Lina Rixgens und Sverre Reinke sind seit Jahren ein erfolgreiches Mixed-Duo der deutschen Offshore-Szene. Jetzt haben sie geheiratet, behalten aber ihre Namen und setzen die gemeinsame Seesegelleidenschaft als Team Rixgens Reinke Offshore Racing fort. Die „Hochzeitsreise“ hat das Duo nach ins niederländische Rveier von Scheveningen geführt. Dort kämpfen sie um eine Medaille bei der ORC Zweihand-WM.
Der Auftakt ist schon stark gelungen. Im kurzen Offshore-Rennen parierten sie die taktischen Herausforderungen glänzend. Mit ihrer Sun Fast 30 OD „Gaia“ zeigten sich die frisch Vermählten angriffslustig in Klasse C. Die Weltmeisterschaft für Zweihand-Teams wird in drei Klassen – A, B und C – ausgetragen. Die Felder sind überschaubar, aber in der Spitze spannend besetzt. 29 Boote insgesamt bilden die drei Flotten.
Den spannendsten Verlauf der taktischen Auftaktprüfung über knapp 32 Seemeilen bot auch laut Veranstaltern die Klasse C. Den ersten Sieg holte hier nach intensivem Duell mit Lina Rixgens und Sverre Reinke sehr, sehr knapp die von Willem Schopman und dem erfahrenen Navigator Max Deckers gesegelte Sun Fast 3200 „Waverider“. Beide Boote – das niederländische und das deutsche – waren im Rennen mit hohem Speed im Einsatz. Die „Gaia“-Crew erreichte Spitzengeschwindigkeiten von fast zehn Knoten.
Gesegelt fehlten Lina Rixgens und Sverre Reinke im Ziel nur 55 Sekunden zum Sieg in der C-Gruppe mit zwölf Booten aus vier Nationen. Berechnet waren es schmerzliche 32 Sekunden, die auf die niederländische “Waverider” fehlte. In dieser Reihenfolge führen die Niederländer die Wertung bei der ORC Zweihand-WM nun vor dem deutschen Duo an.
“Es war super, super knapp. Wäre der Reach noch einen Tick länger gewesen, hätten wir sie noch bekommen”, sagte Lina Rixgens nach dem Rennen. Sie weiß auch: “Die Kreuz war sehr, sehr zäh für uns, weil der Wind da doch sehr runterging und wir dann hier in der kurzen Welle sehr standen. Dafür hatten wir dann zwei schöne lange Reachgänge, konnten da gut einmal runterballern und wieder alle einholen.”
Wir sind guter Dinge für das Offshore-Rennen heute. Es ist sehr leichter Wind angesagt. Von Flaute bis zehn Knoten. Wir sollen so 48 Stunden unterwegs sein. Wir sind ready.” Lina Rixgens
Die Titelverteidiger der Klasse C, Lars Bergkvist und Anders Dahlsjö an Bord der schwedischen Corby 25 „Altissimus“, komplettierten das Podium nach dem gut fünfstündigen Auftaktrennen mit einem Rückstand von nur 4 Minuten und 2 Sekunden auf die „Waverider“. Auf Platz neun lagen nach dem Auftakt Gunnar und Leonhard Kruse mit der Dehler 36 CWS “Krusen”.
In der mit sechs Booten kleinen Gruppe A konnten sich Kai Stuebane und Knut Weijnen auf der modfizierten XP 41 “Laxxi” unter deutscher Flagge zunächst auf Platz drei platzieren. Hier führt die niederländische XR 41 “X-Esteem” mit Robin Verhoef und John van den Starre. In Gruppe B führen Diederik Forma und Martjin Graafmans mit der JPK 10.30 “Jetpack”.
Mit dem langen Offshore-Rennen ab 22. Mai steuerte die ORC Zweihand-WM-Flotte schon ihrem Gipfel und der größten Herausforderung entgegen. Der Start war für Freitagmittag geplant, wurde aber bereits etwas verschoben. Der Offshore-Marathon wird für die langsamsten Boote voraussichtlich etwa 48–60 Stunden dauern und mit einem höheren Wertungskoeffizienten gewichtet. Damit wird Teil zwei der Zweihand-WM zum ausschlaggebenden Faktor bei der Medaillenvergabe.
“Wir sind guter Dinge, glauben, dass wir in unserer Gruppe ganz gute Chancen haben. Wir wissen aber auch, dass wir bei Leichtwind – je nachdem, ob noch ein bisschen Welle steht oder von den Frachtern was kommt, dass es dann echt auch für uns mit dem runden Bug schwierig ist, da durchzukommen und Strecke zu machen. Auch das Rating für die “Gaia” macht es dem deutschen Mixed nicht leicht.
Bei einem 48-Stunden-Kurs müssen wir neun Stunden vor der Sun Fast 3200 sein.” Lina Rixgens
Der Start des Langstreckenrennens wird live übertragen und kann im Tracking auch bei TracTrac verfolgt werden. Hier der Link dazu. Zunächst gab es dafür aber eine Zeitverschiebung. Wie auch beim Auftakt zur Nordseewoche auf der Elbe, waren auch in Scheveningen die Winde zu leicht.

Freie Reporterin Sport