Tatjana Pokorny
· 29.12.2023
Das 78. Rolex Sydney Hobart Yacht Race kommt für viele Teams einer anhaltenden Achterbahnfahrt durch die Ergebnislisten gleich. Aufgrund der auf dem 628 Seemeilen langen Kurs häufig wechselnden Windbedingungen verschiebt sich die IRC-Gesamtwertung nach berechneter Zeit immer wieder stark. So haben es auch Christopher Opielok und seine Crew auf der JPK 10.80 “Rockall VIII” in den vergangenen Tagen erlebt.
Zwischenzeitlich war das Team mit Skipper Christopher Opielok, Co-Skipper Felix Oehme, dem Segelmacher Klaas Simon und weiteren britischen und australischen Seglern einmal bis auf Platz acht im IRC-Klassement vorgestoßen, dann in flaueren Gefilden wieder in die 30er-Ränge zurückgefallen. Am Freitagmittag deutscher Zeit lag die siebenköpfige Crew auf Kurs Hobart auf Platz 21 der sich laufend verändernden IRC-Wertung.
”Die Bass Strait ist geschafft!” (Christopher Opielok)
Am 29. Dezember hatte “Rockall VIII” mittags noch rund 120 Seemeilen bis ins Ziel zu meistern. “Die Bass Strait ist geschafft”, freute sich Christopher Opielok, der sich nach seinem frühen Aus bei der eigenen Premiere im Rolex Sydney Hobart Race 2017 infolge eines Ruderbruchs für den zweiten Anlauf vor allem das Ankommen zum Ziel gesetzt hatte.
“Wir saßen in der Flaute und jagen jetzt unter Spinnaker Hobart entgegen”, hatte Opielok von See vermeldet. Weiter schrieb der Hamburger: “Heute Nacht wird es noch einmal windig.” Diese letzte australische Nacht ist für die Crew auf “Rockall VIII” in Down Under bereits angebrochen. Opielok berichtete weiter: “In der Bass Strait haben wir bis zu 38 Knoten und viel Regen erlebt. Da sind wir eher konservativ gesegelt. Noch sind wir gut dabei …”
Eher enttäuscht hat inzwischen Max Klinks Crew auf der “Caro” Hobart als schnellste TP52 und als insgesamt neuntes Boot erreicht. Das Team wollte in diesem Jahr mehr, hatte sich nach dem Gesamtsieg der JV TP52 “Celestial” im vergangenen Jahr gute Chancen im eigenen Kampf um den IRC-Gesamtsieg und den Tattersall Cup ausgerechnet.
“Caros” neuseeländischer Sailing Master Justin Ferris sagte in Hobart: “Es gibt immer eine konkurrenzfähige 52er-Flotte, und es ist schön, diese Schlacht zu gewinnen. Wir hätten uns jedoch einen besseren Abschluss für unser Jahr gewünscht. Wir hatten ein gutes Jahr, und es wäre schön gewesen, wenn wir auch diesen Sieg errungen hätten. Es ist aber verdammt schwer, den Tattersall Cup zu gewinnen. Viele haben es lange Zeit versucht …”
Mit nur rund zweieinhalb Minuten Vorsprung vor der stark gesegelten TP52 “Smuggler” aus dem Hause Judel/Vrolijk konnte sich “Caro” zwar auf dem Wasser knapp gegen die Klassenschwester durchsetzen, musste sich aber in der IRC-Gesamtwertung vorerst hinter den Top 30 einreihen. Hier wurde “Smuggler” zunächst sogar in den Top 20 geführt. Im laufenden Rennen werden aber mit der Ankunft der nachfolgenden Flotte weiter starke Verschiebungen erwartet.
An der Spitze der IRC-Gesamtwertung beobachtet die “Alive”-Mannschaft von Eigner Philip Turner und Skipper Duncan Hine von Hobart aus gespannt das Geschehen. Die Reichel Pugh 66 mit Sailing Master Gavin Brady und der australischen Top-Navigatorin Adrienne Cahalan bei ihrem 30.(!) Renneinsatz war auch am vierten Renntag nach längst beendetem Rennen mit einer gesegelten Zeit von 2 Tagen, 2 Stunden, 19 Minuten und 4 Minuten sowie der daraus resultierenden berechneten Zeit von 3 Tagen, 7 Stunden, 48 Minuten und 14 Sekunden weiter das führende Boot der IRC-Gesamtwertung.
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