Rolex Sydney Hobart Yacht RaceGewitter und ein 180-Grad-Winddreher in der Nacht

Tatjana Pokorny

 · 27.12.2023

John Herman Winnings Favoritin "Andoo Comanche" ist ein VPLP/Verdier-Design
Foto: Rolex/Andrea Francolini
Es ist Sommer in Down Under. Eigentlich. Doch die Crews im Rolex Sydney Hobart Yacht Race bekamen davon zum Auftakt des Weihnachtsklassikers zunächst wenig zu spüren. Gewitter, erbarmungslose Regenfälle, Blitze und ein nächtlicher Winddreher von 180 Grad haben den Seglern das Leben in der ersten Nacht auf See schwer gemacht

Während an der Spitze des Feldes das packende Duell zwischen den 100-Fuß-Maxis “Andoo Comanche” und “LawConnect” im Kampf um die Line Honours anhält, kämpften sich die Crews an Tag zwei der legendären Langstrecke nach Süden.

“Moneypenny” führt im Kampf um den Tattersall Cup

Das Feld der 103 Starter war am Tag nach dem Start bereits auf 92 Boote geschrumpft. In der IRC-Zwischenwertung hatte rund 30 Stunden nach dem Startschuss am zweiten Weihnachtstag zunächst die Reichel Pugh 69 “Moneypenny” von Sean Langman mit Navigator und Ocean-Race-Segler Matt Humphries die Bugspitze im Kampf um den begehrten Tattersall Cup für den Gesamtsieg vorn.

Der Kampf um den dritten Platz in der Line-Honours-Wertung im Rolex Sydney Hobart Yacht Race des Cruising Yacht Club of Australia könnte sich zu einem Thriller entwickeln. Die Crew auf der RP72 “URM Group” kämpft ebenfalls darum, hatte zuletzt den dritten Rang nach gesegelter Zeit von der RP66 “Alive” übernommen, ist sich aber auch der Bedrohung durch das “Moneypenny”-Team bewusst.

Keine neuen Streckenrekorde in Sicht

Die zermürbenden Bedingungen haben dafür gesorgt, dass bei dieser Ausgabe des Weihnachtsklassikers keine neuen Streckenrekorde drin sein werden. Da die kleineren Boote durch die leichten Winde stark benachteiligt werden und sich zunächst entlang der Küste nach Süden hangeln, könnte diese Auflage zum Rennen der großen Boote werden. Sie haben nicht nur nach gesegelter, sondern auch nach berechneter Zeit gute Siegchancen.

Sowohl “Andoo Comanche” als auch “LawConnect” sind konstant mit mehr als 20 Knoten unterwegs. Erst die leichten Süd- oder Südostwinde, die vor Beginn der zweiten Nacht auf See erwartet werden, könnten das Vorankommen der Maxis auf den letzten 200 Seemeilen noch einmal erschweren.

Elf Aufgaben, “Rockall VIII” auf Kurs

Elf der 103 gestarteten Boote haben das Rennen bereits aufgeben müssen. Unter ihnen ist mit “SHK Scallywag 100” aus Hongkong auch eine ursprüngliche Co-Favoritin. Ein gebrochener Bugspriet hatte das ehrgeizige Team nur wenige Stunden nach dem Start zur enttäuschten Umkehr gezwungen. Familien, Freunde und Zuschauer, die gespannt auf die ersten Ankünfte in Hobart warten, werden sich in diesem Jahr etwas länger als sonst gedulden müssen, um die Sieger des Rennens und alle Ankommenden auf Tasmanien zu feiern.

Christopher Opieloks Crew auf der einzigen deutschen Yacht “Rockall VIII” hatte sich am Tag nach dem Weihnachtsfest auf Platz 21 in der IRC-Zwischenwertung vorgearbeitet. Die JPK 10.80 mit Navigator Chris Frost, Co-Skipper Felix Oehme, Klaas Simon, Mark Lovelady, Stu Lee und Tom Swift lag dabei nach gesegelter Zeit auf Platz 51. Am Mittwochmorgen deutscher Zeit hatte die Mannschaft noch knapp 450 Seemeilen bis ins Ziel zu meistern.

Packendes Spitzenduell, garstige Bedingungen – die aktuelle Zusammenfassung der Ereignisse auf See:

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Tatjana Pokorny

Tatjana Pokorny

Freie Reporterin Sport

Tatjana „tati“ Pokorny ist Autorin von neun Büchern. Sie arbeitet als Reporterin für die YACHT, berichtete unter anderem von neun Olympischen Spielen, als Korrespondentin für die Deutsche Presse-Agentur (DPA), das Hamburger Abendblatt sowie weitere nationale und internationale Medien. Kernthemen sind der America's Cup, das Ocean Race, die Vendée Globe, SailGP und weitere nationale und internationale Regatten und ihre Protagonisten. Lieblingsdisziplin: Portraits von und Interviews mit Segelsportpersönlichkeiten.

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