Retour à La BaseAmedeo bereinigt Strafe, Herrmann in der Spitzengruppe

Tatjana Pokorny

 · 01.12.2023

"Malizia – Seaexplorer" glänzende zum Auftakt der Retour à La Base mit einem Blitzstart
Foto: Thomas Deregnieaux/Qaptur
Die erste Nacht der Retour à La Base ist für die Imoca-Solisten geschafft. An der Spitze des Feldes hat sich Jérémie Beyou mit der in mittleren Winden auffällig schnellen “Charal” leicht absetzen können. Boris Herrmann strebte am Morgen des 1. Dezember mit der Spitzengruppe nach Norden.

Typisch Transat: Nach spannendem Start der Retour à La Base hat sich das Feld der flotten Foiler erst einmal sortiert. Die Solisten sind nach Norden ausgeschwärmt. Vorneweg hat sich mit Boris Herrmann eine Spitzengruppe von neun Booten leicht abgesetzt. Boris Herrmanns “Malizia – Seaexplorer” ist eines davon. Weil der Hamburger aber in dieser Gruppe auf der westlicheren “Außenbahn” segelt und damit einen weiteren Weg zum Ziel hat, wurde er am Freitagmorgen nach dem Start im Tracking zunächst als Elfter geführt.

Fünf Stunden Strafe für einen Ein-Minuten-Fehler

Aufmerksame Imoca-Fans mögen sich am Morgen nach dem Start über den Kurs von Fabrice Amedeo gewundert haben. Auf dem Tracker sah es so aus, als würde der französische Skipper, mit dem der Kieler Andreas Baden gerade das Transat Jacques Vabre bestritten hatte, nach Martinique zurückkehren. Tatsächlich aber saß Amedeo auf See seine Fünf-Stunden-Frühstartstrafe ab.

Fabrice Amedeo erklärte sein Manöver selbst: “Es war ein wunderbarer Start, mit dem wir Martinique und diese so schöne Bucht von Fort-de-France verlassen haben. Die Startphase war etwas aufgeheizt. Ich habe die Startlinie binnen der Minute vor dem Startschuss gekreuzt. Dafür hat die Jury des Rennens eine Fünf-Stunden-Strafe gegen mich ausgesprochen, die ich auf See absolvieren muss. Keine Sorge also: Das ist kein technisches Problem. Es bleibt noch ein ganzer Ozean, um wieder zur Flotte aufzuschließen.”

Ich sehe dieses Rennen als großartige Chance zu lernen, wie man ‘Holcim-PRB’ richtig einsetzt.” Nico Lunven

An der Spitze macht Jérémie Beyou mit seiner “Charal” Tempo. Verfolgt wurde er am Morgen des 1. Dezember von Sébastien Simon auf “Groupe Debreuil” und Clarisse Crémer auf “L’Occitane en Provence”, die am Vormittag phasenweise als schnellstes Boot der Top-Ten unterwegs war. Auf Platz vier folgte Ex-Malizianer Nico Lunven, der sein erstes Solo-Rennen auf der übernommenen “Holcim-PRB” gut meistern will. Er verteidigte seine Position gegen die hinter ihm Druck machenden Co-Favoriten mit ihren 2023er-Neubauten: Yoann Richomme auf “Paprec Arkéa” (5.) und Transat-Sieger Thomas Ruyant auf “For People” (7.).

Der 41-jährige Nico Lunven hatte sich bei der Überführung von Frankreich in die Karibik mit Rosalin Kuiper und weiteren Crew-Mitgliedern vom Team Holcim-PRB mit seinem neuen Boot gut vertraut gemacht. Seine Zielsetzung für das Rennen: “Ich sehe es als großartige Chance zu lernen, wie man ‘Holcim-PRB’ richtig einsetzt.”

Grundlegendes Ziel ist es, mich für die Vendée Globe zu qualifizieren und ohne Probleme nach Lorient zu kommen.” Nico Lunven

Der besonnene Skipper mit viel Navigationserfahrung, den sie im Team Malizia “The Brain” nannten, erklärte: “Wenn ich schneller sein kann als meine Konkurrenten, dann werde ich das auch tun. Grundlegendes Ziel ist es, mich für die Vendée Globe zu qualifizieren und ohne Probleme nach Lorient zu kommen. Wo nun liegt die Grenze zwischen Lernen, dem Rennen, dem Wunsch und der Notwendigkeit, das Ziel des Rennens zu erreichen? Die Positionierung des Cursors wird sich sicher während des Rennens je nach Wetterbedingungen ändern. Sie werden stark bestimmen, wie stark man pushen kann.”


Die Retour à la Base im LIVE-Tracker verfolgen:

Empfohlener redaktioneller Inhaltretouralabase.geovoile.com

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.

Externer Inhalt
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogenen Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzbestimmungen.

Das Video zum Start der Retour à La Base:

Und das sagt Boris Herrmann – das Start-Video von Team Malizia:

Artikel teilen:
Tatjana Pokorny

Tatjana Pokorny

Freie Reporterin Sport

Tatjana „tati“ Pokorny ist Autorin von neun Büchern. Sie arbeitet als Reporterin für die YACHT, berichtete unter anderem von neun Olympischen Spielen, als Korrespondentin für die Deutsche Presse-Agentur (DPA), das Hamburger Abendblatt sowie weitere nationale und internationale Medien. Kernthemen sind der America's Cup, das Ocean Race, die Vendée Globe, SailGP und weitere nationale und internationale Regatten und ihre Protagonisten. Lieblingsdisziplin: Portraits von und Interviews mit Segelsportpersönlichkeiten.

Meistgelesen in der Rubrik Regatta