Round the WorldRekordversuch gegen den Wind

Andreas Fritsch

 · 06.01.2022

Round the World: Rekordversuch gegen den WindFoto: Jean-Marie Liot / Use it again
Der Tri beim Start zum Rekordversuch

Der Franzose Romain Pilliard ist zusammen mit seinem Co-Skipper Alex Pella mit einem 75-Fuß-Tri zu einer Non-Stop-Weltumsegelung gegen den Wind gestartet

Die beiden segeln das alte Nigel-Irens-Design, das Ellen MacArthur 2005 als „B&Q Castorama“ zu ihrem Rekord für die schnellste Einhand-Weltumsegelung führte. Pilliard hat das Boot, das vernachlässigt an einer Pier in Brest vor sich hin moderte, 2017 gekauft, refittet und will es nun als ersten Multihull gegen die vorherrschende Windrichtung, also westwärts um die Welt, segeln. Sollte es gelingen, wäre es die erste Marke für einen Multihull; bislang sind nur Monohulls auf dieser extremen Route gefahren. Die Bestzeit für Monos hält derzeit die französische Segel-Legende Jean-Luc van den Heede, der 2004 122 Tage und 14 Stunden brauchte.

Verlagssonderveröffentlichung

Das Projekt von Pilliard hat sich Recycling als Thema gewählt, daher der Bootsname „Use it Again“. So viele Materialien wie möglich sind für den Refit des Bootes recycelt worden: Die Segel sind umgeschneiderte Tücher eines MOD-70, PBO-Fasern für die Takelage wurden von einer niederländischen Firma aufgearbeitet, Winschen, Solar-Module und Hydro-Generatoren sind ebenfalls second-hand.

Vorgestern Nacht sind Romain Pilliard und Alex Pella nun aus der Bretagne zu ihrem Rekordversuch gestartet. Zur Webseite des Teams samt Tracker geht es hier.

2018 war Romain Pilliard bereits mit dem Boot bei der Route du Rhum in der Ultim-Klasse gestartet und als Letzter ins Ziel gekommen. Mit Alex Pella hat sich der 43-Jährige nun einen prominenten Co-Skipper für sein ehrgeiziges und hartes Vorhaben gesucht. Pella war Teil der Crew, die mit Francis Joyons „Idec Sport“ den Rekord für die schnellste Weltumsegelung aufgestellt hat. Der Spanier hat haufenweise Rekordversuche, Open-60- und Trimaran-Erfahrung, war auch Teil der Crew, als Boris Herrmann mit Joyon einen Rekordversuch fuhr, aber unter der Bestmarke blieb.

Bislang galt ein Mehrrumpfer für die harte Am-Wind Knüppelei gegen die vorherrschende Windrichtung um die Welt als ein zu gefährliches, ungeeignetes Boot. Man darf gespannt sein, ob die beiden das widerlegen können.

Meistgelesene Artikel