Regatta-NewsHoesch H-Boot-Weltmeister

Carsten Kemmling

 · 21.09.2003

Alle drei Medaillen bei der Weltmeisterschaft am Ammersee gehen nach Deutschland

Es dauerte bis zur letzten Wettfahrt, bis sich die Dänen an die Ammersee-Bedingungen gewöhnt hatten. Sie belegten im Finalrennen die ersten drei Plätze. Aber da waren die Podiumsplätze der Gesamtwertung schon an die deutschen Lokalmatadoren vergeben.

Allen voran Vincent Hoesch (CYC), der zum ersten Mal mit dem erfolgreichen Laser-Masters-Segler Willi Gerlinger (BYC) und Michael Lipp (HSC) zusammensegelte.

Mit 28 Punkten (fünf Punkte Vorsprung) sicherte sich die Crew den bayerischen Löwen - den Preis, der von Ministerpräsident Edmund Stoiber ausgelobt worden war. Hoesch gewann zudem den zentnerschweren Goldcup als Jahresbester der H-Boot-Klasse.

Nach dem Sieg bei der Drachen-Weltmeisterschaft vor Hobart/Tasmanien war dieser Sieg bereits der zweite WM-Erfolg für den 45-jährigen Vielsegler, der neben zahlreichen nationalen Titeln jetzt sieben Weltmeisterschaften, sechs Goldcups und acht Europameisterschaften gewonnen hat. Dazu fünf Vize-WM- und EM-Titel in den Klassen Star, Drachen, H-Boot, Asso 99, Joker und Tempest als Steuermann oder Vorschoter.

Vincent Hoesch ist mit seiner Firma Yacht Racing Services & Consulting selbstständig. Im Jahr 2000 übernahm er die Alleinvertretung der Petticrows-Bootswerft für Deutschland, eine der führenden Marken im Drachen. Darüber hinaus berät er die Firma Fritz Segel GmbH und entwickelt Segel für die Klassen Drachen, Star und H-Boot. Außerdem arbeitet er als privater Segeltrainer (www.vincent-hoesch.de).

Vizeweltmeister wurde am Ammersee der Feldafinger Dirk Stadler mit Patrick Purin (YCB) und Markus Funke (MRSV). Hinter den beiden bayerischen Mannschaften belegte Wolfgang Döring (ABC) mit Thomas Kausen (BYC) und Norbert Kausen (NKC) den Bronzeplatz.

Der Ammersee hatte sich in der vergangenen Woche mit den gewohnten Windlücken und -tücken präsentiert. Aber der Titelgewinn eines Favoriten zeigt, dass die sechs Rennen kein reines Glücksspiel gewesen sein können. Die Serie 1/(31)/7/3/1/16 zeugt von erstaunlicher Konstanz im 66-Boote-Feld aus acht Nationen.

Aber es gab auch Opfer. Titelverteidiger Stefan Frauscher aus Österreich siegte zwar in einem Rennen, musste sich aber nach einem Frühstart und einem 61. Platz im letzten Rennen mit dem 25. Rang zufrieden geben. Die nach den ersten drei Wettfahrten führende Crew um Micki Liebl (MYC) stürzte auf Rang 11 ab.

Der Augsburger Segel-Club (ASC) richtete die H-Boot-Weltmeisterschaft anlässlich seines 100. Geburtstags aus.

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