wettfahrten geplant. Auch RS 700 und RS 800 verbuchten am Montag keine neuen Wettfahrten, für sie standen jeweils drei Rennen auf dem Plan.

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