ORCi-EM am OslofjordSechs deutsche Crews dabei

Tatjana Pokorny

 · 08.08.2022

ORCi-EM am Oslofjord: Sechs deutsche Crews dabeiFoto: Trond Teigen/KNS

In Norwegen steigt diese Woche die ORCi-EM. Ein halbes Dutzend deutscher Boote ist dabei. Darunter auch Co-Favoriten wie "Halbtrocken 4.5" oder "Intermezzo"

Der erste Startschuss fällt heute: Im norwegischen Revier von Hankø beginnt die ORCi-EM. Sechs deutsche Boote sind in zwei der drei Wertungsklassen dabei. Zu den Favoriten in Klasse A zählt Michael Berghorns Mills 45 Custom "Halbtrocken 4.5". Dazu kommen unter deutscher Flagge in der größten Division die TP 52 "Imagine", die GP 42 "X-Day" und die 15 Jahre alte Swan 45 "Katima". Zu den Top-Booten in der mittleren Gruppe B zählt Jens Kuphals modifizierte Landmark 43 "Intermezzo". Neben ihr kämpft die Crew auf der deutschen XP 44 "Surprise" um eine Top-Platzierung. In der mit 28 Teilnehmern besetzten kleinsten Gruppe C sind keine deutschen Boote am Start.

Die insgesamt 55 EM-Boote aus sieben Nationen haben am Wochenende ihre ersten Trainingsrunden absolviert. Da sah Michael Berghorns "Halbtrocken 4.5" schon richtig gut aus, machte in ihrer Division das Rennen in Bestbedingungen mit Winden um 14 bis 16 Knoten. Veranstalter des Europagipfels im bildschönen Oslofjord sind gemeinsam der Royal Norwegian Yacht Club (KNS) und der Offshore Racing Congress (ORC). Sieben Inshore- und zwei Offshore-Rennen werden die ORCi-EM über sechs Tage prägen. Die Siegerehrung ist für den Abend des 13. August geplant.

Tim Kröger: "Hier kann man sich auch schnell mal einen Platten fahren"

"Das Revier ist wirklich hübsch, aber auch sehr anspruchsvoll", sagte Tim Kröger von der "Katima", "uns erwarten mit den Inseln, Fähren und Steinen, die teilweise 80 Zentimeter unter der Wasseroberfläche sitzen, einige navigatorische Herausforderungen. Hier kann man sich auch schnell mal einen Platten fahren." Zum Auftakt der ORCi-EM wird eine Mittelstrecke entlang der Südküste Norwegens serviert, die mehrere längere Abschnitte mit unterschiedlichen Windwinkeln beinhaltet. Das kleine, aber feine Feld der sechs großen A-Boote erwartet ein 173,4 Seemeilen langer Kurs. Die B-Gruppe hat 165,3 Seemeilen zu absolvieren. Die C-Boote sind auf 144 Seemeilen gefordert.

Der skandinavische Bilderbuchhafen der EM-Segler in HankøFoto: Trond Teigen/KNS
Der skandinavische Bilderbuchhafen der EM-Segler in Hankø

Diesem einfach gewerteten Küstenrennen kommt deshalb große Bedeutung zu, weil es nicht gestrichen werden kann. Zunächst waren leichte und drehende Wind angesagt. Später sollte sich eine etwas stabilere Südwestbrise aufbauen. "Wir glauben, dass die Strömung bei diesem Auftaktrennen eine große Rolle spielen wird", sagte "Team Pro4U"-Taktiker Peter Thorwid, "wir kommen von der anderen Seite in Schweden, wo es in der Ostsee nahezu keine Strömung gibt, segeln also mehr in solchen Bedingungen. Mit Blick auf die Leichtwind-Vorhersage glauben wir, dass die Strömung ein großer Faktor sein wird. Die EM-Rennen können hier via TracTrac verfolgt werden.

Die Boote werden zwischen Montagabend und Dienstagmorgen in Hankø zurückerwartet. Der ORC-Vorsitzende Bruno Finzi sagte zum EM-Start: "Norwegen ist eines der wichtigsten Länder für uns. Hier gibt es fast 1.000 Boote mit ORC-Zertifikat – das ist fast ein Zehntel der mehr als 10.000, die wir weltweit ausgestellt haben. Wir sind wirklich glücklich über diesen schönen Austragungsort und die herausragenden Bemühungen des KNS in der Organisation für ein unvergessliches Event für alle Beteiligten."

Die TP 52 "Imagine" bei der Vorbereitung im EM-Revier vor Hankø
Foto: Trond Teigen/KNS

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