Route du RhumBoris mit Technikproblem “nicht mehr im Rennmodus”

Tatjana Pokorny

 · 19.11.2022

Route du Rhum: Boris mit Technikproblem “nicht mehr im Rennmodus”

Nun auch das noch: Boris Herrmann hat bei der 12. Route du Rhum Probleme mit dem Oberteil seines Foil-Lagers. Dort haben sich die Bolzen verbogen. In einem Video erklärt der Hamburger Skipper der neuen “Malizia – Seaexplorer”, dass er “nicht mehr im vollen Rennmodus” agieren kann

Boris Herrmanns Regattapremiere mit der neuen Rennyacht “Malizia – Seaexplorer” läuft bei der Route du Rhum nicht nach Plan. Nach bislang enttäuschendem Rennverlauf beim Transatlantik-Klassiker Route du Rhum hat der Hamburger nun auch noch mit einem technischen Problem zu kämpfen.

Die drei Metallbolzen, die das Oberteil des Foil-Lagers im Inneren des Neubaus zusammenhalten, haben nach Herrmanns jüngstem Bericht angefangen, sich zu verbiegen, drohen zu brechen. “Wir haben nach Diskussion mit dem Team entschieden, dass wir es etwas ruhiger angehen lassen, um nichts mehr zu riskieren”, sagte Herrmann.

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Die drei Metallbolzen, die das Oberteil des Foil-Lagers zusammenhalten, haben sich nach Erklärung von Boris Herrmann verbogen, drohen zu brechenFoto: Team Malizia
Die drei Metallbolzen, die das Oberteil des Foil-Lagers zusammenhalten, haben sich nach Erklärung von Boris Herrmann verbogen, drohen zu brechen

Es sei unmöglich für ihn, die Bolzen wieder in ihre Originalposition zu bringen, erklärte der Vendée-Globe-Fünfte von See. Das sei “eine kleine Enttäuschung”, weil er “nicht mehr im vollen Rennmodus” segeln könne. Auf dem Weg, eine neue Rennyacht zuverlässig zu machen, sei es aber “Teil des Spiels, solche Probleme zu finden”. Weiter sagte er: “Alle im Team und ich sind glücklich, dass wir das jetzt machen. Hier auf diesem hinteren Platz im Rennen. Es steht nicht so viel auf dem Spiel, wir verlieren nicht so viel wie es beispielsweise im The Ocean Race der Fall wäre.”

Wir werden das Rennen trotzdem beenden. Aber etwas langsamer und ohne Foils.”

Herrmann rechnet damit, die Ziellinie vor Pointe-è-Pitre auf Guadeloupe am 23. November zu erreichen. Der 41-Jährige sagte: “Wir werden das Rennen trotzdem beenden. Aber etwas langsamer und ohne Foils.” Wichtig ist Herrmann mit Blick auf die Vendée Globe 2024/2025, die Ziellinie der Route du Rhum mit einer offiziellen Platzierung zu erreichen. “Ich werde im Abschlussklassement immer noch ein Wettbewerber und damit für die Vendée Globe qualifiziert sein. Das ist sehr wichtig.”

Seinem Boot stellte Herrmann trotz des jüngsten Rückschlags ein gutes Zeugnis aus: “Wir haben ein wunderschönes Boot gebaut, und es hat mich so weit gebracht. Ich habe gute Leistungen gesehen. Wir haben gerade bei der Beschleunigung gewonnen. Wir haben einige 27-Knoten-Surfs hingelegt. Und 20-Knoten-Durchschnitte. Das hätte ich bei diesen Seegang mit dem alten Boot nicht geschafft.”

Der “Malizia – Seaexplorer”-Skipper lag am Morgen des 19. November auf Platz 26 im Feld der verbliebenen 34 Imoca-Rennyachten. Da hatte er nach stark defensiv bestrittenem Rennen und unglücklicher strategischer Positionierung schon mehr als 700 Seemeilen Rückstand auf Spitzenreiter Thomas  Ruyant auf “LinkedOut”. Der Franzose liefert sich mit Landsmann Charlie Dalin (”Apivia”) ein packendes Duell um den Imoca-Klassensieg bei dieser 12. Auflage der Route du Rhum. Schöne Rennszenen der “LinkedOut” sind im folgenden Video-Clip zu sehen:

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