Im 16. Transat Jacques Vabre herrscht vor dem Sonntagsfinale der Imoca-Besten weiter Hochspannung. Zwar scheint es, als sei der Kampf um die vorderen Plaätze zwischen den so spektakulär agierenden Nord-Ausreißern Justine Mettraux und Julien Villion auf “Teamwork.net” und den seit Tagen im Süden führenden Booten zugunsten Letzterer entschieden. “For People” mit Titelverteidiger Thomas Ruyant und Morgan Lagravière führte das Feld am Samstagmittag mit rund 90 Seemeilen vor “Paprec Arkéa” und den nicht locker lassenden Rennstall-Kollegen auf “For the Planet” an – steht das Podium?
Justine könnte sich genau vor uns auf Platz sechs einreihen” (Boris Herrmann)
Die in der vergangenen Woche im kalten und stürmischen Norden so beherzt segelnden Justine Mettraux und Julien Villion haben aber noch alle Chancen, von ihrem siebten Platz aus weiter nach vorn vorzurücken. Boris Herrmann, mit Will Harris auf “Malizia – Seaexplorer” am Samstagmittag als Sechste auf Kurs Fort-de-France unterwegs, sagte YACHT online: “Justine könnte sich genau vor uns auf Platz sechs einreihen. Das wäre momentan meine Wette. Sie kann direkten Kurs segeln, wir müssen bis ins Ziel noch halsen.” Wer wird die Bugnase im Ziel vorn haben: “Teamwork.net” oder “Malizia – Seaexplorer”?
Spannend bleibt es auch im Kampf um die weiteren Top-Ten-Plätze, auf denen sich erstmals gleich drei starke Skipperinnen mit ihren Mixed-Teams einreihen könnten. Neben “Teamwork.net”-Jägerin Justine Mettraux sind das “Initiatives Cœur”-Skipperin Samantha Davies und “L’Occitane en Provence”-Skipperin Clarisse Crémer. Sam Davies ringt mit Ocean-Race-Sieger Jack Bouttell an ihrer Seite am Vorschlusstag fast Bug an Bug mit den furiosen Jérémie Beyou und Franck Cammas auf “Charal” um Platz vier. Clarisse Crémer segelte dem Karibikziel am 18. November mit Co-Pilot Alan Roberts als Neunte entgegen.
Dafür, dass das Boot noch kaum erprobt ist und Fabrice und ich wenig zusammen trainiert haben, sind wir sehr zufrieden” (Andreas Baden)
Weiter auf Platz 28 streben Fabrice Amedeo und der Kieler Andreas Baden der Ziellinie vor Fort-de-France entgegen. Baden rechnet bei seiner Transat-Premiere für sein Team bei rund 1.430 Seemeilen bis ins Ziel vor Fort-de-France mit einer Ankunft am 23. November. Sein aktueller Bericht von Bord am Samstagmorgen:
“Hier ist die Stimmung super. Fabrice und ich genießen unsere gemeinsame Zeit auf See und sind gut gemeinsam im Flow. Leider haben sich für uns aufgrund des konservativen Segelns in den ersten zwei bis drei Tagen des Rennens im weiteren Verlauf vor der spanischen und portugiesischen Küste einige Wetterfenster geschlossen oder schon deutlich verschlechtert. Womit es uns dann schwerfiel, jetzt da im Feld zu sein, wo wir gerne wären. Aber dafür, dass das Boot noch kaum erprobt ist und Fabrice und ich wenig zusammen trainiert hatten, sind wir sehr zufrieden.
So schaffen wir es – meist auch in besseren Windwinkeln – regelmäßig im Schnitt ein bis zwei Knoten schneller unterwegs zu sein als die nächsten Imocas im Umfeld. Routingmäßig scheint sich momentan eher die Nordroute für die Boote unserer Geschwindigkeits- und Potenzialgruppe als positiv zu zeigen. Aber wir kennen das Spiel ja: abgerechnet wird im Ziel! Und auf der Nordroute hatten tatsächlich auch einige Boote technische Probleme und Schäden, was wir aufgrund des engen Zeitplans mit Blick auf die Retoure à la Base und die Bedeutung dieser Rückregatta unbedingt vermeiden wollten.”
In der Class 40 blieben Ambrogio Beccaria und Nicolas Andrieu auch zum Wochenende souveräne Spitzenreiter. Bei 1.100 Seemeilen bis ins Ziel hielten sie einen Vorsprung von 15 Seemeilen auf Alberto Bona und Pablo Santurde auf “Ibsa”. Die Sign for Com”-Co-Skipper Lennart Burke und Melwin Fink konnten sich in der Nordgruppe des wie bei den Imocas geteilten Class-40-Feldes wieder ein paar Plätze nach vorn kämpfen. Bei rund 1.500 Seemeilen bis ins Ziel lagen die Neu-Hamburger am Samstagmittag auf Platz 20.
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