Stürmische 4. Baltic 500 voraus"Bitte anschnallen!": Angriff auf die Baltic-500-Rekorde

Tatjana Pokorny

 · 25.05.2022

Stürmische 4. Baltic 500 voraus: "Bitte anschnallen!": Angriff auf die Baltic-500-RekordeFoto: Baltic 500/Kassian Jürgens
Eine Szene von der Baltic 500 im vergangenen Jahr. Noch windiger wird die Zweihand-Regatta in diesem Jahr ausfallen

Am 26. Mai startet die vierte Edition des jungen Zweihand-Klassikers Baltic 500 in der Strander Bucht. Die Crews erwartet ein rekordverdächtiger Starkwind-Ritt

Die vierte Edition des jungen Zweihand-Klassikers Baltic 500 startet am 26. Mai in der Strander Bucht. Wie sie sein wird, werden die mehr als 40 gemeldeten Crews gleich zum Auftakt erleben. "Wir rechnen schon in der Startphase mit 25 bis 30 Knoten Wind", sagt Organisationschef Cord Hall vom Yacht Club Strande. Auch für den weiteren Verlauf der anspruchsvollen 500-Seemeilen-Prüfung für Zweier-Teams ist eher wenig Wind-Gnade zu erwarten. Die Top-Teams reiben sich schon die Hände, und Cord Halls Prognose lässt ein sehr schnelles Rennen erwarten: "Die 'Red'-Crew mit Mathias Müller von Blumencron und Martin Buck könnte ihren eigenen Streckenrekord pulverisieren." 2019 hatte die Class 40 "Red" mit Mathias Müller von Blumencron und Martin Buck den Kurs mit derselben Crew in 2 Tagen, 12 Stunden, 29 Minuten und 44 Sekunden absolviert. Jetzt könnte die Strecke – voraussichtlich im Uhrzeigersinn zu absolvieren – um mehr als einen halben Tag schneller bezwungen werden. Cord Halls Prognose: "Schnallt euch an, ladet eure GoPro-Batterien, und genießt einen wilden Ostsee-Ritt."

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  Auch in diesem Jahr in bewährter Konstellation mit der Class 40 "Red" am Start: Mathias Müller von Blumencron und Martin BuckFoto: YACHT/B. Scheurer
Auch in diesem Jahr in bewährter Konstellation mit der Class 40 "Red" am Start: Mathias Müller von Blumencron und Martin Buck
  Auch hier ging es in der Vergangenheit schon mit ordentlichem Wind zur Sache. Die vierte Auflage aber dürfte neue Spitzengeschwindigkeiten bringenFoto: Kassian Jürgens
Auch hier ging es in der Vergangenheit schon mit ordentlichem Wind zur Sache. Die vierte Auflage aber dürfte neue Spitzengeschwindigkeiten bringen

Während des Rennens werden gute Seemannschaft und Starkwind-Qualitäten gefordert sein. Cord Hall, der die Veranstaltung mit Co-Gründer Rasmus Töpsch, Wettfahrtleiter Jan Czekala und dem Team vom Yacht Club Strande stemmt, sagt: "Ich wiederhole mich da gerne: Das Kattegat ist kein Kindergarten. In diesem Jahr schon gar nicht." Sein Veranstaltungsteam ist vor dem Rennstart in Bestlaune: "Endlich können wir unser Programm wieder so durchziehen, wie ursprünglich geplant. Ohne Corona-Auflagen, ohne Ungewissheiten, ohne Nachdenken darüber, ob man womöglich gerade wieder mit einem Fuß in einer Grauzone steckt. Dafür im guten Zusammenspiel mit den Teilnehmern und mit schönem Essen nach dem Rennen." Dafür werden die Teams in diesem Jahr hart arbeiten müssen.

  Der Kurs für den noch jungen Zweihand-KlassikerFoto: Baltic 500
Der Kurs für den noch jungen Zweihand-Klassiker
  Eine Baltic-500-Impression aus sonnigen Tagen. Mit deutlich mehr "Schub" ist in diesem Jahr zu rechnenFoto: Tatjana Pokorny
Eine Baltic-500-Impression aus sonnigen Tagen. Mit deutlich mehr "Schub" ist in diesem Jahr zu rechnen

Den meisten Wind erwartet die Baltic-500-Flotte voraussichtlich am Freitag mit Böen bis rauf auf 37 Knoten. "Die führenden Boote werden da schon um Læsø rum sein und wieder Richtung Süden sausen. Die schnellsten werden vermutlich Samstag in den frühen Morgenstunden wieder zurück sein", sagt Cord Hall. Im Feld werden auch spannende Duelle erwartet: Etwa zwischen Jonas Hallbergs Crew auf der "Hinden" und Michael Höfgen mit Max Gurgel auf der "Lightworks" – beide segeln eine JPK 10.30 und wollen in der Spitze mitmischen. "Die beiden werden es sich dreckig geben", sagt Cord Hall grinsend.

"Da gibt es diese neue YACHT Speed Challenge …"

Dabei haben nicht wenige Segler auch die neue Speed Challenge der YACHT im Visier, die Großmeister Wolle Heibeck mit seiner "Black Maggy" im Doppelpass mit YACHT-Chefredakteur Jochen Rieker eingeläutet hatte. Jetzt beflügelt die Jagd nach Top-Speed-Bestmarken Deutschlands Regattasegler überall im Land. Max Gurgel sagte vor dem Start zur Baltic 500: "Da gibt es diese neue YACHT Speed Challenge, die zu knacken sein könnte. Ich habe unser Boot noch nicht bei solchen Bedingungen gesegelt, bin gespannt, was geht. Die Kamera liegt bereit, und die 'Hinden' wird da sicher auch ein Wörtchen mitreden. Und es gibt es noch eine Reihe anderer guter Boote. Schauen wir mal." Sicher ist im Kampf um die vorderen Plätze und neue Bestmarken auch mit der Dehler-30-od-Autorität Oliver Schmidt-Rybandt und Niclas Aretz auf der "Powerplay" zu rechnen. Hier geht es zur Homepage der Regatta (bitte anklicken!).

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