Kristina Müller
· 08.04.2024
Noch gut tausend Seemeilen bis Portugal liegen vor der Crew, wo sie am 11. April eintreffen könnte -der Tag, ab dem die Sieger der Regatta um die Welt im britischen Cowes erwartet werden.
Schon am 5. April gegen 05:30 Uhr UTC erhielt die OGR-Regattaleitung eine Textnachricht von Co-Skipper Nico Malingri, in der er mitteilte, dass die Reparaturen nicht halten und es Anzeichen von Delaminationen am Originalrumpf gebe. Stunden später gegen 14:00 Uhr UTC bestätigte der Skipper die Nachricht per Satellitentelefon. Die Crew aktivierte die Lenzpumpen und traf Vorbereitungen zum Verlassen des Schiffes, auch wenn sie bisher laut Veranstalter nicht davon ausgehe, dass das erforderlich sein wird. Bisher hat sie keine Hilfe angefordert.
Die italienische Swan 65 verließ Punta del Este gemeinsam mit der Ocean-Globe-Race-Flotte am 5. März auf dem Weg zum Ziel in Cowes. Das Schiff führt derzeit die IRC-Wertung für die vierte Etappe an, ist Erster in der Flyer-Klasse und Dritter in der Line Honours-Wertung des OGR.
Aufgrund der Notsituation darf die Crew nun auf die Satellitenkommunikation an Bord zurückgreifen, die während der Regatta eigentlich untersagt ist. Der Veranstalter steht mit der Crew in Kontakt und informierte auch das landseitige Team der „Translated 9”-Crew.
Schon während der dritten Etappe des Ocean Globe Race von Auckland nach Punta del Este war das Team gezwungen, zu den Falklandinseln zurückzukehren, nachdem sich im Heckbereich des Schiffes zwei Risse gebildet hatten, durch die Wasser eintrat.
Auf den Falklandinseln wurde die Yacht an Land gestellt, Unterstützung wurde eingeflogen und es wurden umfangreiche Reparaturarbeiten am Rumpf durchgeführt. Nach einer Woche Arbeit rund um die Uhr setzte die Crew wieder Segel in Richtung Punta del Este, wo sie nur fünf Tage vor dem Start der vierten Etappe eintraf. Umso härter trifft das Team nun der erneute Rückschlag.
Die Regatta-Regularien untersagen jegliche Hilfe von außen, sodass „Translated 9” durch den Zwischenstopp auf den Falklandinseln automatisch von der Wertung der dritten Etappe ausgeschlossen wurde. Nun haben sich auch jegliche Chancen, eventuell noch der voraus segelnden „Pen Duick VI“ mit Skipperin Marie Tabarly die Line Honours streitig zu machen, in Luft aufgelöst.
Bis zu diesem Zeitpunkt hatte die Crew ihre Fans bei diesem ersten Ocean Globe Race begeistert. Die „Translated9“ erreichte den ersten Platz in der IRC-Wertung für die erste und zweite Etappe, den zweiten Platz in der Line Honours-Wertung für die erste Etappe und den ersten Platz in der Line Honours-Wertung für die zweite Etappe.
Schon beim Whitbread-Rennen von 1977 segelte das Schiff um die Welt, damals als „ADC Accutrac“. Damals wurde es von der Skipperin Clare Francis gesteuert.