Rund Um 2026Der “Sonnenkönig” siegt bei der Jubiläums-Rund Um

Michael Good

 · 08.06.2026

Das Team des Kats "Sonnenkönig" auf Siegeskurs. Nicht immer war der Kat während des Rennens so flott unterwegs.
Foto: Tobias Störkle Photography
Es war keine Nacht für einfache Wahrheiten. Zum 75-jährigen Jubiläum war der Langstreckenklassiker RUND UM auf dem Bodensee geprägt von jenen Bedingungen, die die Traditionsregatta seit Generationen prägen: schwer berechenbar, taktisch anspruchsvoll, manchmal quälend langsam – und dann wieder mit genug Druck, um das Feld weit auseinanderzuziehen.

Am Freitag schickte der Lindauer Segler-Club das Feld mit insgesamt 273 teilnehmenden Booten zur 75. Auflage der Rund Um auf den klassischen Kurs über Romanshorn, Konstanz und den Überlinger See zurück nach Lindau. Schon der Start vor der Lindauer Kulisse machte deutlich, dass diese Jubiläumsregatta weniger ein reines Speedrennen als eine Prüfung für Geduld werden würde.

Mit den schwierigen Bedingungen kam die Mannschaft des Katamarans „Sonnenkönig“ mit Steuermann Stefan Stäheli am besten zurecht. Nach zähen 11 Stunden, 4 Minuten und 15 Sekunden erreichten die Schweizer als erstes Boot der langen Bahn das Ziel vor Lindau und holten sich mit solidem Vorsprung die Ehren des Blauen Bandes. Der Katamaran vom Typ Ventilo M2 und sein Steuermann Stefan Stäheli sind in der Geschichte der Rund Um keine Unbekannten. Das erfolgreiche Team wurde nach 2010, 2012 und 2014 nun schon zum vierten Mal als schnellstes Boot der Rund Um am Bodensee gewertet. Die Rekordzeit für die zirka 54 Seemeilen lange Strecke rund um den Bodensee liegt übrigens bei schier unglaublichen 3 Stunden und 38 Minuten, aufgestellt im letzten Jahr 2025 bei anspruchsvollen Bedingungen vom Decision 35 Katamaran “All you need by Gloria Mang” und Skipper Moritz Kleindienst.

Erst 38 Minuten nach dem „Sonnenkönig“ kreuzte mit dem „Fleur de Lys Sailing Team“ und Veit Hemmeter an der Pinne ebenfalls ein Katamaran vom Typ Ventilo M2 die Ziellinie. Schon kurz danach folgte das erste Einrumpfboot, die „Wild Lady“, eine Wilke 49 von Wolfgang Palm. Der knapp 15 Meter lange Vollkarbon-Racer mit Canting-Kiel hatte das Feld vom Start weg über eine lange Strecke angeführt und wurde erst im späteren Verlauf des Rennens von den zwei Kats überholt. Schnellstes Boot auf der kurzen Bahn der langsameren Boote war die „Ria III“, eine Faurby 330 mit Steuermann Michael Reinert. Dahinter folgten die „Phoenix du Lac“ von Philippe Dupont, eine Surprise, und als drittes Boot „den Skoene“ von Harald Kerschbaumer, eine BB 10.

Artikel teilen:
Kommentare

Diskutieren Sie mit – fair, sachlich und respektvoll. Es gilt unsere Netiquette.

Michael Good

Michael Good

Redakteur Test & Technik

Michael Good ist Testredakteur bei der YACHT und kümmert sich in der Funktion in erster Linie um neue Boote, deren Vorstellung sowie um die Produktion von Testberichten. Michael Good lebt und arbeitet in der Schweiz am unteren Bodensee. Er segelt seit Kindertagen und ist neben seiner beruflichen Tätigkeit auch seit vielen Jahren als aktiver Regattasegler unterwegs, derzeit vor allem in den Klassen Finn Dinghi und Melges 24. Zudem ist er Miteigner von einem 45er Nationalen Kreuzer mit Baujahr 1917. Michael Good arbeitet seit Januar 2005 für die YACHT-Redaktion und hat in der Zeit gegen 500 Yachten, Katamarane und Jollen getestet.

Meistgelesen in der Rubrik Regatta