Die Travemünder Woche 2026 war nach Angaben der Veranstalter sportlich so umfangreich wie seit der Corona-Zeit nicht mehr. Nach zehn Regatta- und Festivaltagen zogen die Organisatoren eine starke Bilanz: 26 Wettbewerbe, 274 gesegelte Rennen, 870 Boote und 1600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Damit hat die 137. Ausgabe der Traditionsveranstaltung wieder eine Größe erreicht, die für die Organisation an Land und auf dem Wasser spürbar anspruchsvoll war.
Der sportliche Schwerpunkt lag auf den RS Games. Erstmals wurde das Format außerhalb Großbritanniens ausgetragen. Zwölf RS-Klassen waren mit 619 Booten und 945 Seglerinnen und Seglern aus 29 Nationen am Start.
Für Travemünde war das mehr als ein großes Klassenpaket. Die RS-Flotten brachten junge Crews, internationale Felder und sichtbar viel Atmosphäre an die Ostsee. Besonders die RS Feva stellte als größte Klasse ein starkes Feld. Den Weltmeistertitel in der RS Feva XL gewannen die Briten Cassius Day und Harry O’Callaghan vom Royal Victoria Yacht Club auf der Isle of Wight.
Auch in weiteren RS-Klassen dominierten britische Teams. Jan Pickard und Laurie Callaghan sicherten sich den EM-Titel in der RS 200, John Reekie und Justin Denny gewannen EM-Gold in der RS 400.
Auch am Schlusstag wurde trotz Regen noch einmal voll gesegelt. In acht Klassen standen 19 Wettfahrten auf dem Programm, bevor die Teams am Nachmittag zu Kränen, Slipanlagen und Siegerehrungen wechselten.
Insgesamt kamen Siegerinnen und Sieger aus sieben Nationen auf das oberste Podest: Deutschland, Großbritannien, Italien, Spanien, Schweden, Australien und Kanada. Die offiziellen Detailresultate sind über die offiziellen Ergebnisse der Travemünder Woche abrufbar.
Zu den deutschen Erfolgen gehörte der Sieg von Jesse und Sven Lindstädt in der Formula 18. Das Hamburger Vater-Sohn-Team setzte sich in Abwesenheit der Travemünder-Woche-Rekordsieger Helge und Christian Sach vor internationaler Konkurrenz durch.
Bei den Drachen stand die Hamburger Crew um Benjamin Morgen bereits vor dem letzten Tag als Gesamtsieger der Norddeutschen Meisterschaft fest. In der ORC-Wertung der Mittelstrecke gewann die „Patent 4“ von Jürgen Klinghardt aus Lübeck. Die rund 23 Meter lange „Calypso“ von Gerhard Clausen war zwar als erste Yacht im Ziel, nach berechneter Zeit lag jedoch die „Patent 4“ vorn.
Im RS 21 Euro Cup verschob sich die Spitze am letzten Tag noch einmal. Die favorisierte italienische Crew um Davide Albertini Petroni mit dem zweimaligen Starboot-Weltmeister Diego Negri als Taktiker sprang noch auf Platz eins.
An Land meldeten die Veranstalter ebenfalls eine positive Bilanz. Trotz einzelner Regenschauer und eines nassen Abschlusssonntags erreichte die Travemünder Woche nach eigenen Angaben das Ziel von 600.000 Besucherinnen und Besuchern.
Zum Festivalprogramm gehörten unter anderem Lasershows an der „Passat“ und der Auftritt von Alex Christensen and Friends. Möglich gemacht wurden zusätzliche Programmpunkte laut Veranstalter auch mit Unterstützung des Fördervereins Freunde der Travemünder Woche.
Der Blick der Organisatoren reicht bereits weit über diese Ausgabe hinaus. Für 2027 sind nach Angaben der Travemünder Woche die Gemeinsamen Deutschen Jugendmeisterschaften geplant. Dieses Format wird nur in größeren Abständen vom Deutschen Segler-Verband ausgetragen und dürfte erneut viele junge Crews an die Lübecker Bucht bringen.
Ebenfalls 2027 soll der Drachen-Goldcup im Rahmen der Travemünder Woche ausgesegelt werden. Für 2028 nennen die Organisatoren bereits die Europameisterschaft der 29er und die Weltmeisterschaft der Dart-Katamarane.
Die Travemünder Woche setzt weiter auf die Mischung aus Spitzensport, Nachwuchsregatten und Festival. Ist genau das ihre Stärke oder wird das Paket organisatorisch zu groß? Diskutieren Sie mit in den Kommentaren.

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