Bei der WM der Strandsegler im französischen Cherrueix/Bretagne hat der Kraya die Klasse „Miniyacht“ gewonnen. Der 42-Jährige, der für den Yachtclub Sankt Peter-Ording startet, gewann alle Rennen an drei Regattatagen und deklassierte das 80-köpfige Feld mit Seglern aus zwölf Nationen. Zuvor ist es noch keinem deutschen Piloten gelungen, eine Weltmeisterschaft im Strandsegeln für sich zu entscheiden.
Zusammen mit Horst Helm aus Hamburg und Heiko Hartmann aus Emden holte Kraja zudem in der Nationenwertung die Silbermedaille und musste sich nur dem favorisierten Miniyacht-Team der Franzosen geschlagen geben. In der Nationenwertung werden die schnellsten drei Strandsegler eines Landes gewertet.
Ausgerüstet hatte der Segelmacher aus Schleswig die Miniyachten seines Teams mit Segeln seiner eigenen Segelmacherei Frog Sails. Die Miniyachten sind eine neue Klasse des Strandsegelns und erobern seit 2008 die Strände weltweit. Erst im Oktober des vergangenen Jahres wurde die Klasse von der Fisly, dem internationalen Strandsegelverband, zugelassen und erfreut sich wachsender Beliebtheit.
Die drei Reifen der Yachten dürfen einen Umfang von 5,60 Metern nicht überschreiten, die Reifen sind genormt und der Mast darf kein Profil haben. Alle anderen Parameter, wie Segelgröße und Material, sind den Piloten freigestellt.
Kraja ging zudem in der Klasse 5 an den Start, der Konstrukteursklasse, in der er seit Jahren zu der Top Ten der Weltelite gehört. Dauerregen hatte die Strecke in eine Piste aus Matsch, Schlamm und Muschelschalen verwandelt, ungewöhnlich für deutsche Piloten, die die harten Sandbänke vor den Nordseeinseln oder St. Peter-Ording gewöhnt sind.
Kraja musste sich hier der Übermacht der Lokalmatadoren aus Frankreich beugen, belegte aber als bester Nicht-Franzose Platz 6. Zusammen mit Georg Steemann aus Borkum und Christian Nostheide aus Nordrhein-Westfalen schaffte er es aber erneut aufs Podest und konnte in der Mannschaftswertung der Klasse 5 seinen Medaillenspiegel um Bronze erweitern.
Strandsegeln ist die schnellste Sportart unter Segeln. In der Klasse 3, der sogenannten Formel 1 des Strandsegelns, erreichen die Boliden Geschwindigkeiten bis zu 130 Stundenkilometer.