Regatta-NewsFördewoche: "Glücksburg" gewinnt Blaues Band

Lars Bolle

 · 15.09.2002

Regatta-News: Fördewoche: "Glücksburg" gewinnt Blaues BandFoto: S. Densch

Die 92. Flensburger Fördewoche endete gestern bei herrlichem Spätsommerwetter und kräftigen Winden

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Foto: S. Densch

Die "Glücksburg" (Baltic 63), Flaggschiff der Hanseatischen Yachtschule, mit Uwe Roch am Steuer, konnte den Wettkampf um das "Blaue Band" für das schnellste an der Flensburger Förde beheimatete Schiff für sich entscheiden.

Die "Glücksburg" war in diesem Jahr erstmals seit 1998 wieder am Start und gewann das "Blaue Band" bereits zum neunten Mal. Unterlegen im Wettstreit um die begehrte Trophäe war die leicht favorisierten "Babs" (Swan 54F) von John Welding (FSC), die zirka sieben Minuten später über die Ziellinie ging. Das "Blaugelbe Band" für das schnellste auswärtige Schiff gewann zum zweiten Mal die Hamburger "Chrila" (Swan 56) von Claus Bressler, (WVG). Sie beendete als einzige Yacht die Wettfahrt unter fünf Stunden.

Gesamtsieger der Flensburger Fördewoche wurde die Kieler Yacht "Extasy" (IMX-40, Thomas Brügge, KYC). Sie gewann den "Rubin Preis" für das erfolgreichste auswärtige Schiff nach berechneter Zeit. Mit dem Flensburger Pilsner Cup ging am Sonnabend die 92. Flensburger Förde Woche zu Ende. In der Wertungsgruppe IMS gewann die "Transit Express" und in der Wertungsgruppe Dansk Handicap, bei für sie idealen Bedingungen, die fast 40 Jahre alte "Nautila" von Dr. Wolfgang Gresch (FSC). Für diese außergewöhnliche Leistung konnte sie den Bürgermeister Haase Gedächtnis Preis für das schnellste Schiff nach Dansk Handicap in Empfang nehmen.

Wenn auch der Wind nicht immer mitgespielt hatte, so hatte sich die Förde doch während der gesamten Woche von ihrer besten Seite gezeigt. Am ersten Wochenende segelten auf der Flensburger Innenförde die 160 gemeldeten Yachten aller Klassen auf verschiedenen Kurzstrecken die ersten Wettfahrten um den Sonwik Cup (Sieger: "Extasy") und den Hanseboot Cup (Sieger: "Sim", Martin Menzner, KYC). Während am Sonnabend nahezu optimale Bedingungen herrschten, litt der Sonntag unter mangelndem Wind und "Chancensegelei", so dass nur eine Wettfahrt gesegelt werden konnte. Auch die Katamarane nahmen an diesem zweiten Wochenende der Fördewoche teil. Sie testeten erstmals den Glücksburger Kurstrand als Liegeplatz für die raumgreifenden Mehrrumpfboote und sammelten so erste wertvolle Erfahrungen in Hinblick auf die Internationalen Deutschen Meisterschaften der olympischen Klassen, die im kommenden Jahr mit mehr als 500 Booten auf der Flensburger Innenförde ausgetragen werden. Dann sollen die Tornados den Glücksburg Strand als Liegeplatz nutzen.

Am Donnerstag, dem 12. September, ging es beim Knierim Cup auf die Langstrecke in den Kleinen Belt. Mit dabei waren die imposanten Swan-Yachten, die bereits seit vielen Jahren während der Fördewoche ihre "Baltic Sea Challenge" aussegeln. Leider herrschten auch an diesem Tag flaue Winde vor und die Wettfahrt musste bereits auf der Außenförde vor Neukirchen gezeitet werden. Dennoch erreichten viele Teilnehmer das Ziel nicht rechtzeitig. Gesamtsieger der IMS Wertung auf der verkürzten Bahn wurde die Flensburger "Babs". Während des Komtel Cup (15 sm) am Freitag wehte am Start der Wind noch stabil aus nördlichen Richtungen mit Windstärken um 3 Beaufort. Diese ließen im Laufe des späten Nachmittags jedoch nach, worunter besonders die kleineren Yachten zu leiden hatten. Erster wurde die "Extasy" (KYC) von Thomas Brügge, vor der "Varuna" (IMX-45, NRV/KYC) von Jens Kellinghusen und der Flensburger "Babs".

Entschädigt wurden dann aber alle am letzten Wettfahrttag. Nachdem sich die morgendliche Wolkendecke gelichtet hatte, wurde es wieder sehr sonnig und es wehte ein kräftiger, beständiger Wind aus nördlichen Richtungen. Das größte Handicap war an diesem Tag bereits vor dem Start zu bewältigen, denn der Wind hatte zu seltenem Niedrigwasser im Glücksburger Hafen geführt. Manche der großen Yachten konnte den Hafen nur mit fremder Hilfe verlassen. Nachdem sie es aber einmal geschafft hatten, segelten alle eine schnelle Wettfahrt unter besten Bedingungen. Für die Großen ging es 42 Seemeilen hinaus in die Außenförde und die Kleinen segelten eine Bahn bis vor Langballigau. Bereits gegen Mittag waren die Folkeboote als erste wieder zurück und kreuzten Raumschots die Ziellinie. Den ersten Platz konnte hier Karl-Heinz Eichholz (FSC) mit seiner "Tranquilizer" belegen. Am frühen Nachmittag rauschten dann die ersten Yachten der Wertungsgruppen IMS und Dansk Handicap unter Spinnaker oder Gennaker über die Ziellinie. Nun ging es ans große Rechnen und für die Wettfahrtleitung an die Hauptaufgabe des Abends, die Verteilung der Preise. Mehr als 100 Tagespreise, 25 Wanderpreise und 3 Gutscheine wurden den erfolgreichen Gewinnern überreicht. Den in diesem Jahr von Volvo Car Germany gesponserten Cup-90 (Teamwertung) konnte das "Dreamteam", bestehend aus "Extasy" (KYC), "Dantronik X press" (FYC) und "Hanseatic Lloyd" (KYC) in Empfang nehmen. Die Nautor Swan Baltic Sea Challenge gewann die "Babs" (FSC). Dieser Preis wird allerdings erst im Rahmen der hanseboot in Hamburg überreicht.

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