Transat Jacques Vabre“La Mettraux” ist eingefangen – Süd-Boote drängen vor

Tatjana Pokorny

 · 15.11.2023

Die Ausreißer sind eingeholt: Justine Mettraux und Julien Villion auf "Teamwork.net"
Foto: Guillaume Gatefait
Der Ausreißversuch von Justine “Juju” Mettraux und Julien Villion auf “Teamwork.net” ist beendet. Die schnellsten Boote der Südgruppe haben die Spitzenreiter im Norden überholt. Mit Thomas Ruyant und Morgan Lagravière auf “For People” und Yoann Richomme und Yann Eliès auf “Paprec Arkéa” hat das 16. Transat Jacques Vabre an Tag neun für die Imoca-Flotte neue Vorreiter

Es hatte sich in den vergangenen Tagen schon abgezeichnet: Der mutige Ausreißversuch von Justine Mettraux und Julien Villion ist beendet. In der Nacht zum 15. November konnten die schnellsten Süd-Imocas “For People” und “Paprec Arkéa” die bis dahin im Norden führende “Teamwork.net” überholen. Während sich die nach tagelanger Führung eingeholte Crew auf “Teamwork.net” beim 33. Grad Nord in unsteten leichten Winden um den “Abstieg” nach Süden bemüht, rasen die Süd-Boote mit Geschwindigkeiten von über 20 Knoten dem Zielhafen Fort-de-France auf Martinique entgegen.

Heißes Süd-Duell beim Transat Jacques Vabre: “For People” und “Arkéa Paprec” ringen um die Imoca-Führung

Die Aufmerksamkeit richtet sich nun vorerst auf die Führungsgruppe im Süden. Angeführt wird sie von Thomas Ruyants “For People” und Yoann Richommes “Paprec Arkéa”. Die aktuelle Spitzenreiterin “For People” war nach ihrem Bau bei CDK Technologies erst Mitte März dieses Jahres zu Wasser gelassen worden. Das Antoine Koch/Finot-Conq-Design zeigt jetzt schon sein riesiges Potenzial. Das gilt auch für “Paprec Arkéa” mit ihrem atypischen Cockpit und dem schlanken Bug aus demselben Konstruktionsbüro. Yoann Richommes Boot der Wahl für seinen ersten Gipfelsturm in der Vendée Globe 2024/2025 war nur drei Wochen vor “For People” getauft worden.

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Sind es nun Transat-Titelverteidiger Thomas Ruyant und der ehrgeizige Yoann Richomme mit ihren Co-Piloten, die den Sieg auf der Kaffeeroute unter sich ausmachen werden? Oder können die Verfolger noch ins Spitzenduell eingreifen? Während die Crew auf “Teamwork.net” am Mittwochvormittag im Norden ums Dranbleiben rang, machten im Süden hinter den Top-Booten auch Ruyants Rennstallgefährte Sam Goodchild und Antoine Koch auf dem Guillaume-Verdier-Design “For the Planet” als Fünfte Druck.

“For the Planet” beeindruckt mit starker Position

Das smarte britisch-französische Duo beeindruckt mit seiner aktuellen Position auf dem bereits vier Jahre alten Imoca. Strecken müssen sich Teams auf “Charal” (4.), “Initiatives Cœur” (6.), “V and B – Monbana – Mayenne” (7.) und “Malizia – Seaexplorer” (8.) am Mittwochmorgen. Alle mit Baujahr 2022, kämpfen sie darum, auf den letzten rund 1.600 Seemeilen noch einmal an die Spitzenreiter heranzurücken. “Malizia – Seaexplorer” zählte dabei an Tag 9 phasenweise zu den schnellsten Booten, hatte aber einen Rückstand von knapp 150 Seemeilen auf “For People” aufzuholen.

Boris Herrmann sagte gegenüber YACHT online, dass er mit einer Zielankunft der ersten Imocas am Sonntag rechnet. Fabrice Amedeo und der Kieler Andreas Baden haben sich auf “Nexans – Art & Fenêtres” im hinteren Teil des Imoca-Feldes inzwischen auf Platz 28 vorgearbeitet. Bei rund 660 Seemeilen Rückstand auf die neuen Foiler an der Spitze kam das Duo auf dem überarbeiteten Owen-Clarke-Non-Foiler von 2007 gut voran. Zu kämpfen haben Fabrice Amedeo und Andreas Baden mit schrillen Kielgeräuschen.

Der Kiel klingt, als würde jemand dauerhaft mit einem Oszillierer oder einer Flex arbeiten” (Andreas Baden)

Andreas Baden berichtete: “Ich hatte ja oben schon angedeutet, dass wir seit heute Morgen und zum Schluss nun dauerhaft hier ein Geräusch am Kiel haben, das klingt, als würde jemand dauerhaft mit einem Oszillierer oder einer Flex arbeiten. Da habe ich dann zum ersten Mal auf der Reise meine Noise-Cancelling-Kopfhörer ausgepackt. Die trage ich sonst nie unter Deck, damit ich höre, wenn Fabrice Hilfe braucht. Und normalerweise auch nicht an Deck. Da genieße ich die Geräusche der Natur, des Wassers und lausche, ob das Boot zufrieden und heil klingt.”

Transat-Premiere: Lennart Burke und Melwin Fink kämpfen

In der Class 40 haben die Sieger der ersten Etappe nun auch die Führung auf der zweiten Transatlantik-Etappe zurückerkämpft: Ambrogio Beccaria und Nicolas Andrieu liegen zu Beginn des zehnten Class-40-Tages auf See wieder vorn. Dahinter greifen mit nur sechs und 13 Seemeilen Rückstand die Crews auf “Ibsa” und “Group Sncf” an.

Für Lennart Burke und Melwin Fink bleibt der 19. Platz vorerst wie Beton stehen. Nach den starken Flautenverlusten haben die beiden Neu-Hamburger Jungprofis fast 140 Seemeilen Rückstand auf die vor ihnen auf Platz 18 liegende “Edenred” angesammelt, waren allerdings am Mittwochmorgen mit bis zu zwei Knoten schneller unterwegs. “Wir kämpfen weiter”, hat Melwin Fink angekündigt. Das kann man im Tracker sehen.


Das Transat Jacques Vabre im Live-Tracking verfolgen:

Empfohlener redaktioneller Inhalttransat-jacques-vabre.geovoile.com

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Tatjana Pokorny

Tatjana Pokorny

Freie Reporterin Sport

Tatjana „tati“ Pokorny ist Autorin von neun Büchern. Sie arbeitet als Reporterin für die YACHT, berichtete unter anderem von neun Olympischen Spielen, als Korrespondentin für die Deutsche Presse-Agentur (DPA), das Hamburger Abendblatt sowie weitere nationale und internationale Medien. Kernthemen sind der America's Cup, das Ocean Race, die Vendée Globe, SailGP und weitere nationale und internationale Regatten und ihre Protagonisten. Lieblingsdisziplin: Portraits von und Interviews mit Segelsportpersönlichkeiten.

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