Mit nur drei Punkten Rückstand auf die türkische Spitzenreiterin “Provezza” mit Taktiker John Cutler zieht Harm Müller-Spreers “Platoon”-Crew heute am 26. August zum Finale der Rolex TP52 WM in Barcelonas Segelarena ein. Keine Frage: Die zweimaligen Weltmeister von 2017 und 2019 wollen mit Eigner und Steuermann Harm Müller-Spreer (Norddeutscher Regatta Verein), Taktiker Vasco Vascotto (Italien) und erlesener Crew um ihren dritten Titel kämpfen. Für Ergin Imres “Provezza” wäre es das erste WM-Gold.
Die türkischen Spitzenreiter der Saisonwertung der 52 Super Serie 2023 gehen bei 19 Punkten auf dem WM-Konto mit einem knappen Vorsprung vor “Platoon” (22 Punkte) in die letzten Samstag-Rennen der Rolex TP52 World Championship. Ihre Führung konnte sich die Crew auf “Provezza” mit der Serie 5, 3, 1, 1, 5, 4 erarbeiten. Die Doppelweltmeister auf Harm Müller Spreers “Platoon” sitzen ihr nach den Rängen 1, 5, 9, 2, 2 und 3 im Nacken und übten zuletzt mit Konstanz im Spitzenbereich einigen Druck aus.
Ein reines Kopf-an-Kopf-Rennen der Spitzenreiter wird es aber nicht, denn Tony Langleys Team auf “Gladiator” (26 Punkte) lauert mit wenigen Punkten Rückstand auf dem dritten Platz. Die “Provezza”-Crew hat in dieser Saison schon bewiesen, dass sie in der Lage ist, den Sack am Finaltag zuzumachen, wenn sie bei den wichtigen Regatten der letzten Jahre unter Druck standen. Erfahrung und das Momentum könnten aber bei bei der “Platoon”-Crew liegen, die den WM-Titel 2017 und 2019 gewinnen konnte und im letzten Monat den Royal Cup in Menorca holte. Dafür müssen Harm Müller-Spreer und seine Crew allerdings Strafen wie jene beiden in Rennen 3 vermeiden, die zu belastenden neun Punkten führten.
Gut starten und die Glücksspur finden – so muss man es machen und das weiß jeder.” Vasco Vascotto
Der Finaltag der Rolex TP52 WM wird ein spannender sein. Auch, weil die Wind- und Wetterverhältnisse an diesem Samstag nur schwer berechenbar sind. Beim Auslaufen der Boote am Vormittag wehten vor Barcelona etwa zwölf, 13 Knoten. Wie sich der Wind angesichts des wolkenverhangenen Himmels beim Startversuch gegen 12 Uhr entwickeln wird, mochte kaum jemand im Feld der TP52er prognostizieren.
“Platoon”-Taktiker Vasco Vascotto sagte vor der Entscheidung: “Wir müssen einfach versuchen, die Fehler der Saison und die in dieser Woche abzustellen. Ich denke, wir haben gute Nachbesprechungen gemacht, gute Arbeit von den Trainern und allen anderen. Also lasst uns kämpfen und sehen, was passiert. Gut starten und die Glücksspur finden - so muss man es machen und das weiß jeder.”
Harm Müller-Spreer sagte: “Wir hoffen, dass uns noch einmal gelingt, was wir vor Menorca bei der letzten Regatta geschafft haben: Sie am letzten Tag einzufangen!” Eine Frage bleibt: Kommen bis zur letzten Startmöglichkeit um 15.30 Uhr genügend Rennen für die Aufholjagd der “Platoon” zustande?

Freie Reporterin Sport