Tatjana Pokorny
· 09.07.2022
In den drei WM-Klassen Club Swan 36, Club Swan 42 und Club Swan 50 schaffte es vor Valencia ein GER-Team aufs Podium: Hendrik Brandis' "Earlybird"
Die vom Real Club Náutico de Valencia ausgerichteten Club Swan One Design Worlds gingen am Samstag in Spanien unter Hochspannung zu Ende. Leichtere Winde begrüßten die WM-Teilnehmer der Club-Swan-36-, Club-Swan-42- und Club-Swan-50-Flotten, als sie zu ihren beiden finalen Wettfahrten aufbrachen. Dabei ging Leonardo Ferragamos "Cuordileone" in der Königsklasse Club Swan 50 mit nur einem Punkt Vorsprung vor ihren entschlossenen Jägern ins Finale. Da hätte man durchaus nervös werden können. Die Italiener aber zeigten mit den Rängen eins und drei starke Nerven und ließen Hendrik Brandis' hartnäckigen Herausforderern auf "Earlybird" keine Chance mehr auf den Sieg in der Club-Swan-50-Klasse. Das Brandis-Team räumte mit dem australischen Segel-Superstar Tom Slingsby WM-Silber ab. Deutsche Segler in der internationalen Top-Crew auf "Earlybird" waren neben Brandis Julian Hampe, Arnd Howar und Lars Kerschies. Marcus Brenneckes WM-Titelverteidiger auf "Hatari" mit Taktiker Markus Wieser verpassten das Podium knapp, mussten sich trotz zwei überzeugender zweiter Ränge am Finaltag im Kampf um WM-Bronze der belgischen "Balthasar" mit Louis Balcaen geschlagen geben.
Leonardo Ferragamo war nach dem gelungenen Gipfelsturm im Glück: "Weltmeister zu sein ist sehr emotional. Es wurde bis zur letzten Minute sehr hart um den Titel gekämpft. Deshalb ist der One-Design-Rennsport auch so unglaublich, weil die Boote bis zum Schluss so eng beieinander liegen. Dies ist mein erster Weltmeisterschaftssieg, und ich bin sehr glücklich." Stefan Heidenreich segelte unter Schweizer Flagge mit Jochen Schümann auf Platz sechs. Sönke Meier-Sawatzkis "Niramo"-Crew erkämpfte in der Flotte der 15 50er Platz sieben. August Schramms österreichische "Stella Maris" wurde Achte.
In der Club-Swan-36-Flotte sorgten ein Sieg in der vorletzten Wettfahrt durch Lorenzo Mondos "Farstar" und ein ebenso bemerkenswerter siebter Platz der langjährigen Klassenbesten "Mamao" dafür, dass die ersten vier Boote vor der letzten Wettfahrt nur durch einen einzigen Punkt getrennt waren. Dabei hatte "Farstar" die Poleposition inne. Doch das sollte nicht reichen. Die unter brasilianischer Flagge segelnde "Mamao" mit Haakon Lorentzen schlug mit einem Rennsieg zurück und holte sich die Krone bei den 36ern vor "Farstar" und der kleinen "Cuordileone" von Edoardo Ferragamo. Nikolai Burkarts "Goddess" wurde Achte. "Mamaos" Taktiker Ross MacDonald sagte: "Das erste Rennen war schwierig für uns, und wir waren wahrscheinlich ein bisschen zu konservativ, und am Ende haben wir zu viele Wenden gemacht und sind auf dem siebten Platz gelandet, was uns ein bisschen Aufregung für das letzte Rennen beschert hat – aber wie man in Hollywood so schön sagt: Ohne Drama gibt es kein gutes Ende." Nikolai Burkarts "Goddess" wurde Achte in der Division der Club-Swan-36-Yachten.
Pedro Vaquers Crew auf "Nadir" hatte am Finaltag noch Arbeit zu leisten, um die Führungsposition zu festigen. Mit den Rängen eins und zwei gelang die Verteidigung souverän. Das Team gewann die Club-Swan-42-Klasse mit einem Vorsprung von zwölf Punkten und erfreute damit die spanischen Fans. Massimo De Campos "Selene-Alifax" sicherte sich den zweiten Platz. Dem Team auf Jose Maria Meseguers "Pez De Abril" gelang im Schlussspurt mit den Rängen zwei und drei noch der Sprung auf Podium. Damit verdrängten die Spanier Pit Finis' "Dralion" mit zwei Zählern Vorsprung noch auf Platz drei.
In der Swan-Nationenwertung der bestplatzierten Länder-Teams liegen Italien und Deutschland mit jeweils 28 Punkten gleichauf. Erheblich dazu beigetragen haben "Cuordileone" und "Drifter Sail" für die Azzurri und "Earlybird" wie "Hatari" für die GER-Flotte. "Nadir" und die Club Swan 42 "Pez De Abril" brachten Spanien auf Platz drei.