Die Ankündigung kommt wenige Tage nach dem Ende des Ocean Race nicht überraschend: Boris Herrmann und sein Co-Skipper Will Harris werden das Transat Jacques Vabre Seite an Seite angehen. Schon 2019 waren der Hamburger und der Brite in dieser Konstellation am Start gewesen. Damals war Will Harris, der im 14. The Ocean Race mit dem Hans Horrevoets Rookie Award ausgezeichnet worden ist, gerade erst neu im Team Malizia.
Zum 30-jährigen Jubiläum des Rennens werden mehr als 100 Boote in vier Flotten (Class 40, Ocean Fifty, Imoca, Ultim) an der Startlinie erwartet. Der Startschuss für die unterschiedlich langen Kurse von Le Havre in der Normandie nach Fort-de-France auf der französischen Karibik-Insel Martinique fällt am 29. Oktober.
Zwischen der ersten gemeinsamen Teilnahme am Transat Jacques Vabre im Jahr 2019 – damals kamen Herrmann und Harris als Zwölfte ins Ziel – und dem zweiten Start im Herbst hat Team Malizia viele neue Kapitel geschrieben: Boris Herrmann beendete seine erste Vendée Globe 2020/2021 als Fünfter, das Team hat seine neue Rennyacht “Malizia – Seaexplorer” gebaut und zu Wasser gelassen. Gerade erst haben die Malizianer ihre Ocean-Race-Premiere in Genua mit einem zweiten Etappensieg auf dem dritten Podiumsplatz beendet.
Aktuell genießen Boris Herrmann und Will Harris mit der gesamten Mannschaft und der “Malizia – Seaexplorer” ihren Besuch von Monaco. Dorthin haben sie ihr Boot nach einem halben Jahr Intensiv-Engagement im Ocean Race von Genua aus überführt. Im Heimatverein, dem Yacht Club de Monaco, wird das Erreichte und Erlebte im Ocean Race mit Freunden, Familien und Partnern gefeiert.
Dem Zweihand-Einsatz im Herbst blicken sowohl Boris Herrmann als auch Will Harris gern entgegen. “Will und ich habe das Transat Jacques Vabre 2019 gesegelt, und ich freue mich sehr darauf, mit ihm auf unserem neuen Boot ‘Malizia – Seaexplorer’ zurückzukommen und dieses Rennen erneut zu bestreiten”, sagte Boris Herrmann. “Dieses Mal wird es eine andere Route sein: Sie führt nicht nach Salvador in Brasilien, sondern nach Martinique. Zum ersten Mal werden wir auf einige der neuen Imoca-Boote treffen, gegen die ich nächstes Jahr bei der Vendée Globe antreten werde.”
Will ist die beste Wahl als Co-Skipper für dieses Rennen” (Boris Herrmann)
Dass Herrmann die Kaffee-Route erneut mit Will Harris bestreiten will, ist für den 42-jährigen Hamburger eine logische Konsequenz: “Nachdem ich mit Will um die Welt gesegelt bin und er das Boot in zwei Etappen des Ocean Race als Skipper geführt hat, ist er die beste Wahl als Co-Skipper für dieses Rennen. Ich freue mich wirklich sehr darauf, das mit ihm zu machen.”
Noch immer ist die “Malizia – Seaexplorer” kein Jahr alt, hat aber bereits mehr als eine Runde um den Globus in ihrem Heckwasser. Allein im eben abgeschlossenen Ocean Race hat das Boot 37.201 Seemeilen absolviert. Boris Herrmann und Will Harris werden entsprechend mit einem Boot ins Rennen gehen, das sie in- und auswendig kennen. Es hat sich im Meeres-Marathon als zuverlässig und leistungsstark erwiesen.
Dazu segeln Boris Herrmann und Will Harris das Boot, das mit 641,13 Seemeilen den 24-Stunden-Weltrekord für Einrumpfboote hält. Für Will Harris ist die Nominierung als Co-Skipper fürs Transat Jacques Vabre eine erneute Bestätigung seiner Leistungen. Er selbst sagt: “Dieses Rennen erinnert an meinen Eintritt in das Team vor vier Jahren, als ich 2019 mit Boris die Transat Jacques Vabre segelte und ein Malizianer wurde. Es war bisher eine großartige Reise mit dem Team, und dieses Rennen wird ein fantastisches Training für Boris vor der Vendée Globe im nächsten Jahr sein.”
Aber auch bei der anstehenden Herausforderung wollen Herrmann und Harris bestmöglich abschneiden. Harris erklärt: “Mit allem, was wir durch die Weltumsegelung im Ocean Race gelernt haben, glaube ich, dass wir wirklich einen starken Beitrag leisten können. Es wird ein gutes Rennen, bei dem wir gegen viele andere Imocas segeln werden. Ich denke, wir haben in den letzten sechs Monaten viele gute Erfahrungen gesammelt, die uns einen guten Vorteil verschaffen werden.”
Und es sind weitere Malizianer beim Transat Jacques Vabre im Spiel. Der versierte französische Navigator Nico “The Brain” Lunven, der auch im Endspurt noch einmal für sein Team glänzen und mit guten Entscheidungen zum Sieg auf Etappe sieben beitragen konnte, bestreitet den Doublehand-Kurs mit der Britin Sam Davies auf “Initiatives-Cœur”.
Auch die niederländische Seglerin Rosalin Kuiper, die langfristig beim Team Malizia bleiben wird, hofft, einen Platz auf einem Boot für das Rennen zu finden. Axelle Pillain arbeitet im Team an Elektronik und Leistungsoptimierung. Yann Eliès wird weiterhin Imoca-Segler trainieren. Christopher Pratt segelt auf seiner Ocean Fifty. An-Bord-Reporter Antoine Auriol wird weiter an seinem Dokumentarfilm für das französische Fernsehen arbeiten. Bis zum Herbst werden die Segler und die Landcrew des Team Malizia eine wohlverdiente Sommerpause einlegen, am Refit des Bootes arbeiten und für das kommende Transatlantikrennen trainieren.
Aus deutscher Sicht wird im Transat Jacques Vabre mit den Class-40-Aufsteigern Melwin Fink und Lennart Burke ein weiteres spannendes Duo angreifen. Die Jungprofis bestreiten den Klassiker erstmals und haben sich für ihre Premiere einiges vorgenommen …

Freie Reporterin Sport