Tatjana Pokorny
· 02.06.2024
Nach dem Saison-Warmup in Scarlino traf sich die internationale ClubSwan-50-Racing-Elite in Bonifacio zur ersten offiziellen Nations-League-Regatta des Jahres. Die Swan Bonifacio Challenge servierte ihren Teilnehmern strammen Mistral im korsischen Bilderbuchrevier. Für die kleineren One Designs vom Typ ClubSwan 36 war es bereits die zweite Etappe der Saison. In der Meerenge von Bonifacio zeigte sich der Wind im Verlauf der Regatta zunehmend von seiner kraftvollen Seite.
Nach dem Auftakt mit drei sehr technischen und von beiden Flotten gut angenommenen Wettfahrten, bei denen die Wochenbesten schon herausstachen, folgte ein Tag mit zunehmenden Mistralwinden und einer einzigen Wettfahrt mit Windgeschwindigkeiten von 16 bis 20 Knoten. In stark auflaufenden Wellen und Winden über 25 Knoten pausierten beide Felder danach, bevor im Finale in Entscheidungen fielen. Beim Bändigen der fordernden Bedingungen erwiesen sich Marcus Brenneckes Crew auf “Hatari” im Feld der großen ClubSwan-50-Yachten und die Mannschaft auf der italienischen ClubSwan 36 “Cuordileone” als besonders effizient.
Alle Teams haben stark aufgerüstet” (Markus Wieser)
Dennoch stellte “Hataris” Taktiker Markus Wieser nach dem Finale fest: “Alle Teams haben stark aufgerüstet. Es wird immer schwieriger, hier zu gewinnen. Am Ende war es eine ganz enge Kiste. Wir konnten nur drei Tage segeln, haben aber ein tolles Revier vor Bonifacio erlebt.” Die Crew auf “Hatari” verwies Hendrik Brandis’ Team mit den deutschen Seglern Arnd Howar, Nick Beulcke und Philipp Sudbrack auf “Earlybird” auf Platz zwei. Dritte wurde Leonardo Ferragamos italienische ClubSwan 50 “Cuordileone” vor Mark Bezners “Olymp” mit Taktiker Jochen Schümann. Damit konnten sich drei deutsche Yachten im hochkarätigen Kräftemessen unter den ersten vier Booten platzieren.
Bonifacio war eine wunderbare Entdeckung” (Marcus Brennecke)
Die Freude war naturgemäß bei Marcus Brennecke besonders groß. Der “Hatari”-Eigner und -Steuermann sowie Förderer führender Olympioniken im NRV Olympic Team sagte: „Was für eine Freude, das erste Event der Saison gewonnen zu haben. Es war ein sehr enges Rennen, das Niveau wird immer höher, alle arbeiten hart. Wir haben nur einen Punkt vor ‘Earlybird’ und ‘Cuordileone’ gefinisht. Es hätte also nicht konkurrenzfähiger zugehen können.”
Nach dem Finale sagte Marcus Brennecke: „Heute hatten wir einen schlechten Start, haben die Luvtonne als Elfte gerundet. Danach haben wir auf Aufholjagd umgeschaltet und wurden noch Sechste. Das war unser Streicher, da wir vorher eine ziemlich konstante Serie hatten. Das Steuern an der Kreuz war bei diesen Bedingungen für alle eine große Herausforderung, selbst für die Erfahreneren. Vor dem Wind sind wir fast geflogen. Da versuchst du, das Boot zu halten, willst keinen Sonnenschuss riskieren. Es war hart, hat aber gleichzeitig auch so viel Spaß gemacht.”
Vom Revier für den Saisonauftakt der rassigen 50er-Schwäne schwärmte Marcus Brennecke: “Bonifacio war eine wunderbare Entdeckung. Wir wussten, dass es eine Herausforderung sein würde, wenn der Mistral bläst. Genau das hat sich bewahrheitet. Wir konnten keine acht Rennen segeln, aber wenn man an die Gesamtorganisation und die Atmosphäre denkt, war alles perfekt. Ich hoffe, wir kommen wieder. Ich denke, das war eine der besten Veranstaltungen, die wir bisher in dieser Klasse hatten!“
Mit dem Bonifacio-Sieg übernahm “Hatari” auch die Führung in der Saisonwertung vor der so knapp geschlagenen Konkurrenz. Aus Deutschland und Österreich verstärkten neben Marcus Brennecke und Markus Wieser auch Felix Kaiser, Nico Kampf, Michael Müller, Carl Rupp und Gerd Habermüller die internationale “Hatari”-Crew.
Die nächste Regatta der Nations League, die Swan Sardinia Challenge (25. bis 29. Juni), wird eine weitere Premiere bringen: Sie findet im faszinierenden Revier von Alghero statt. Die antike Schönheit der Stadt und ihre malerische Landschaft werden an der Nordwestküste Sardiniens eine weitere spektakuläre Kulisse für die ClubSwan-Rennen bilden. Für die ClubSwan 36 markiert die sardische Herausforderung bereits die dritte Etappe des Jahres. Hier steht ohne deutsche Beteiligung die “Gspot” aus Monaco nach zwei Veranstaltungen an der Spitze der Tabelle.
Powerplay vor Bonifacio! Hier geht es zu Impressionen vom Finaltag der Swan Bonifacio Challenge:

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