Tatjana Pokorny
· 29.05.2022
Der amerikanische Eigner und Steuermann Doug DeVos hat sein Team Quantum Racing zum Gesamtsieg bei der Abanca 52 Super Series Baiona Sailing Week geführt. Zum Auftakt der zehnten Jubiläumssaison der international führenden Einrumpf-Profiserie setzte sich die Mannschaft gegen gleich zwei Teams von deutschen Eignern durch. Die von Eigner Harm Müller-Spreer gesteuerte "Platoon" konnte sich im Duell mit der "Phoenix" von Hasso und Tina Plattner bei nur einem Punkt Vorsprung nach acht Rennen knapp durchsetzen.
"Es ist toll zu gewinnen. Aber das Spannende daran ist, dass wir noch so viel Raum haben, um besser zu werden. In dieser Saison liegen jetzt viele Rennen vor uns, und diese Flotte ist wirklich, wirklich gut", sagte der siegreiche Quantum-Taktiker Terry Hutchinson. Viermal hat das Team Quantum Racing die 52 Super Series seit ihrer Premiere 2012 schon gewinnen können. Der Rennstall von Doug DeVos mit der America's-Cup-Galionsfigur Terry Hutchinson zählt auch in diesem Jahr wieder zu den Top-Favoriten. Während SailGP-Seriensieger und Segel-Tausendsassa Tom Slingsby im America's Cup gerade bei den Amerikanern unterschrieben hat und mit Hutchinson zusammenarbeiten wird, tritt der Australier mit australischem und amerikanischem Pass in der 52 Super Series allerdings als "Phoenix"-Taktiker für Hasso und Tina Plattner und damit gegen Hutchinson an.
Auf den Kursen vor der zerklüfteten Atlantikküste Galiziens im Nordwesten Spaniens zeigte das Plattner-Team mit Slingsby an diesem Wochenende mit zwei Rennsiegen schon einmal, wozu die Crew in dieser Saison imstande sein könnte. In der Endabrechnung allerdings musste sich das "Phoenix"-Team zum Auftakt nicht nur Quantum Racing, sondern auch Harm Müller-Spreers "Platoon"-Crew geschlagen geben. Dabei erforderten die ganz unterschiedlichen Windbedingungen mit sieben bis 24 Knoten in den acht Wettfahrten in der malerischen Bucht Ría de Vigo Allround-Qualitäten. Die ersten vier Tage wurden bei Nordwind gesegelt, beim Showdown am Finaltag bekamen es die Segler erstmals mit einer anspruchsvollen Seebrise aus Südwest zu tun.
Zwei fünfte Ränge wogen in der Endabrechnung zu schwer für Harm Müller-Spreers co-favorisierte "Platoon"-Crew im Kampf um den Sieg. Victor Marino, Runners Controller auf "Platoon" und in Baiona zu Hause, sagte: "Zweiter ist ein gutes Ergebnis, auch wenn es sich nicht immer so anfühlt, weil wir immer gewinnen wollen. Aber Quantum segelte wirklich super stark. Wenn wir in dieser Saison bei jedem Event unter den ersten drei sein könnten, hätten wir sicherlich eine Chance auf den Titel. Die Bedingungen waren perfekt, die offenen Kurse boten Chancen für alle. Ich denke, Baiona ist ein Ort, an den wir zurückkehren werden."
Auch Tom Slingsby war mit dem "Phoenix"-Auftakt und Platz drei weitgehend zufrieden und freut sich auf die TP52-Weltmeisterschaft im kommenden Monat vor Cascais: "Leider haben wir hier an einem Tag ein paar Fehler zu viel gemacht, und das hat uns am Ende geschadet. Wir haben an diesem Tag viele Punkte verloren, aber insgesamt bin ich mit der Art und Weise, wie wir an vier der fünf Tage gesegelt sind, zufrieden. Doch wir haben gezeigt, dass wir auf der Jagd sind. Dies ist ein wunderschöner Ort, aber der Kurs ist hart. Du musst deinen Verstand wach halten. Manchmal funktionierten die Ecken, manchmal funktionierte die Mitte. Es waren sehr anspruchsvolle Kurse, aber wir sind hoffentlich bald wieder hier."

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