Olympia 2024So soll Schilksee aussehen

Kristina Müller

 · 01.09.2015

Olympia 2024: So soll Schilksee aussehenFoto: Behnisch Architekten

Schwimmende Tribünen auf dem Wasser, ein neues olympisches Dorf an Land: Gestern wurde die Machbarkeitsstudie der Bewerbung vorgestellt

Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer, Bürgermeister Peter Todeskino und Architekt Stefan Behnisch stellten gestern im Kieler Rathaus die Machbarkeitsstudie für ein olympisches Kiel-Schilksee 2024 vor. Die Eckpunkte des 88 Seiten umfassenden Papiers: Ein Hotel und das olympische Dorf werden auf der Salzwiese neu gebaut, die Hafenmole soll verschwinden und stattdessen mobile Tribünen vor Schilksee und vor Strande die Zuschauer möglichst nah an die Regattabahnen bringen. Die Anzahl an Neubauten soll gering gehalten werden.

  Aus der Luft: das geplante Olympiazentrum 2024Foto: Behnisch Architekten
Aus der Luft: das geplante Olympiazentrum 2024

Das Herzstück der Veranstaltung werde das Multifunktionsgebäude "Segelcampus" am jetzigen Standort des Hafenmeistergebäudes. Die Isaf-Zentrale und der DSV sollen dort sitzen, Sportler in dem Gebäude trainieren können. Ein Neubau würde auch das olympische Segeldorf auf dem Gelände des heutigen Behelfscampingplatzes Salzwiese. Die Mischung aus Mehrfamilien- und Reihenhäusern soll während der Spiele Athleten und Trainer in 72 Wohnungen und 48 Reihenhäusern beherbergen. Nach den Spielen sollen die Immobilien an Privatpersonen verkauft werden.

  So sähe das Olympische Dorf ausFoto: Behnisch Architekten
So sähe das Olympische Dorf aus

Am Standort der heutigen Vaasahalle würde dem Plan zufolge ein Hotel entstehen mit Unterbringungsmöglichkeiten für Isaf-Offizielle und Mitarbeiter. Es soll auch als Rückzugsort der Athleten mit medizinischer Versorgung, Physiotherapie und Lounge dienen.

Ein neues Hotel liegt in der Studie prominent an der Schnittstelle zwischen der Hafenpromenade und dem Olympiaboulevard. Während der olympischen Segelwettbewerbe dient es als Unterbringung für Isaf-Offizielle und Mitarbeiter und beherbergt unterschiedliche Aufenthalts- und Besprechungsbereiche.

Nicht von Dauer wären hingegen die schwimmenden Tribünen an der Zuschauermole im südlichen Hafenvorfeld des Olympiazentrums, weiter nördlich in Strande und möglicherweise auch an der Bülker Huk. Die Idee dahinter ist, die Zuschauer so nah wie möglich an das Geschehen auf dem Wasser heranzubringen. 10.000 der geschätzten 35.000 Tagesbesucher könnten hier Platz finden.

Bevor jedoch die ersten Segelfans auf den Tribünen Platz nehmen und die Sportler ihre Quartiere im Olympiadorf beziehen können, stehen noch einige Entscheidungen aus: Am 29. November stimmen die Hamburger und Kieler Bürger über die Olympia-Bewerbung ab. Bis dahin soll auch ein Finanzierungskonzept zur Machbarkeitsstudie vorliegen. Wo die Olympischen Spiele 2024 letztlich ausgerichtet werden, entscheidet das IOC im Sommer 2017.

Die Machbarkeitsstudie für Olympia 2024 in Kiel-Schilksee steht online bereit.

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